Ein Großspeicher speichert Strom aus Solarenergie aus dem Solarpark.  (Foto: Bee PV)

Batterien eigentlich für Elektroautos gedacht

Großspeicher für Solarenergie geht in Heiligenberg in Betrieb

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Lisamarie Haas
Lisamarie Haas ist Reporterin für Hörfunk, Online und Fernsehen beim SWR im Studio Tübingen. (Foto: SWR, Jochen Krumpe)

Es ist der bislang größte Batteriespeicher in Baden-Württemberg, der in Heiligenberg (Bodenseekreis) ans Netz geht. Er kann 10.000 Kilowattstunden Strom speichern.

Der größte Batteriespeicher für Solarstrom in Baden-Württemberg geht am Donnerstag in Heiligenberg in Betrieb. Gespeist wird er aus einem Freiflächen-Solarpark in direkter Nachbarschaft. Der "Solarpark Rickertsreute" und der Großspeicher zusammen sind laut der Betreiber das landesweit größte Hybridkraftwerk.

10.000 Kilowattstunden Strom Kapazität hat der Batteriespeicher in Heiligenberg. Das entspricht laut Betreiber etwa 2.000 Heimspeichern, wie sie in Privathaushalten genutzt werden. Der Solarpark hat eine Fläche von elf Hektar und erzeugt Strom für 5.000 Haushalte.

Batterien waren ursprünglich für Elektroautos gedacht

In den Batterien wird in den sonnenreicheren Mittagsstunden Strom gespeichert. Abends oder in der Nacht, wenn der Bedarf höher ist, kann der Strom dann ins öffentliche Netz eingespeist werden.

Der Großspeicher besteht aus Batterien, die ursprünglich für Elektro-Autos produziert wurden, dafür aber nicht zum Einsatz kamen. Große Mengen Batterien aus alten Produktionsserien der Automobilindustrie seien aufgekauft worden, die überproduziert wurden. Das sei ein Gewinn in Sachen Nachhaltigkeit, so die Betreiber, weil die Batterien nicht extra für den Speicher gebaut werden mussten.

Ein Großspeicher speichert Strom aus Solarenergie aus dem Solarpark.  (Foto: Bee PV)
Die Batteriespeicher befinden sich in drei Containern, direkt am Rande des Solarparks. Die beiden Geschäftsführer Hubert Bechinger (rechts) und Carlo Weidenbach (links) haben das Projekt realisiert.

Etwa zehn Millionen Euro hat das Projekt gekostet. Die Gemeinde Heiligenberg war an den Planungen beteiligt und bekommt über die Betriebsdauer von 25 Jahren die Gewerbesteuereinnahmen.

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