Montage eines schematischen Bildes von Viren der Familie Corona mit der Grafik von SWR Akktuell Live-Blog zum Coronavirus

Das Coronavirus und die Folgen für das Land

Live-Blog zum Coronavirus in BW: Freitag, 11.September 2020

Stand

Das war der Freitag in Baden-Württemberg

Rund 1.200 Corona-Infizierte unter Reiserückkehrern in Teststellen

19:10 Uhr

An den Teststellen im Land wurden rund 1.200 Coronavirus-Infektionen unter Reiserückkehrern entdeckt. Dem Sozialministerium zufolge haben sich mehr als 140.000 Menschen an den Flughäfen Stuttgart, Baden-Baden und Friedrichshafen, am Hauptbahnhof Stuttgart sowie an den Autobahn-Parkplätzen Neuenburg (A5) und Kemmental (A8) Speichelproben entnehmen lassen. Das berichten die "Stuttgarter Nachrichten" und "Stuttgarter Zeitung". Die meisten Infizierten waren demnach auf der Rückreise aus dem Kosovo, aus Kroatien, Bosnien-Herzegowina, Nordmazedonien, Spanien oder der Türkei. Sozialminister Manfred Lucha (Grüne) nannte das kostenlose Testangebot während der Sommerferienzeit trotz der geringen Aufdeckungsquote von weniger als einem Prozent "gut und richtig". Es sei gelungen, "vor allem bei Reiserückkehrern aus Risikoländern positive Befunde frühzeitig zu erkennen", sagte er.

Material für Corona-Tests in Baden-Württemberg wird knapp

19:01 Uhr

Wegen der vielen Reiserückkehrer arbeiten die Labore im Land momentan auf Hochtouren. Jedoch wird wohl das Testmaterial knapp. Denn die sogenannten Test-Kits bestehen nicht einfach nur aus einem Wattestäbchen, sondern aus einem exakt aufeinander abgestimmten System. Die Hersteller kommen wegen der weltweiten Nachfrage nicht mehr hinterher, unter anderem fehlen Test-Röhrchen.

Schüler müssen Gesundheitserklärung in Schule vorlegen

18:02 Uhr

Am Montag beginnt für rund 1,5 Millionen Schüler die Schule wieder - trotz Pandemie mit Präsenzunterricht. Es gelten aber genaue Regeln, die die Schulen einhalten müssen. Eine davon ist, dass jeder Schüler eine Gesundheitserklärung abgeben muss, in der die Eltern bestätigen, dass keine Corona-Erkrankung vorliegt, kein Kontakt zu Corona-Infizierten bestand und auch kein Risikogebiet besucht worden ist. Die Schüler haben laut Kultusministerium die erste Schulwoche Zeit, die Erklärung mitzubringen. Man wolle den Schulen und Eltern einen Spielraum geben. Kein Kind solle in der ersten Woche vom Schulbesuch ausgeschlossen werden. Der Philologenverband kritisierte die eingeräumte Zeit. Es könne nicht sein, dass Schüler mit einem unklaren Gesundheitsstatus eine Woche im Klassenzimmer sitzen und damit ein Risiko für alle anderen darstellen.

286 Neuinfektionen in Baden-Württemberg gemeldet

17:26 Uhr

Die Zahl der nachweislich mit dem Coronavirus infizierten Menschen in Baden-Württemberg ist auf mindestens 44.896 gestiegen. Das sind 286 Menschen mehr als am Vortag, wie aus Zahlen des Landesgesundheitsamtes vom Freitag (Stand: 16.00 Uhr) hervorgeht. Als genesen gelten 39.307 Menschen (plus 231). Damit sind aktuell schätzungsweise 3.722 Menschen akut infiziert (Donnerstag: 3.667). Die Zahl der Todesfälle im Zusammenhang mit dem Virus lag weiterhin bei 1.867. Der sogenannte Sieben-Tage-R-Wert wurde gleichbleibend mit 1,02 angegeben. Der Wert gibt an, wie viele Menschen ein Infizierter im Durchschnitt ansteckt.

Lehrer müssen im Lehrerzimmer Maske tragen

17:20 Uhr

Unmittelbar vor dem Schulstart hat das baden-württembergische Kultusministerium auf Anfrage darauf hingewiesen, dass die Pädagogen auch im Lehrerzimmer eine Maske tragen müssen. Die Corona-Verordnung der Landesregierung schreibe vor, dass an den weiterführenden und beruflichen Schulen alle Personen - und damit auch Lehrkräfte - auf den sogenannten Begegnungsflächen eine Mund-Nasen-Bedeckung nutzen müssten, teilte ein Sprecher mit. Das Lehrerzimmer sei eine Begegnungsfläche, wie auch Flure, Treppenhäuser, Toiletten oder Pausenhöfe. Dabei wird unterstellt, dass dort ein Mindestabstand zwischen den Lehrkräften nicht dauerhaft verlässlich eingehalten werden kann. "Ausgenommen von der Maskenpflicht sind lediglich die Unterrichtsräume."

