Höchster Berg in Rheinland-Pfalz

Kein Ski-Betrieb: Was ist los am Erbeskopf?

Stand

Von Autor/in Maximilian Storr

Am Erbeskopf stehen den ganzen Winter die Lifte still. Skifahrer müssen woanders auf die Piste. Das müsste nicht sein, sagen Experten und sorgen sich um die Zukunft des Erbeskopf.

Die Pisten sind grün am Erbeskopf im Hunsrück, die Schneekanonen laufen nicht. Am höchsten Berg in Rheinland-Pfalz wurde in diesem Jahr zwar schon gerodelt, Ski gefahren allerdings nicht.

Dabei wäre das möglich gewesen, sagt Klaus Hepp. Der 75-Jährige war 25 Jahre lang Betriebsleiter am Erbeskopf.

Es hätte den Mut gebraucht, bei Zeiten zu beschneien.

Er sei dem Berg immer noch sehr verbunden und verfolge die Entwicklungen. Hepp glaubt, dass der zuständige Zweckverband am Erbeskopf in den letzten Wochen die Schneekanonen hätte anwerfen können.

25 Jahre lang war Klaus Hepp Betriebsleiter am Erbeskopf. Aus seiner Sicht hätten die Skifahrer diesen Winter dort auf ihre Kosten kommen können.
25 Jahre lang war Klaus Hepp Betriebsleiter am Erbeskopf. Aus seiner Sicht hätten die Skifahrer diesen Winter hier auf ihre Kosten kommen können.

"Bei den Begebenheiten in dieser Saison wären durchaus fünf bis sechs Skitage drin gewesen", sagt Hepp und erklärt weiter: "Es hätte aber den Mut gebraucht bei Zeiten zu beschneien."

Skiverband Rheinland sorgt sich um Erbeskopf

Ab Mitte Januar wären die Nächte kalt genug gewesen, um die Piste mit Kunstschnee zu präparieren, sagt Hepp. Das sieht auch Joachim Klein so. Klein ist Präsident des Skiverbandes Rheinland. Zudem seien im nördlichen Rheinland-Pfalz schon in einigen Skigebieten die Lifte gelaufen. Zum Beispiel in der Eifel (Skigebiet Hohe Acht) oder im Westerwald am Salzburger Kopf.

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Er sorge sich um das größte Skigebiet in Rheinland-Pfalz, das für den Skiverband sehr wichtig sei. Bereits in der vergangenen Wintersport-Saison waren am höchsten Berg des Landes die Lifte nicht gelaufen.

Bürgermeisterin wehrt sich gegen Kritik

Die verantwortliche Bürgermeisterin der Verbandsgemeinde Thalfang, Vera Höfner (CDU), schätzt die Situation am Erbeskopf anders ein. Es habe in den vergangenen beiden Wochen keinen Schnee und keine konstanten Frosttemperaturen gegeben.

Nach Abstimmung mit dem jetzigen Betriebsleiter seien die Schneekanonen deshalb nicht angeworfen worden. Der Zweckverband wolle einen naturverträglichen Tourismus und keine grünen Pisten beschneien.

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Erbeskopf könnte privatisiert werden

Am Erbeskopf werden für den Betrieb der Pisten bisher öffentliche Gelder genutzt. Das könnte sich künftig aber ändern. Bekannt ist, dass der Zweckverband bereit wäre, die technischen Anlagen wie Lifte und Schneekanonen am Erbeskopf an private Unternehmen abzugeben.

Nach SWR-Informationen plant der Zweckverband die Anlagen noch in diesem Jahr in einer Ausschreibung anzubieten. Bürgermeisterin Höfner wollte das auf SWR-Anfrage nicht bestätigen, sagte aber: "Wir prüfen verschiedene Möglichkeiten."

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Ex-Betriebsleiter Klaus Hepp fände es gut, wenn am Erbeskopf künftig ein privater Investor den Betrieb übernehmen würde. "Der kann im Zweifel viel schneller reagieren als ein öffentliches Gremium." Hepp ist sich sicher, dass der Erbeskopf so als Wintersportgebiet in den nächsten 15 Jahren eine Zukunft hätte.

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