Gespräch

Schauspiel für junges Publikum: „Theater müssen aufgreifen, was Jugendliche bewegt"

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INTERVIEW
Wilm Hüffer

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Wie kann man das Publikum der Zukunft für die Bühnen begeistern?

Die Jugendsparten der Schauspielhäuser hätten viel zu spät verstanden, dass sie an ihrem Zielpublikum vorbei spielen, sagt Lena Riemer vom Festival Augenblick mal! für junges Publikum. Das ändere sich seit einigen Jahren und sei auch notwendig, denn Jugendliche seien das Publikum der Zukunft.

Doch wie kann man das Nachwuchspublikum für die Bühnen begeistern? Riemer fordert: „Es braucht viel mehr Partizipation, also viel mehr Jugendliche, die sich an der Gestaltung des Theaters beteiligen." Einiges davon werde auch schon ausprobiert: Beispielsweise Schulklassen, die zu Proben eingeladen werden und deren Feedback in die Inszenierung einfließe. Oder Jugendbeteiligungsräte, die den Spielplan mitgestalten könnten.

„Das Schlimmste ist, wenn Langeweile aufkommt"

Am besten aber komme Jugend- und Kindertheater an, wenn es sich um Stoffe auf die Bühne handele, die die Jugendlichen bewegten, wenn es also um Themen wie Klimawandel und Diskriminierung gehe. „Das Schlimmste ist, wenn Langeweile aufkommt. Warum sitze ich eigentlich hier? Was hat das mit mir zu tun?", so Riemer.

Gerade bei der Vermittlungsarbeit begegneten ihr noch einige Hürden, erzählt Lena Riemer. „Erwachsene vergessen schnell, dass sie eine akademische Perspektive auf das Theater haben, dass sie Theater ganz anders betrachten, als Kinder und Jugendliche das tun."

Aber man könne es nicht immer allen recht machen, sagt Riemer: „Stücke, die ältere Besucher verschrecken, können ihre Relevanz haben. Denn ehrlich gesagt ist das jüngere Publikum das Publikum von Morgen."

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