Spielen unmöglich: Der Fußballplatz des SV Marsburg im Kreis Cochem Zell ist völlig vertrocknet. (Foto: SWR)

Wochenlanges Bewässerungsverbot

Trockenheit zerstört Fußballplätze im Kreis Cochem-Zell

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Seit Juli dürfen Sport-und Spielplätze im Kreis Cochem-Zell wegen der Wasserknappheit nicht mehr bewässert werden. Für die Vereine wird das immer mehr zum Problem.

Vereinspräsident Manfred Krämer läuft kopfschüttelnd über den einst idyllisch gelegenen Naturrasenplatz in Masburg. Aktuell gleicht der Fußballplatz des SV Masburg einer Steppenlandschaft. "Der ist absolut vertrocknet und verdorrt. Da wird höchstwahrscheinlich nichts mehr wachsen, selbst wenn noch Regen kommen sollte. Der ist kaputt", sagt Krämer.

Situation schlimmer als im Dürrejahr 2018

Seit dem 21. Juli dürfen Sportplätze im Kreis Cochem-Zell nicht mehr aus dem Trinkwassernetz bewässert werden. Seitdem wird in Masburg auf dem was einmal Rasen war auch nicht mehr gespielt. Die Sportler müssen auf einen Platz im drei Kilometer entfernten Kaisersesch ausweichen. Die Situation erinnert Manfred Krämer an das Dürrejahr 2018. Damals sei es ähnlich heiß und trocken gewesen, sagt er.

"Da wird wahrscheinlich nichts mehr wachsen, selbst wenn noch Regen kommen sollte."

Allerdings habe es da wenigstens zwischendrin ein paar Regentage gegeben. Trotzdem habe es lange gedauert, bis der Platz im Folgejahr wieder bespielbar war. "Wir mussten viel düngen und nachsäen, kamen aber nochmal mit einem blauen Auge davon."

Eigene Zisternen oder Brunnen sind teuer

Manfred Krämer ist skeptisch, ob ihm und seinen Vereinsmitgliedern das in diesem oder nächsten Jahr wieder gelingen wird. Damals habe die Sanierung rund 9.000 Euro gekostet. Dieses Mal wird es mehr, denkt er. Und wenn es jetzt in jedem Jahr so trocken wird? Auf Dauer könne sich das keiner mehr leisten.

Deshalb überlege der Verein schon seit einigen Jahren, kein Trinkwasser für die Bewässerung zu verwenden, sondern etwa eine Zisterne anzulegen oder einen Brunnen zu bohren. "Wir überlegen, das bei Regen anfallende Drainagenwasser hier vom Sportplatz und das Wasser vom Dach des Sportlerheims in Zisternen aufzufangen und damit zu wässern", erklärt Krämer.

Spielen unmöglich: Der Fußballplatz des SV Marsburg im Kreis Cochem Zell ist wegen Wasserknappheit und daraus resultierendem Bewässerungsverbot völlig vertrocknet. (Foto: SWR)
Der Vorsitzende des SV Masburg, Manfred Krämer, ist verzweifelt: Der Fußallplatz seines Vereins ist völlig vertrocknet.

Doch auch hier bleibt die Frage: Wer soll das bezahlen? Das seien mit Sicherheit Kosten von 20.000 bis 30.000 Euro, schätzt der Vereinspräsident. Allein könne der SV Masburg das nicht stemmen. "Ich denke schon, dass der Fußballverband seinen Obolus dazutun sollte."

Fußballverband Rheinland bittet Kommunen um Ausnahmeregelung

Von Frank Jellinek vom Fußballverband Rheinland in Koblenz heiß es dazu, natürlich stehe der Verband den betroffenen Vereinen beratend und unterstützend zur Seite - "auch im Hinblick darauf, eventuell staatliche Hilfen zu aktivieren".

Zunächst bitte der Verband aber die Kommunen darum, "eine Wässerung der Plätze zumindest insoweit zu erlauben, dass kein dauerhafter Schaden entsteht", so Jellinek. Außerdem empfehle er, beim Bau von neuen Anlagen auf Kunstrasen zu setzen. Der sei auch im Winter bespielbar.

Spielbetrieb in Masburg vorerst nicht möglich

Die Verantwortlichen des SV Masburg gehen davon aus, dass auf ihrem Platz vorerst kein Spielbetrieb mehr stattfinden wird. Der Platz müsse sich erst einmal regenerieren. Solange werde in Kaisersesch gespielt. "Das tote Gras muss weg, runter bis auf die Grasnarbe. Dann wird er vertikutiert, aerifiziert und dann neu eingesät", erklärt Krämer. Das gehe aber nur im Herbst oder im Frühjahr. Und dann auch nur, wenn es ausreichend regne.

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