Ein Mann verbaut im Garten neben seinem Haus eine Wasserzisterne, um seinen Garten mit Regenwasser bewässern zu können. (Foto: picture-alliance / Reportdienste, Picture Alliance)

Kampf gegen Wasserknappheit

Mehrere Gemeinden im Land fördern Zisternen

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Die Trockenheit macht vielen Kommunen im Land zu schaffen. Einige Gemeinden setzen deshalb Anreize für einen achtsamen Umgang mit Wasser - unter anderem die VG Simmern-Rheinböllen.

Regenwasser in einer Zisterne zu sammeln - von diesem recht simplen System ist Isabelle Jung aus Simmern im Hunsrück schon lange überzeugt. Schon als Kind habe sie es gut gefunden, dass ihre Eltern Regenwasser sammelten, um ihren Garten zu bewässern.

"Es ist ein gutes Gefühl, dazu beizutragen, mit einer Zisterne Trinkwasser zu sparen."

Als sie und ihr Mann jetzt beschlossen haben, ein Haus in Simmern zu bauen, war für sie klar, dass auf dem Grundstück eine Zisterne eingebaut wird: "Ich sehe angesichts der zunehmenden Wasserknappheit keinen Sinn darin, Trinkwasser in Pools zu füllen oder damit den Garten zu bewässern. Es ist ein gutes Gefühl, dass wir mit der Zisterne dazu beitragen, Trinkwasser zu sparen."

Junge Frau steht vor einer schwarzen Zisterne. (Foto: SWR)
Rund 4.000 Liter Regenwasser kann Isabelle Jungs Zisterne sammeln. Die Anschaffungskosten liegen bei diesem Modell bei etwa 4.000 Euro. Für die Hunsrückerin ist es eine sinnvolle Investition.

Noch liegt die Zisterne auf dem Grundstück. Der Bagger steht aber schon bereit, die große Wanne aus dickem Kunststoff einzubuddeln. 4.000 Liter Regenwasser kann der Behälter sammeln. Die Kosten liegen laut Isabelle Jung bei etwa 4.000 Euro - ein eher teureres Modell.

Aus dem neuen Förderprogramm für Zisternen der Verbandsgemeinde Simmern-Rheinböllen erhielten die Jungs 200 Euro. Das sei natürlich nur ein Bruchteil der Anschaffungskosten, sagt die 32-Jährige: "Ich finde es aber eine gute Initiative der Verbandsgemeinde. Es ist der richtige Ansatz, um Trinkwasser zu sparen."

Bagger steht auf Baustelle vor schwarzer Zisterne (Foto: SWR)
Noch liegt die Kunstoffzisterne auf dem Grundstück. Der Bagger steht bereit, sie demnächst einzubuddeln. Spätetestens im Sommer 2023 soll sie zum Einsatz kommen.

Wasserknappheit auch im Hunsrück

Tatsächlich regnet es im Hunsrück zunehmend weniger, der Grundwasserspiegel sinkt. Eine Entwicklung, die Leif Lorscheider, Leiter der Verbandsgemeindewerke, schon seit mehr als zehn Jahren beobachtet: "Wir haben 27 Brunnen in der Verbandsgemeinde und eine Quelle. Da merken wir sehr deutlich, dass sie weniger Wasser führen."

Vor zwei Jahren sprach die Verbandsgemeinde im Sommer zum ersten Mal ein Verbot aus, Planschbecken und Pools zu befüllen. Und auch in diesem Jahr ruft sie dazu auf, Wasser zu sparen. Nur Verbote allein helfen aber nicht. Die Einstellung zum Trinkwasser müsse sich ändern, sagt Lorscheider.

Neuer Anreiz für Hunsrücker, Trinkwasser zu sparen

Er begrüßt deshalb, dass die Verbandsgemeinde Anfang des Jahres das Programm "Förderung Brauchwassernutzung" gestartet hat. 200 Euro Förderung gibt es für Zisternen zur Gartenbewässerung, 500 für den Einbau von deutlich aufwendigeren Systemen für Toilettenspülungen.

Mann sitzt vor Schreibtisch mit Anträgen. (Foto: SWR)
Leif Lorscheider von den Verbandsgemeindewerken Simmern-Rheinböllen hofft, dass noch viele Zisternen gefördert werden. Aktuell liegen 30 Anträge vor.

Auch Vereine können Förderung beantragen, wenn sie ihre Sportanlagen mit Regenwasser bewässern. Das Antragsformular auszufüllen sei relativ einfach, sagt Lorscheider. Auch die Voraussetzungen seien überschaubar: Gefördert werden Zisternen ab zwei Kubikmeter. Die Fläche, die bewässert werden soll, muss mindestens 200 Quadratmeter umfassen.

Bereits 30 Förderanträge, aber noch Luft nach oben

Der Leiter der Verbandsgemeindewerke zeigt sich mit der Resonanz in der Bevölkerung zufrieden. Aktuell lägen der Verwaltung 30 Förderanträge vor: "Da gibt es aber natürlich noch Luft nach oben. Aber es ist schon mal ein guter Anfang."

Auch Isabelle Jung hofft, dass sich noch mehr Hunsrücker in der Verbandsgemeinde Simmern-Rheinböllen dafür entscheiden, Zisternen auf ihren Grundstücken zu bauen. Auch wenn es nur ein kleiner Baustein ist, die Trinkwasserknappheit abzumildern: "Aber man kann ja auch mit kleinen Maßnahmen helfen."

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