Moselschleife (Foto: picture-alliance / Reportdienste, Andreas Vitting)

Bisher immer in CDU-Hand

Bundestagswahl 2021 in Rheinland-Pfalz: Wahlkreis 200 Mosel/Rhein-Hunsrück

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Von der Mosel bis zum Rhein zieht sich der Bundestagswahlkreis Mosel/Rhein-Hunsrück. Bislang konnte dort immer die CDU gewinnen. Diesmal tritt ein neuer CDU-Kandidat an.

Die politische Ausgangslage

Die Menschen an der Mittelmosel und im Hunsrück wählen mehrheitlich schwarz - das ist fast eine Art "Tradition" im Wahlkreis Mosel/Rhein-Hunsrück. Seit 1949 konnte dort die CDU immer das Direktmandat gewinnen. Seit 1990 war Peter Bleser aus Brachtendorf (Landkreis Cochem-Zell) Mitglied im Deutschen Bundestag. Bei allen Wahlen wurde er als Abgeordneter direkt ins Parlament gewählt.

Bei der diesjährigen Bundestagswahl steht ein neuer Name auf dem Wahlzettel neben der CDU: Marlon Bröhr. Der Landrat des Rhein-Hunsrück-Kreises soll für die CDU im Wahlkreis Mosel/Rhein-Hunsrück in den Bundestag einziehen. Er wurde vom CDU-Kreisverband mit großer Mehrheit nominiert. Wird er gewählt, müsste Marlon Bröhr sein Amt als Landrat im Rhein-Hunsrück-Kreis aufgeben.

Carina Konrad aus Simmern sitzt für die FDP seit 2017 im Bundestag und vertritt dort ebenfalls den Wahlkreis Mosel/Rhein-Hunsrück. Die Diplom-Ingenieurin wurde bei der Bundestagswahl 2017 über die Landesliste in den Bundestag gewählt. Sie will erneut ins Parlament und tritt wieder für die FDP als Direktkandidatin an.

Die größten Herausforderungen vor der Bundestagswahl

Ein wichtiges Thema - wie in allen ländlichen Gebieten - ist die medizinische Versorgung. Viele Hausarzt-Praxen im Hunsrück schließen, weil der Landarzt in den Ruhestand geht und sich keine Nachfolgerin oder keinen Nachfolger findet. Viele Menschen auf dem Land müssen bis nach Koblenz oder Trier zum Facharzt fahren.

Parteiübergreifend setzen sich Politiker im Wahlkreis Mosel/Rhein-Hunsrück für schnelles Internet und eine bessere Mobilfunkversorgung ein. Es gibt im Hunsrück immer noch Orte, die im Funkloch liegen oder über kein schnelles Internet verfügen.

Die Direktkandidatinnen und Direktkandidaten

  • CDU: Dr. Marlon Bröhr (47)

Der Landrat des Rhein-Hunsrück-Kreises ist eigentlich von Beruf Zahnarzt. 2007 wechselte er in die Politik, nachdem er die Wahl zum Bürgermeister der Verbandsgemeinde Kastellaun gewonnen hatte. 2009 wurde er zusätzlich zum Stadtbürgermeister von Kastellaun gewählt. 2014 gewann er die Wahl zum Landrat im Rhein-Hunsrück-Kreis. Bröhr tritt als CDU-Direktkandidat die Nachfolge von Peter Bleser an, der aus Altersgründen aufhören will. Bröhr ist verheiratet und hat zwei Kinder.

  • SPD: Michael Maurer (62)

Michael Maurer ist seit 2009 SPD-Fraktionschef im Kreistag des Rhein-Hunsrück-Kreises und seit 2018 stellvertretender SPD-Kreisvorsitzender. Er ist ausgebildeter Redakteur und arbeitete viele Jahre bei der Rhein-Zeitung. 2005 wechselte der Hunsrücker hauptberuflich in die Politik und war zunächst Medienreferent und Landesgeschäftsführer beim SPD-Landesverband Rheinland-Pfalz. Seit 2016 arbeitet er für das Innenministerium. Maurer hat zwei Kinder und wohnt in Simmern.