Vereine fragen Corona-Hilfen nur vereinzelt ab

16:32 Uhr

Die Corona-Hilfsgelder der baden-württembergischen Landesregierung für Vereine werden derzeit noch zögerlich beantragt. Die Vereinsförderung der Landesregierung im Rahmen der Corona-Hilfe erfolgt über das Sozial-, Kultus- und Wissenschaftsministerium. Insgesamt stellen die drei Ministerien 34 Millionen Euro bereit. Von den zwölf Millionen Euro aus dem Sozialministerium sind bisher rund 600.000 Euro von etwa 50 Vereinen abgefragt worden. Das Kultusministerium stellt zwölf Millionen Euro vor allem für den Sportbereich zur Verfügung. Von den 11.000 Sportvereinen haben bisher 500 Gelder in Höhe von insgesamt rund sechs Millionen Euro beantragt. Lediglich im Bereich des Wissenschaftsministerium sind neun von den zehn Millionen Euro für kulturelle Vereine bereits bewilligt worden. Dass noch nicht so viele Vereine Fördergelder beantragt haben, liegt nach Einschätzung der Ministerien vor allem daran, dass zunächst alle Rücklagen aufgebraucht sein müssen, bis ein Verein einen Antrag stellen kann.

Gastwirt wollte halbe Million Euro Corona-Hilfe erschleichen

15:55 Uhr

Ein Gastwirt in Rottweil wollte sich offenbar an den Corona-Soforthilfen bereichern. Er steht im Verdacht, zwischen März und Juli 18 Hilfsanträge in Höhe von insgesamt 488.000 Euro gestellt zu haben, teilten Landeskriminalamt und Staatsanwaltschaft Rottweil mit. Dabei habe er Liquiditätsengpässe erfunden, hieß es weiter. Der 32-Jährige habe in den verschiedenen Anträgen immer Datenfelder verändert - etwa seinen Namen, den Namen der Gaststätte oder Unternehmensdaten. Seinen letzten Antrag stellte er zwei Tage nach einer Hausdurchsuchung durch die Kriminalpolizei. Mitarbeiter der Bewilligungsbehörde kamen dem Betrug auf die Schliche, der Mann sitzt jetzt in Untersuchungshaft.

Kretschmann wirbt für Einhaltung der Corona-Regeln zum Schulstart

14:08 Uhr

Vor dem Beginn des neuen Schuljahres am kommenden Montag hat Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne) die Schüler aufgefordert, wegen der Corona-Krise die Hygieneregeln einzuhalten. Denn auf einen Impfstoff müsse man erst einmal noch warten, sagte Kretschmann. Wie lange genau, wisse niemand, aber mindestens bis nächstes Jahr. "Deshalb müssen wir auch im neuen Schuljahr weiter vorsichtig sein." Für die Schüler bedeute das: "Ab der 5. Klasse müsst ihr in der Schule außerhalb des Unterrichts eine Maske tragen. Das macht keinen Spaß, aber es hilft, die Ausbreitung des Virus zu verhindern." Die Schüler könnten darüber hinaus noch mehr tun: etwa regelmäßig lüften, die Hände waschen und Abstand halten. Gleichfalls bat Kretschmann um Verständnis für die Lehrer durch die Schüler.

Wirtschaftsministerium unterstützt Start-ups

13:32 Uhr

Das baden-württembergische Wirtschaftsministerium hat bislang 30 junge Unternehmen mit sechs Millionen Euro unterstützt, weil sie infolge der Corona-Krise in eine finanzielle Notlage gekommen sind. Dass mutige Investoren in der Krise zurückhaltender geworden seien, dürfe sich für engagierte Gründer nicht zum Nachteil auswirken, sagte Wirtschaftsministerin Nicole Hoffmeister-Kraut (CDU). Nach der Krise werde man neben etablierten Unternehmen auch innovative Start-ups brauchen, die den Wirtschaftsstandort gestalteten und mit ihren Innovationen bereicherten. Das entsprechende Förderprogramm des Landes kann einen ersten Kapitalbedarf von bis zu 200.000 Euro abdecken, wovon 80 Prozent vom Land finanziert werden und 20 Prozent von privaten Co-Investoren stammen müssen, wie die CDU-Politikerin weiter mitteilte. In begründeten Ausnahmefällen könne der Zuschuss auch bis zu 400.000 Euro betragen. 20 weitere junge Firmen bemühten sich gerade noch um finanzielle Unterstützung durch das Land.

16 Infizierte in Behinderten-Einrichtung

12:50 Uhr

In einer Werkstatt für Menschen mit Behinderung in Heitersheim (Kreis Breisgau-Hochschwarzwald) gibt es inzwischen 16 Corona-Infizierte. Sie kommen zum allergrößten Teil aus einer Arbeitsgruppe, so eine Caritas-Sprecherin. So bestehe die Hoffnung, dass der Ausbruch begrenzt bleibt. Allerdings liegt ein Testergebnis bisher nur für knapp die Hälfte der rund 150 Beschäftigten mit und ohne Behinderung vor. Die Caritaswerkstätte wurde wegen des Corona-Ausbruchs bereits am Dienstag geschlossen.

