Niedrigwasser am Wollmatinger Ried vor der Insel Reichenau im Sommer 2022.  (Foto: SWR, picture alliance/dpa/Felix Kästle)

Alpenrhein sorgt für Nachschub

Trotz Hitze und Trockenheit: Genug Trinkwasser im Bodensee

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Der heiße Sommer sorgt derzeit für Niedrigwasser am Bodensee, der Trinkwasser für vier Millionen Menschen liefert. Doch es droht keine Trinkwasserknappheit.

Die Menschen in der Bodenseeregion haben derzeit mit Niedrigwasser zu kämpfen: Einige Bootsbesitzerinnen und -besitzer mussten ihr Boot aus dem Wasser holen, Badegäste müssen lange ins Wasser laufen, um baden zu können und die Hitze und das Niedrigwasser begünstigen Algenwachstum - zum Beispiel vor den Gemeinden Langenargen und Eriskirch (Bodenseekreis). Doch das Trinkwasser aus dem Bodensee wird nicht knapp. Das bestätigte eine Sprecherin der Bodensee-Wasserversorgung in Sipplingen (Bodenseekreis) dem Evangelischen Pressedienst (epd).

"Der Bodensee liefert Wasser im Überfluss."

Trotz Hitze und Niedrigwasser werde der Bodensee auch weiterhin genug Trinkwasser liefern, heißt es. "Der Alpenrhein liefert mit Abstand das meiste Wasser. Insgesamt 11,5 Milliarden Kubikmeter Wasser fließen jährlich in den Bodensee. Das ist hundertmal mehr, als die Bodensee-Wasserversorgung entnimmt", sagt Teresa Brehme gegenüber dem epd.

670 Millionen Liter Wasser werden täglich entnommen

Vier Millionen Menschen nutzen derzeit Wasser aus dem Bodensee. Sie werden über die Bodensee-Wasserversorgung beliefert, die einige hundert Kilometer an Rohren verlegt hat, um die Kommunen im Land zu versorgen.

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Die Bodensee-Wasserversorgung darf laut eigenen Angaben mit Hilfe ihrer Pumpstationen in einer Tiefe von bis zu 670 Millionen Liter täglich entnehmen. "Auf den Pegel des Bodensees hat die Entnahme von Trinkwasser keinen messbaren Einfluss", heißt es. Insgesamt fasst der Bodensee laut Bodensee-Wasserversorgung 48 Milliarden Kubikmeter Wasser. Im Mittel ist die Verdunstung durch Sonneneinstrahlung doppelt so hoch wie die Entnahme des Versorgers.

Juli war in der Bodenseeregion zu warm und zu trocken

In der Region Bodensee-Oberschwaben war der Juli deutlich zu warm und zu trocken. Das geht aus der Bilanz der Wetterwarte Süd in Bad Schussenried (Kreis Biberach) hervor. Im Juli regnete es nicht einmal halb so viel wie im Durchschnitt. Dem Bodensee, der normalerweise Ende Juni bis Mitte Juli den höchsten Wasserstand aufweist, fehlt zudem das Schmelzwasser aus den Alpen. 

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