Experte ist besorgt

Niedrigwasser im Bodensee droht immer häufiger

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Der Wasserstand im Bodensee sinkt in diesem Sommer immer weiter. Hitze und extremes Niedrigwasser im Sommer könnten sich in Zukunft weiter verstärken, befürchten Experten.

Rund 90 Zentimeter liegt der Bodenseepegel bei Konstanz aktuell unter dem Wert, der für die Jahreszeit üblich ist. Der Wasserstand am Pegel Konstanz lag am Montag bei 316 Zentimetern. Weniger waren es an einem 8. August zuletzt im Jahr 2003, so die Landesanstalt für Umwelt Baden-Württemberg. Laut dem Portal Bodensee.net soll der Wasserstand in den kommenden Tagen weiter sinken. Der Leiter des Seenforschungsinstitut in Langenargen, Harald Hetzenauer, ist besorgt, dass sich dieser Zustand in den kommenden Jahren weiter verstärkt.

Bei Friedrichshafen sind die Folgen des Niedrigwassers in diesem Sommer schon deutlich zu sehen. SWR-Reporter Alfred Knödler hat Eindrücke am Bodenseeufer eingefangen.

Diese Entwicklung trete nicht erst kurzfristig von einem Jahr auf das andere auf, so Harald Hetzenauer. Bedingt durch den Klimawandel beobachten die Experten vom Seenforschungsinstitut bereits seit 30 Jahren eine Tendenz hin zu niedrigeren Sommerwasserständen. Grund sei, dass im Winter weniger Schnee in den Alpen falle. Dadurch fließe über den Alpenrhein weniger Schmelzwasser in den Bodensee oder das Schmelzwasser komme zu früh. Dadurch würden die eigentlich hohen Wasserstände im Sommer nicht mehr erreicht.  

"Ich mache mir Sorgen in Hinblick auf die Zukunft. Diese Entwicklung hat sehr stark mit dem Klimawandel zu tun."

Der Wissenschaftler befürchtet, dass es in Zukunft vermehrt zu Hitze und Niedrigwasser im Sommer am Bodensee kommt. Diese Kombination macht den Fischen zu schaffen und begünstigt das Algenwachstum. Schon jetzt bilden sich an vielen Stellen im Bodensee Algenteppiche wie vor Langenargen und Eriskirch. Boote liegen in Häfen am Untersee teilweise auf dem Trockenen.

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