Rund 1.000 Zuschauerinnen und Zuschauer verfolgten den traditionellen Stephansritt in Eisenharz.

Reiterbrauchtum am zweiten Weihnachtsfeiertag

Traditioneller Stephansritt in Eisenharz

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Sabine Steinfurth
SWR-Redakteurin Sabine Steinfurth Autorin Bild
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Rebecca Lüer
SWR-Redakteurin und Studioleiterin Rebecca Lüer Autorin Bild

In Argenbühl-Eisenharz im württembergischen Allgäu (Kreis Ravensburg) haben sich am zweiten Weihnachtsfeiertag wieder hunderte Gläubige zum traditionellen Stephansritt getroffen.

Traditionell am zweiten Weihnachtsfeiertag umreiten Männer und Frauen mit ihren festlich geschmückten Pferden am frühen Nachmittag die Kapelle in Eisenharz, um damit den Segen für Haus und Hof zu erbitten. In diesem Jahr kamen bei freundlichem und mildem Wetter rund 100 Reiterinnen und Reiter, um den Brauch zu pflegen. Verfolgt wurde die Prozession von etwa 1.000 Zuschauern und Zuschauerinnen. Die kleine runde Kapelle in Eisenharz ist dem heiligen Stephanus geweiht.

Bäuerliches Reiterbrauchtum mit Wurzeln im Mittelalter

Das Reiterbrauchtum des Stephansritts in Eisenharz geht bis ins Mittelalter zurück. Seit 1927 findet der Ritt als Prozession statt, als einzige Winterprozession zu Pferd in der Region Oberschwaben. Früher nahmen die Bauern der umliegenden Dörfer daran teil, um am Stephanstag den Segen für ihre Pferde und ihre Arbeit auf dem Feld zu erbitten.

Der heilige Stephanus gilt als erster Märtyrer des Christentums. Pfarrer Rupert Willburger segnete Reiter und Ross und erinnerte in seiner Andacht an den christlichen Märtyrer und Patron des Friedens und der Vergebung.

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