Diakonie: Digitales Lernen benachteiligt arme Schüler

12:44 Uhr

Das Diakonische Werk Württemberg kritisiert zum Schuljahresbeginn, dass Kinder aus armen Familien oft vom digitalen Unterricht abgehängt seien. Ein digitaler Zugang zu Lerninhalten mit Hilfe entsprechender Technik gehöre zum Existenzminimum, sagte der Vorstandsvorsitzende der Diakonie, Dieter Kaufmann, laut einer Mitteilung. Ohne Unterstützung für diese Kinder vergrößere sich die Lücke zwischen Arm und Reich, es entstehe mehr Ausgrenzung. Es sei nicht sinnvoll, dass die Geräte nach der Schülerzahl und nicht nach dem tatsächlichen Bedarf an die Schulen verteilt werden, so Kaufmann. Außerdem befürchtet der Diakonie-Chef eine Stigmatisierung armer Schüler, weil die Schulen die Bedürftigkeit der Kinder prüfen sollen. Viele Familien würden aus Scham auf ihnen zustehende Sozialleistungen verzichten.

Kritik an mangelnder Zusammenarbeit im Dreiländereck

11:45 Uhr

Die grenzüberschreitende Zusammenarbeit im Dreiländereck hat sich in der Corona-Pandemie als nicht krisentauglich erwiesen. Zu diesem Schluss kommt der Verein Regio Basiliensis. Er ist von den Basler Kantonen mit der "kleinen Außenpolitik" beauftragt. Das Prinzip "Jeder für sich" funktioniere im Dreiländereck in Coronazeiten nicht, so die Präsidentin der Regio Basiliensis, Kathrin Amacker. Ihre Kritik: Es gebe keinen grenzüberschreitenden Krisenstab, keine abgestimmten Pandemie- und Katastrophenpläne und keine Übung für den Ernstfall. Die Regio Basiliensis fordert einen mehrsprachigen Informationskanal und eine Corona-App, die in Südbaden, dem Elsass und der Nordwestschweiz gleichermaßen funktioniert. Letzteres hat auch der Oberbürgermeister von Weil am Rhein (Kreis Lörrach), Wolfgang Dietz (CDU), gefordert.

Hölderlinjahr wird um sechs Monate verlängert

11:35 Uhr

Weil die Corona-Pandemie das Jubiläum zum 250. Geburtstag des Dichters Friedrich Hölderlin stark beeinträchtigt hat, wird das Festjahr nun verlängert: Bis Juni 2021 sollen zahlreiche Veranstaltungen nachgeholt werden, teilte das Deutsche Literaturarchiv in Marbach (Kreis Ludwigsburg) mit. Darauf hätten sich die Hölderlin-Orte Tübingen, Lauffen am Neckar (Kreis Heilbronn), Stuttgart, Heidelberg und das hessische Bad Homburg sowie Veranstalter und Ausstellungshäuser gemeinsam mit dem Literaturarchiv geeinigt. Insgesamt standen 700 Veranstaltungen auf dem Pogramm, das vom Literaturarchiv koordiniert wird. Zu den nächsten Ereignissen zählen die am 19. September beginnende Hölderlinfestwoche in Frankfurt am Main sowie Ausstellungseröffnungen im Kurpfälzischen Museum Heidelberg (16. September) und in der Württembergischen Landesbibliothek (12. Oktober). Abschluss ist dann Anfang Juni in Lauffen am Neckar am Todestag Hölderlins.

Tag des offenen Denkmals findet nur digital statt

11:25 Uhr

Der Tag des offenen Denkmals findet am Sonntag wegen Corona lediglich digital statt. Unter anderem wird eine neue virtuelle Denkmalkarte mit zahlreichen Links und Clips präsentiert. In Stuttgart gibt es laut Mitteilung des baden-württembergischen Wirtschaftsministeriums einen interaktiven Panoramarundgang durch die ehemalige IBM-Hauptverwaltung und in Ravensburg sind historische Theaterkulissen zu sehen. In Karlsruhe wird eine virtuelle Führung durch das Zentrum für Kunst und Medien angeboten, das in einer ehemaligen Munitionsfabrik untergebracht ist. Die Deutsche Stiftung Denkmalschutz koordiniert den Tag seit 1993 bundesweit. Der Aktionstag am zweiten Sonntag im September verzeichnete zuletzt mehr als drei Millionen Besucher.

500 Fans bei Heimspielen des SC Freiburg

8:05 Uhr

Der Sport-Club Freiburg darf die ersten Heimspiele der neuen Saison vor bis zu 500 Fans austragen. Das Konzept für die Partien gegen den VfL Wolfsburg am 27. September und Werder Bremen am 17. Oktober sei mit den zuständigen Behörden abgestimmt, so der Fußball-Bundesligist.

Freitag, 11. September 2020

Weitere Infos finden Sie hier:

Das Virus und die Folgen Archiv Live-Blog zum Coronavirus in Baden-Württemberg

Seit dem 10. März 2020 begleitet SWR Aktuell Baden-Württemberg für Sie die Lage im Land rund um das Coronavirus in einem Live-Blog. In unserem Archiv können Sie die Ereignisse multimedial nachverfolgen.

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