Demonstranten der AfD stehen auf dem Stuttgarter Marktplatz und halten ein Banner. (Foto: SWR)

Großes Polizeiaufgebot

Viel Gegenwind für AfD-Demonstration in Stuttgart

STAND

Eine Demonstration der AfD am Samstagnachmittag in der Stuttgarter Innenstadt hat viele Gegendemonstranten mobilisiert. Die Polizei trennte beide Lager.

Eine Demonstration der Alternative für Deutschland (AfD) in der Stuttgarter Innenstadt und mehrere Gegenveranstaltungen haben am Samstagnachmittag für einen Großeinsatz der Polizei gesorgt. Der Landesvorstand der AfD Baden-Württemberg hatte zu einer Kundgebung aufgerufen unter dem Motto "Wehrt euch gegen Armut, Not & Kälte". Mit 1.000 Teilnehmenden rechnete die AfD. Gekommen waren nach Polizeiangaben aber weniger als die Hälfte. Die Polizei war mit einem Großaufgebot und zwei Wasserwerfern vor Ort. Eingesetzt wurden diese nicht.

Video herunterladen (6,9 MB | MP4)

AfD fordert eine bessere Energiepolitik

Gastredner bei der Kundgebung waren die AfD-Bundes- und Landtagsabgeordneten Dirk Spaniel, Rüdiger Klos, Emil Sänze und Markus Frohnmaier. Die AfD fordert unter anderem ein Ende der Inflation und der Sanktionen gegen Russland sowie eine bessere Energiepolitik der Bundesregierung. 

"Die Inflation ist durch die EZB und die Geldpolitik stark beeinflusst und auch durch die Energiepolitik der Bundesregierung. Wenn diese keinen gesunden Energiemix betreiben will und ganz einseitig unsere Energie auf Erneuerbare ausrichtet, dann erleben wir diese Energieknappheit, die wir heute haben."

Mehrere Gegendemos - vor allem aus dem linken Spektrum

Zu Gegendemonstrationen hatten die Gewerkschaft ver.di, das Bündnis "Aufstehen gegen Rassismus Stuttgart" und Privatpersonen aufgerufen. Mehrere Hundert Gegendemonstranten und -demonstrantinnen versammelten sich laut Polizei vor dem Marktplatz.

Polizei sammelt sich vor AfD-Demonstration auf dem Stuttgarter Marktplatz (Foto: SWR)
Polizei war mit einem Großaufgebot vor Ort.

Ordnungsbürgermeister "unglücklich" über Zeitpunkt der Demos

Stuttgarts Bürgermeister für Sicherheit, Ordnung und Sport, Clemens Maier, kritisierte gegenüber dem SWR den Zeitpunkt der Demonstrationen: "Wir sind nicht glücklich damit, dass die Partei meint, sich an einem Samstagnachmittag mit knapp 400 Gleichgesinnten ausgerechnet auf dem Marktplatz zusammenfinden zu müssen." Den Anmeldern sei klar gewesen, dass die Händler auf den Umsatz angewiesen seien und eine Demo im Herzen der Stadt großes Störpotential habe. Unglücklich sei man auch "mit der bewussten Eskalation und der Blockadeaktion der Gegendemonstranten", so Maier.

Rund 90 Personen kurzzeitig eingekesselt

Nach dem Ende der Kundgebung behinderten Gegendemonstranten laut Polizei den Bühnen-Lkw der AfD bei der Ausfahrt vom Marktplatz. Dabei hätten mehrere Dutzend Menschen eine Straße blockiert, hieß es. Da sie die Fahrbahn nicht verlassen hätten, seien sie kurzzeitig eingekesselt worden, um ihre Personalien festzustellen. Insgesamt sei die Stimmung friedlich gewesen, so die Polizei.

Mehr zu AfD Demonstrationen

Reutlingen

Angriff auf berittene Polizei AfD-Empfang Reutlingen: kaum Zwischenfälle

Beim Herbstempfang der AfD in Reutlingen gab es weniger Störungen als in der Vergangenheit. Laut Polizei blockierten Demonstranten den Zugang und griffen ein Pferd an.  mehr...

SWR4 BW am Samstagmorgen SWR4 Baden-Württemberg

Sorge vor Extremisten BW-Verfassungsschutz erwartet mehr politische Demos

In Ostdeutschland protestieren Tausende gegen die Politik der Bundesregierung. Der Verfassungsschutz fürchtet, dass Sorgen auch in BW durch "Querdenker" und Rechte vereinnahmt werden könnten.  mehr...

Guten Morgen Baden-Württemberg SWR1 Baden-Württemberg

Tagesgespräch Ostbeauftragter Schneider: AfD-Erfolge sind kein ostdeutsches Phänomen

Carsten Schneider (SPD), Staatsminister und Beauftragter der Bundesregierung für Ostdeutschland, warnt davor, Wahlerfolge der AfD nur als ostdeutsches Phänomen zu sehen. Das sagte er mit Blick auf das Wahlergebnis in Niedersachsen, wo die AfD einen deutlichen Stimmenzuwachs erzielen konnte. Schneider sagt im SWR Tagesgespräch, dass viele Entwicklungen in West- und Ostdeutschland ähnlich seien - im Osten aber manchmal einen besonderen Ausschlag hätten: "Manche Dinge sind bei uns in der Entwicklung ein bisschen früher, manche sind intensiver weil die Betroffenheit größer ist. Manche sind auch signifikant, aber es sind mehr oder weniger große Strömungen in einem gesamten deutschen Land, das sich verändert hat seit der Wiedervereinigung. Das ist kein ‘Westdeutschland plus’, sondern ein gesamtdeutsches neues Land und es hilft nichts, bei dem Problem nur auf den Osten zu zeigen."
Mit dem Jahresbericht zum Stand der Deutschen Einheit - über den heute im Bundestag debattiert wurde - wolle Schneider die Menschen stärken, die sich den Rechten stellten: "Es ist bedeutend schwieriger in einem Umfeld, wo die Rechten Stammtischhoheit haben, als Demokrat, als Linker, Liberaler oder auch Konservativer aktiv zu sein. Und diese Menschen stärke ich, indem ich ihnen ein Gesicht gebe."  mehr...

SWR2 Aktuell SWR2

STAND
AUTOR/IN
SWR