Der Grund, warum die Kreiznacher Narrefahrt kurzzeitig auf der Kippe stand, waren finanzielle Probleme. Nach Angaben der Zugmarschallin Cornelia Christmann-Faller können die Poller, die jahrelang als Sicherheitsbegrenzung dienten, nicht mehr genutzt werden.
Die Beton-Poller hatte der Bauhof der Stadt selbst angefertigt. Jetzt hatte sich aber herausgestellt, dass diese keinen TÜV haben und nicht mehr verwendet werden dürfen. Sollte etwas passieren, sei die Frage der Versicherung ungeklärt. Um neue anzuschaffen, fehlt dem Verein und der Stadt aber das Geld. Hinzu komme, dass die Stadt wegen der schlechten Haushaltslage plane, in diesem Jahr weniger Geld für die Narrefahrt auszugeben, so die Zugmarschallin.
Lkw sollen am Umzug Zufahrten versperren
Wie Christmann-Faller mitteilt, hat sich nun aber eine Lösung gefunden. Ein Unternehmer aus der Region hat sich gemeldet und seine Hilfe angeboten. Er habe ein Transportunternehmen und stelle seine Lkw kostenlos als Zufahrtssperre zur Verfügung. Zusätzlich würde es aber auch wieder einige Poller geben. Die sollen dann von externen Firmen angemietet werden.
Von wem die Lkw gefahren werden, werde noch geklärt, so Christmann-Faller. Darüber sei die Stadt mit dem Unternehmer gerade in Gesprächen.
Große Erleichterung bei Kreiznacher Narrefahrt
Die elf Bad Kreuznacher Fastnachtsvereine seien sehr erleichtert, dass die Kreiznacher Narrefahrt stattfinden kann. Schließlich würde man sich schon seit Monaten darauf vorbereiten.
Ich bin super erleichtert, dass wir jetzt da weitermachen können, wo wir schon angefangen haben.
Ein weiterer Aspekt sei, dass die Vereine auf die Einnahmen vom Umzug und vom Narrenkäfig an Altweiber angewiesen sind. "Wir brauchen das Geld unter anderem für den Wagenbau. Wir haben ja immer sehr aufwendige Wagen", so die Zugmarschallin.
Trotz aller Freude dürfe man nicht vergessen, dass man im nächsten Jahr wieder vor demselben Problem stehe: "Wir haben jedes Jahr die gleichen Probleme. Wir müssen also nach der Veranstaltung direkt schauen, wie es im nächsten Jahr aussieht", sagt Christmann-Faller.

Vereine und Privatpersonen helfen Fastnachtsverein finanziell
Neben dem Transportunternehmen hätten sich auch einige andere Vereine und Institutionen gemeldet, die helfen wollten. "Ich hatte auch einen Anruf von einem Landverein, der seine Traktoren angeboten hat", erzählt Cornelia Christmann-Faller. Aufgrund der Versicherungsfrage hätte der Verein das Angebot aber nicht annehmen können.
Dass der Verein so viel Unterstützung bekommt, freue die Mitglieder natürlich sehr. Nachdem nun auch klar sei, dass die Kreiznacher Narrefahrt wie geplant am 1. März stattfinden kann, könne der Verein jetzt auch die Verträge mit beispielsweise Securityfirmen oder Bühnentechnikern abschließen.
Kreiznacher Narrefahrt und Narrenkäfig kosten rund 200.000 Euro
Die Kreiznacher Narrefahrt ist einer der größten Fastnachtsumzüge in der Region Rheinhessen/Nahe. Jedes Jahr kommen etwa 50.000 Narren und Närrinnen in die Kurstadt, um zu feiern. Zusammen mit dem Narrenkäfig an Altweiber kostet das den Verein nach eigenen Angaben rund 150.000 Euro im Jahr. Hinzu kämen für den Umzug noch einmal rund 55.000 Euro von der Stadt.