Meckenbeurer Delegation in Westrumänien

Auf den Spuren des Ehrenbürgers Pater Berno

Menschen aus Meckenbeuren engagieren sich in Rumänien

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Thomas Wagner
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Thorben Langwald
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Seit über 30 Jahren unterstützen Bürgerinnen und Bürger aus Meckenbeuren Sozialprojekte in Rumänien. Den Anstoß dafür gab der Salvatorianer Pater Berno Rupp. Nach seinem Tod geht die Unterstützung weiter.

Anfang der 1990er-Jahre hat der Meckenbeurener Ehrenbürger Pater Berno Rupp verschiedene Sozialprojekte in Rumänien gestartet. Sein Engagement wird mittlerweile über eine eigens gegründete Stiftung fortgesetzt. Eine 15-köpfige Delegation aus Meckenbeuren (Bodenseekreis) hat in diesem Rahmen Rumänien besucht.

Pater Berno Rupp kämpfte gegen Armut

Zu Beginn der 1990er-Jahre wurde Pater Berno Rupp vom Orden der Salvatorianer nach Temeswar in Westrumänien geschickt. Dort sollte er ein Kloster, das die Salvatorianer nach dem Ende der kommunistischen Ceausescu-Diktatur wieder nutzen konnten, mit neuem Leben füllen. Doch die große Armut im Land bewegte ihn auch dazu, verschiedene Sozialprojekte auf den Weg zu bringen. Dazu zählen eine Suppenküche für die Armen, ein Nachtasyl für Wohnsitzlose, eine Kinderfarm mit Bildungs- und Beschäftigungsangeboten für Straßenkinder und das Altenpflegeheim in Bakowa.

"Er war immer ein Macher. Einer, der etwas bewegt hat."

Bis zuletzt unterstützte der Salvatorianer-Pater die Projekte, ehe er im September 2017 im Alter von 81 Jahren in einem Krankenhaus in Ravensburg starb.

"Eindrückliche Reise" für Delegation aus Meckenbeuren

Eine 15-köpfige Delegation aus Meckenbeuren machte sich jüngst ein Bild von den verschiedenen Hilfsprojekten, die Pater Berno Rupp ins Leben gerufen hatte. Delegationsmitglied Heinz Endrass spach von einer "eindrücklichen Reise". Man komme ein bisschen geerdet zurück. "Wir leben schon in einer Komfortzone zu Hause. Ich glaube schon, dass uns das alles zum Nachdenken und zur inneren Einkehr einlädt", sagte er.

Meckenbeurer Delegation in Westrumänien
Besuch im Altenpflegeheim: Markus Müller (links), Neffe des Salvatorianer-Paters Berno Rupp, und Meckenbeurens Bürgermeister Georg Schellinger (rechts) führten die Delegation aus dem Bodenseekreis an. Herbert Grün, Chef der Caritas in Temeswar (zweiter von links), berichtete über die einzelnen Projekte.

Auch Meckenbeurens Bürgermeister Georg Schellinger (parteilos) war mitgereist. Er sah die Projekte zum ersten Mal. "Vom deutschen Standpunkt aus tut es gut, sich mal anzuschauen, wie Hilfe vor Ort hier funktionieren kann", sagte er. Die weitere Unterstützung der Projekte aus Meckenbeuren sei wichtig. Er werde alles dafür tun, um die Spendenbereitschaft weiter am Leben zu halten.

Stiftung führt Arbeit von Meckenbeurener Ehrenbürger fort

Inzwischen kümmert sich eine Stiftung darum, dass das Engagement von Pater Berno Rupp weiter fortgesetzt wird. In Zusammenarbeit mit der westrumänischen Caritas finanziert die nach dem Pater benannte Stiftung die einzelnen Hilfsprojekte. Nach dem Tod von Pater Berno Rupp sei die Befürchtung groß gewesen, dass es mit der Spendenbereitschaft aus Meckenbeuren bergab gehe. Doch die Sorge habe sich in den letzten Jahren nicht bewahrheitet, heißt es vonseiten der Delegation.

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