Coronavirus Liveblog für Baden-Württemberg

Das Coronavirus und die Folgen für das Land

Live-Blog zum Coronavirus in BW: Montag, 29. Juni 2020

Stand

Das Coronavirus bestimmt den Alltag der Menschen im Land. Im Live-Blog fassen wir die neuesten Entwicklungen rund um die Pandemie und die Lockerungen zusammen.

Das war der Montag in Baden-Württemberg

89 Neuinfektionen seit Samstag

18:53 Uhr

Das Coronavirus breitet sich in Baden-Württemberg weiterhin auf vergleichsweise niedrigem Niveau aus. Das Sozialministerium von Baden-Württemberg meldet für Samstag, Sonntag und Montag insgesamt 89 Neuinfektionen mit einem positiven Corona-Labortest. Damit sind seit Ausbruch der Corona-Pandemie insgesamt 35.630 Infektionen im Land nachgewiesen worden. Aktuell sind geschätzt noch 465 Menschen im Land mit dem Coronavirus infiziert. Seit Freitag ist außerdem ein weiterer Todesfall bekannt. Mindestens 1.830 Menschen mit einer nachgewiesenen Coronavirus-Infektion sind in Baden-Württemberg bislang verstorben.

Neu-Ulm: Fast 100 Menschen in Quarantäne

17:50 Uhr

Im bayerischen Landkreis Neu-Ulm am Rande der Schwäbischen Alb sind drei Schulkinder und ein Kindergartenkind positiv auf das Coronavirus getestet worden. Das Landratsamt Neu-Ulm informierte am Montagnachmittag über die Fälle. Insgesamt hat das Landratsamt 98 Kontaktpersonen der vier infizierten Kinder in Quarantäne geschickt.

Kretschmanns Facebook-Seite wieder abrufbar

16:52 Uhr

In einem Posting auf seiner Facebook-Seite hat der baden-württembergische Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne) unter anderem gesagt, die Corona-Pandemie sei noch nicht vorbei. Daraufhin gab es nach Angaben des Staatsministeriums tausende Kommentare von Verschwörungstheoretikern, die die Existenz der Corona-Pandemie abstritten. Es sei kein normaler Betrieb mehr möglich gewesen, deshalb wurde die Seite am vergangenen Samstag vorübergehend geschlossen. Seit Montagnachmittag ist sie wieder freigeschaltet.

Polizei löst mehrere illegale Partys auf

14:05 Uhr

Die Polizei hat am Wochenende in mehreren Städten in Baden-Württemberg illegale Partys in Discos aufgelöst. In Meßkirch (Kreis Sigmaringen) räumten die Beamten einen Club mit 200 Gästen. Nach Polizeiangaben trugen weder sie noch das Personal einen Mund-Nasen-Schutz. In Breisach (Kreis Breisgau-Hochschwarzwald) beendete die Polizei in der Nacht zum Samstag eine Party mit 80 Partygästen. Die Feiernden behaupteten laut Polizei, Gäste einer privaten Geburtstagsveranstaltung zu sein. Die Ermittlungen ergaben allerdings, dass sie Eintritt für den Discobesuch gezahlt hatten. Auch in Pforzheim löste die Polizei zwei illegale Partys in einem Club und in einer Gaststätte auf. Alle Betreiber müssen nun mit einer Anzeige rechnen.

Keine Corona-Tests für alle in Baden-Württemberg

13:25 Uhr

Baden-Württembergs Landesregierung plant derzeit keine flächendeckenden Corona-Tests, wie sie Bayern angekündigt hat. Das teilte das Gesundheitsministerium dem SWR mit. Es beruft sich nach eigenen Angaben auf eine Mehrheit von Experten. Diese seien weiterhin für eine gezielte Testung etwa für bestimmte Berufsgruppen oder im Umfeld von lokalen oder regionalen Ausbrüchen. Bayern hatte angekündigt, als erstes Bundesland Corona-Tests für alle einzuführen - auch für Menschen ohne Symptome und ohne besonders hohes Infektionsrisiko. Dafür übernimmt das Land die Kosten, die nicht von der Krankenkasse getragen werden.

Boris Palmer schlägt Pflicht zur Corona-App vor

10:54 Uhr

Tübingens Oberbürgermeister Boris Palmer (Grüne) hat auf seiner Facebook-Seite Überlegungen geäußert, die freiwillige Corona-App der Bundesregierung zu einer Pflicht für Teilnehmer größerer Versammlungen zu machen. Dies wäre gleichwertig zur Pflicht der Gastronomen zur Datenaufnahme und sogar effizienter, so Palmer. Wer die App nicht nutzen wolle, könne solche Ansammlungen meiden. Auslöser seiner Überlegungen ist eine Marketing-Aktion für die Tübinger Innenstadt. Die war in der vergangenen Woche so gut besucht, dass man nach Angaben von Beobachtern stellenweise nicht ohne Hautkontakt aneinander vorbeikam.

