Bischof Gebhard Fürst mit Sternsingern in Ravensburg

Sternsinger wollen Spenden sammeln

Diözese eröffnet Sternsingeraktion in Ravensburg

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Zum Auftakt der Sternsingeraktion der Diözese Rottenburg-Stuttgart sind rund 250 Kinder durch die Ravensburger Innenstadt gezogen. Bischof Gebhard Fürst lobte ihr Engagement.

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Die Diözese Rottenburg-Stuttgart hat am Freitagnachmittag in Ravensburg ihre Sternsingeraktion 2023 eröffnet. Bei einer Prozession zogen rund 250 Kinder durch die Innenstadt. In der Liebfrauenkirche wurde mit Bischof Gebhard Fürst ein Gottesdienst gefeiert.

Bischof Gebhard Fürst lobte gegenüber dem SWR das Engagement der Sternsinger. Er sehe, dass es für die Kinder und Jugendlichen eine große Freude sei, miteinander unterwegs zu sein.

"Wir sehen, wie stark die Kinder und Jugendlichen das begeistert. In diesen Zeiten, wo es wenig schöne Anlässe gibt, ist es doppelt wichtig, dass wir uns sehen und miteinander Gottesdienst feiern."

Jahresmotto: "Kinder stärken, Kinder schützen - in Indonesien und weltweit"

Für die Sternsinger gab es laut Ankündigung im Institut für Soziale Berufe in Ravensburg Workshops zum aktuellen bundesweiten Jahresmotto "Kinder stärken, Kinder schützen - in Indonesien und weltweit". Die bundesweite Sternsingeraktion findet zum 65. Mal statt.

20.000 Kinder ziehen als Sternsinger von Tür zu Tür

In den gut 1.000 Kirchengemeinden der Diözese Rottenburg-Stuttgart werden schätzungsweise 20.000 Kinder singend von Tür zu Tür ziehen. In der ersten Januarwoche segnen sie als Heilige Drei Könige die Häuser und bitten um eine Spende für Kinder, die in Not sind.

Dabei kleben sie über Eingangstüren ein Banner mit der Aufschrift "C+M+B". Die Abkürzung steht für den lateinischen Satz "Christus mansionem benedicat" - auf deutsch: "Christus möge dieses Haus segnen". Der Satz steht also nicht für die Namen der Heiligen Drei Könige Caspar, Melchior und Balthasar.

Sternsinger bei Prozession in Ravensburg
Bei einer Prozession zogen rund 250 Kinder durch die Ravensburger Innenstadt.

Spendemöglichkeit nicht nur an der Haustür

Spenden kann auch, wer nicht zuhause ist: Möglich ist das über ein Überweisungsformular, das die Sternsinger zusammen mit dem Aufkleber in den Briefkasten werfen oder online über die Homepage der Diözese Rottenburg-Stuttgart.

Schwerpunktregion der Sternsingeraktion ist in diesem Jahr Asien. Unterstützt werden Projekte gegen Gewalt gegen Kinder. Die Weltgesundheitsorganisation schätzt, dass jährlich eine Milliarde Kinder und Jugendliche physischer, sexualisierter oder psychischer Gewalt ausgesetzt sind. Das sei jedes zweite Kind, so das Kindermissionswerk "Die Sternsinger".

Jahresbericht zeigt, wo Spendengelder hinfließen

Das Kindermissionswerk "Die Sternsinger" in Aachen ist zusammen mit dem Bund der Deutschen Katholischen Jugend Träger der bundesweiten Sternsingeraktion. Im Jahr 2019, also noch vor der Pandemie, waren dabei in ganz Deutschland nach Angaben der Träger rund 300.000 Sternsinger und etwa 90.000 ehrenamtliche Helfer unterwegs. Wohin die Spenden jeweils fließen, steht in den Jahresberichten der Aktion.

2019 etwa kamen bundesweit insgesamt 50,2 Millionen Euro zusammen. Das Kindermissionswerk konnte damit eigenen Angaben zufolge 1.623 Projekte in 108 Ländern unterstützen. Das mit 5,3 Millionen Euro beste Sammelergebnis erzielte 2019 erneut die Diözese Rottenburg-Stuttgart. Zu ihr gehören Kirchengemeinden im württembergischen Teil des Landes mit gut 1,7 Millionen Mitgliedern. Sie ist damit die viertgrößte Diözese Deutschlands.

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SWR