Nosferatu-Spinne (Foto: SWR)

Nichts für schwache Nerven

Familie aus Ludwigshafen hat giftige Nosferatu-Spinnen im Haus

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Oliver Bemelmann

Eigentlich lebt die Nosferatu-Spinne im Mittelmeerraum. Inzwischen haben es sich einige der bis zu 8 Zentimeter großen Tiere aber auch in der Pfalz gemütlich gemacht - auch bei einer Familie in Ludwigshafen.

Die Nosferatu-Spinne wandert immer weiter in den Norden. 2005 ist sie erstmals in Deutschland aufgetaucht, inzwischen macht sie sich auch zunehmend in der Pfalz breit. Sehr zum Ärger von Familie Jesberger aus Ludwigshafen: In deren Haus scheint sich die Spinne offenbar ziemlich wohl zu fühlen.

Die Nosferatu-Spinne wird bis zu 8 Zentimeter lang und damit größer als viele heimische Spinnen. Im März hat sich zum ersten Mal ein Exemplar ins Haus von Stefan und Ulrike Jesberger in Ludwigshafen eingeschlichen.

Das Haus der Jespergers in Ludwigshafen. Die Familie vermutet, dass die Nosferatu-Spinnen vom Garten herein kommen. (Foto: SWR)
Das Haus der Familie Jesberger in Ludwigshafen - hier fühlen sich die Nosferatu-Spinnen offensichtlich wohl

Ludwigshafen: Nosferatu-Spinne saß direkt über der Haustür

Stefan Jesberger weiß noch genau, wo er die erste Nosferatu-Spinne gesehen hat: "Genau über der Haustür. Irgendwie muss sie da reingekommen sein. Das war auch schon eine recht große, also schon respekteinflößend für eine Spinne bei uns in der Gegend. Fast jeden zweiten Tag war dann so ein Exemplar im Haus."

Seine Frau Ulrike sagt: "Das war absolut Horror. Wie in so einem Film."

Familie in der Pfalz erlebt Alptraum

15 große Spinnen hatten sie inzwischen schon im Haus. Ulrike Jesberger hat in ihrem Schlafzimmer sogar ein ganzes Spinnen-Nest entdeckt: "Ich bin abends ins Bett, schaue an die Tür, und denke, mmh, was ist denn da? Und dann sehe ich, dass da ganz viele kleine Babyspinnen laufen. Ich hab die Tür aufgemacht, dann waren die auch im Hausgang. So 30 Stück waren das, die haben sich auch von der Decke abgeseilt."

Nosferatu-Spinnen breiten sich in der Pfalz aus

Berichte wie dieser sind für Katharina Schneeberg Gold wert. Die Zoologin vom Naturkundemusem in Bad Dürkheim untersucht seit mehr als einem Jahr, wie stark die Spinnenart in der Pfalz verbreitet ist. Mehr als 500 Menschen haben sich bereits bei ihr gemeldet: "Die Spinne scheint hier tatsächlich etabliert zu sein. Sie wird im Sommer gefunden, genauso wie im Winter und auch im Frühjahr. Das heißt, dass sie auch überwintert."

Die meisten Tiere scheint es in der Vorderpfalz zu geben, aber auch südlich der Pfalz bis Karlsruhe werden Nosferatu-Spinnen entdeckt. Die Spinnenart scheint Städte zu bevorzugen, so die Zoologin. Die meisten Tiere wurden in Speyer und Ludwigshafen entdeckt.

Nosferatu-Spinnen sind giftig - aber für Menschen ungefährlich

Zoropsis spinimana - so ihr Fachname - stammt aus dem Mittelmeerraum und ist vermutlich mit Touristen hierhergekommen. Wegen des Klimawandels fühlt sie sich jetzt hier wie zuhause.

Sie ist giftig, für Menschen aber ungefährlich, sagt Expertin Schneeberg: "Es gab auch schon einige Bisse, von denen mir berichtet wurde, die allerdings alle entstanden sind, als die Spinne sich bedroht fühlte. Die kommt nicht aus der Ecke gesprungen und beißt zu, wie man das vielleicht manchmal meinen könnte. Die Bisswirkung ist eher schwach. Meist wurde es verglichen mit einem Mückenstich."

Nosferatu-Spinne heißt sie hierzulande übrigens, weil ihr Rückenmuster an den gleichnamigen Blutsauger aus dem Film aus dem Jahr 1922 erinnern soll. Der Stummfilm handelt von einem Vampir aus den Karpaten und gilt als einer der ersten Horrorfilme überhaupt.

Das Rückenmuster der Spinne soll an den Blutsauger Nosferatu erinnern - daher ihr Name: Nosferatu-Spinne. (Foto: SWR)
Das Rückenmuster der Spinne soll an den Blutsauger Nosferatu erinnern - daher ihr Name

Familie aus Ludwigshafen lebt mit Nosferatu-Spinnen

Ulrike und Stefan Jesberger haben ihren Horror inzwischen verwunden und rätseln, warum die Spinne ihre Nachbarn offenbar verschont und nur zu ihnen kommt. Stefan Jesberger sagt: "Ich habe persönlich auch keine Angst vor Spinnen. Ich nehme die in der Regel auch in die Hand und trage sie weg und lasse irgendwo wieder frei."

Vielleicht kommen die Spinnen also aus purer Dankbarkeit direkt wieder zurück zu den Jesbergers.

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