Streckenmaut in Österreich jetzt digital

10:42 Uhr

Wer in Österreich Urlaub macht oder auf der Durchreise Richtung Italien ist, muss vorerst nicht mehr an den Mautstellen anhalten. Die Autobahngesellschaft Asfinag hat wegen der Corona-Pandemie eine digitale Streckenmaut eingeführt, die kontaktloses Bezahlen ermöglicht. Für das Angebot müssen Autofahrer sich online registrieren - wegen einer österreichischen Verbraucherschutzvorschrift 18 Tage vor der Fahrt. Das gilt auch für die digitale Vignette für die Autobahnen.

Baden-Württemberg besonders von Kurzarbeit betroffen

7:40 Uhr

Kurzarbeit durch die Corona-Krise hat vor allem Regionen mit einem hohen Anteil von Unternehmen aus der Autoindustrie, der Metall- und Elektroindustrie sowie Urlaubsgebiete getroffen. Viele Regionen in Baden-Württemberg liegen beim Anteil der Kurzarbeit daher über dem bundesweiten Durchschnitt. Das zeigt eine Analyse für die gewerkschaftsnahe Hans-Böckler-Stiftung. Im Kreis Böblingen (mit dem Daimler-Standort Sindelfingen) waren im April zum Beispiel fast 46 Prozent der Beschäftigten in Kurzarbeit. In der Tourismusregion Breisgau-Hochschwarzwald lag der Anteil bei über 41 Prozent. Zum Vergleich: In Freiburg war im April weniger als jeder vierte Beschäftigte in Kurzarbeit, bundesweit lag der Durchschnitt bei 31 Prozent.

Anträge auf Corona-Hilfe für Hotels und Gastro ab Mittwoch möglich

7:23 Uhr

Wirtschaftsministerin Nicole Hoffmeister-Kraut und Tourismusminister Guido Wolf (beide CDU) informieren am Nachmittag über die "Stabilisierungshilfe" für die Tourismus- und Gastronomiebetriebe im Land. Ab Mittwoch soll die Antragsstellung dafür möglich sein. Baden-Württemberg plant mit einem Budget von 330 Millionen Euro. Das Hilfspaket sieht vor, dass betroffene Betriebe im Anschluss an die bisherige Corona-Soforthilfe einmalig weitere 3.000 Euro sowie 2.000 Euro für jeden in Vollzeit beschäftigten Mitarbeiter beantragen können.

Wieder Regelbetrieb in Kitas und Grundschulen

6:39 Uhr

Heute öffnen Kitas und Grundschulen in Baden-Württemberg wieder vollständig - allerdings mit Einschränkungen. Demnach sollen an den Kitas die Betreuungsgruppen getrennt bleiben. Dazu werden Kita-Beginn, Essenszeiten und Aufenthalte im Freien versetzt geregelt. Abstandsregeln für Kinder gibt es nicht, Erwachsene sollen diesen untereinander einhalten. In den Grundschulen beginnt der Unterricht zeitversetzt. Unterrichtsschwerpunkte sollen Deutsch, Mathematik und Sachkunde sein, Sport und Musik gibt es in diesem Schuljahr nicht mehr. Kinder, die aus gesundheitlichen Gründen nicht in die Schule kommen möchten, sollen weiter zu Hause unterrichtet werden. Kultusministerin Susanne Eisenmann (CDU) sieht dies als weiteren Schritt Richtung Normalität, die Lehrergewerkschaft GEW äußerte Kritik.

Gymnasium in Bretten wegen mehreren Coronafällen geschlossen

6:32 Uhr

Am Edith-Stein-Gymnasium in Bretten (Kreis Karlsruhe) sind drei Schüler und eine Lehrerin positiv auf das Coronavirus getestet worden. Laut Stadtverwaltung gibt es deshalb bis Mittwoch kein Präsenzunterricht an der Schule. "Stattdessen wird der bisher praktizierte, digitale Fernlernunterricht wieder aufgenommen", erklärte Schulleiter Daniel Krüger in einer Mitteilung. Bereits in der vergangenen Woche seien die Schüler des betroffenen Kurses und weitere Schüler getestet worden. Die Ergebnisse weiterer Tests sollen am Dienstag vorliegen. Das Gesundheitsamt will jetzt untersuchen, wo der Ursprung der Infektionen liegt.

Montag, 29.6.

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Das Virus und die Folgen Archiv Live-Blog zum Coronavirus in Baden-Württemberg

Seit dem 10. März 2020 begleitet SWR Aktuell Baden-Württemberg für Sie die Lage im Land rund um das Coronavirus in einem Live-Blog. In unserem Archiv können Sie die Ereignisse multimedial nachverfolgen.

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SWR