  • Grüne: Julian Joswig (27)

Die Chancen stehen gut, dass der 27-Jährige aus Boppard ab Herbst im Bundestag sitzt. Er wurde bei der Aufstellung der Landesliste für die Bundestagswahl auf den aussichtsreichen Listenplatz 6 gewählt. Joswig studierte Wirtschafts- und Verwaltungswissenschaften sowie Diplomatie und Sicherheitspolitik. Er arbeitet als Projektentwickler für Bundesbehörden und Ministerien, unter anderem in den Bereichen Nachhaltigkeit und Verwaltungsmodernisierung.

  • FDP: Carina Konrad (38)

Die Diplom-Ingenieurin sitzt seit 2017 im Bundestag. Sie ist stellvertretende Vorsitzende des Ausschusses für Ernährung und Landwirtschaft. 2016 wurde sie FDP-Kreisvorsitzende im Rhein-Hunsrück Kreis. Zusammen mit ihrer Familie bewirtschaftet sie einen landwirtschaftlichen Betrieb. Konrad hat drei Kinder und ist verheiratet. Sie kommt aus Simmern.

  • Freie Wähler: Heinz Alfred Wößner (70)

Der Diplom-Kaufmann aus Konz ist seit mehr als 30 Jahren kommunalpolitisch tätig, als Ortsbeirat, Verbandsgemeinderat und ehrenamtlicher Beigeordneter. Er möchte kommunale Interessen und Bürgerbedürfnisse stärker im Bund einbringen. Wößner ist verheiratet und hat ein Kind.

  • AfD: Dr. Harald Bechberger (69)

Der Studienleiter in Rente wohnt in Boppard. Seine Schwerpunktthemen sind Familienpolitik, Bildung und Gesellschaft.

  • ÖDP: Erik Hofmann (35)

Erik Hofmann ist zweiter stellvertretender Landesvorsitzender der ÖDP und Sprecher für Jugend und Digitales. Er ist Winzer mit eigenem Weingut und wohnt in Traben-Trarbach an der Mosel.

  • dieBasis: Wolfgang Link (60)

Der Holztechniker wohnt in Zell an der Mosel.

  • Volt: Detlef Barsuhn (68)

Der Diplom-Ingenieur Maschinenbau ist inzwischen Rentner. Er wohnt in Mörsdorf.

  • Wahlrechtsreform: Hermann Krämer (69)

Der Pensionär lebt in Vogelsang-Warsin in Mecklenburg-Vorpommern.

Die Top-Themen im Wahlkampf

Die Entwicklung am Flughafen Hahn im Hunsrück ist ein Dauerthema im Wahlkreis Mosel/Rhein-Hunsrück. Der Airport gehört inzwischen zu 82 Prozent dem chinesischen Großkonzern HNA und zu gut 17 Prozent dem Land Hessen. Vom Hahn gab es in den vergangenen Jahren immer wieder negative Schlagzeilen: Die Passagierzahlen gehen ständig nach unten, die Fluggesellschaft Ryanair fliegt immer seltener vom Hunsrück aus. Immerhin: Das Frachtgeschäft am Hahn legt zu.

Die vor etwa einem Jahr begonnenen Ermittlungen der Staatsanwaltschaft Koblenz am Flughafen Hahn sind noch lange nicht abgeschlossen. "In diesem Jahr ist nicht mehr mit einem Verfahrensabschluss zu rechnen", teilte die Behörde mit. Nach einer Razzia im Juli 2020 bei "sechs am Flughafen Hahn tätigen Gesellschaften" hatte die Staatsanwaltschaft zusammen mit der Steuerfahndungsstelle des Finanzamtes Trier gegen drei "Verantwortliche" Ermittlungen aufgenommen.

Ein Schock für die 400 Angestellten, aber auch für die ganze Region war Ende vergangenen Jahres die Schließung der Loreley-Kliniken in St. Goar und Oberwesel. Die Schließung der beiden Loreley-Kliniken reißt ein Loch in die medizinische Versorgung am Mittelrhein. Politikerinnen und Politiker aller Parteien setzen sich daher für eine Stärkung des Gesundheitswesens in der Region ein.

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