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Nach dem Hochwasser laufen die Aufräumarbeiten im Ahrtal auf Hochtouren. Wir haben zusammengefasst, wie auch Sie jetzt helfen können - vor Ort oder mit Spenden.

1. So kommen Sie in die betroffene Gebiete, um zu helfen

Die Koblenzer Verkehrsbetriebe (koveb) haben einen Shuttle zwischen der Stadt Koblenz und dem vom Hochwasser schwer betroffenen Kreis Ahrweiler eingerichtet. Der Einsatz der Helferinnen und Helfer in Bad Neuenahr-Ahrweiler wird von der privaten Organisation "Helfershuttle Ahrtal" koordiniert. Die Helfer werden dann direkt vor Ort zugeteilt. 

Die Hinfahrt des Shuttles startet am Koblenzer Zentralplatz, Bussteig A um 9:30 Uhr.

Die Rückfahrt des Shuttles ist um 17:30 Uhr ab Bad Neuenahr-Ahrweiler. Der Haltepunkt variiert tagesaktuell. Es gilt: Ausstiegshalt morgens = Einstiegshalt abends.

Aufgrund der hohen Nachfrage und der enormen Hilfsbereitschaft wird der Einsatz des Shuttles nach Angaben der koveb um eine Woche verlängert und die Kapazitäten erhöht. Demnach fährt vorerst bis zum 31. Juli montags bis samstags ein Busshuttle für bis zu 85 Helferinnen und Helfer zwischen Koblenz und Bad Neuenahr-Ahrweiler.

Achtung: Am Samstag Abend verhängte der Krisenstab eine Notbremse, es fuhren keine Shuttlebusse mehr. Am Sonntag-Morgen wurde entschieden, dass auch an diesem Tag wieder außerplanmäßig Shuttlebusse eingesetzt werden können. Allerdings verkehren die Busse den Angaben zufolge nur zwischen Grafschaft (Haribo) und Bad Neuenahr-Ahrweiler. Sie sollen in recht dichtem Takt fahren. Alle anderen Orte an der Ahr werden nicht angefahren. (Stand: Sonntag, 25.7., 13:45 Uhr).

Nach dem Hochwasser im Kreis Ahrweiler machen sich viele freiwillige Helfer von Koblenz aus mit dem Shuttlebus auf den Weg ins Katastrophengebiet (Foto: SWR)
Anja Niemeier-Wittland, 50, aus Lahnstein: "Ich will einfach helfen und nicht zu Hause rumsitzen und mir das im Fernsehen anschauen." Sie hat sich Urlaub genommen und ist bereits zum dritten Mal auf dem Weg ins Katastrophengebiet. Der Shuttlebus ist ihrer Ansicht nach eine gute Lösung, da man so mit dem eigenen Auto den Helfern vor Ort nicht im Weg steht. Bild in Detailansicht öffnen
Tom, 23, aus Koblenz: "Wenn man selbst in der Situation wäre, da würde man auch Hilfe wollen und wäre drauf angewiesen." Er sei jung und habe Zeit, sagt der Student. Für ihn sei es deshalb keine Frage gewesen, ins Katastrophengebiet zu fahren und zu helfen. Bild in Detailansicht öffnen
Sabine, 38, aus Frankfurt: "Ich will einfach mithelfen und anpacken." Sie ist das erste Mal beim freiwilligen Hilfseinsatz dabei und hat sich dafür extra frei genommen. Auch in den kommenden Tagen will sie wiederkommen und helfen. Bild in Detailansicht öffnen
Kim Sebastian, 30, aus Vallendar: "Wer zwei gesunde Hände hat, der sollte helfen.“ Er fährt heute das erste Mal nach Ahrweiler, vorher hat er schon in Insul geholfen. Für seinen Hilfseinsatz hat er von seiner Koblenzer Firma Sonderurlaub bekommen. Bild in Detailansicht öffnen
Erik Schmitt, 20, aus Schweinfurt: "Ich helfe, weil die Leute Hilfe brauchen." Er ist schon den dritten Tag dabei und hat sich für seinen freiwilligen Hilfseinsatz im Kreis Ahrweiler extra Urlaub genommen. Bild in Detailansicht öffnen
Lisa, 29, aus Koblenz: "Ich hab das Gefühl, jede Sekunde, die ich nicht vor Ort bin und nicht helfe, ist verschwendet." Die Studentin hat eigentlich in den nächsten Wochen Prüfungen, aber weil sie im letzten Jahr so viel Zeit zu Hause verbracht habe, habe sie einfach Tatendrang. Es werde jede Hand gebraucht, sagt sie. Bild in Detailansicht öffnen
Jeden Morgen sammeln sich dutzende Freiwillige am Koblenzer Zentralplatz, um in den von der Flutkatastrophe zerstörten Kreis Ahrweiler zu fahren. Bild in Detailansicht öffnen
Schaufel, Eimer und Gummistiefel gehören zur Grundausstattung der freiwilligen Helfer, die von Koblenz aus in den Kreis Ahrweiler fahren. Bild in Detailansicht öffnen

Außerdem gibt es hier weitere Infos zu einem Helfer-Shuttle. Eine private Initiative bietet ab 7 Uhr täglich Fahrten vom Innovationspark in der Grafschaft-Ringen an. Die Anzahl an interessierten Helfern ist dabei nach Angaben der Organisatoren deutlich angestiegen - zuletzt seien etwa 1.200 Menschen ins Ahrtal transportiert worden. Mittlerweile sei die private Initiative mit etwa 30 Shuttle-Bussen unterwegs. Am Innovationspark könnten rund 2.000 Autos parken, dann sei Schluss, heißt es.

Auch die Stadt Andernach bietet um 8 Uhr ab dem Bahnhof Andernach einen Bus-Shuttle in den Kreis Ahrweiler an. Eine Mitfahrt sei ohne Vorabanmeldung möglich und es gebe genug Platz für die persönliche Ausrüstung. Die Polizei weist außerdem daraufhin, dass Helferinnen und Helfer, die selbst in die betroffenen Gebiete fahren, um zu helfen, Fahrgemeinschaften bilden sollen.

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2. Das sollten Sie mitbringen

Die koveb hat auf ihrer Seite außerdem eine Liste veröffentlicht mit Ausrüstungsgegenständen, die Helferinnen und Helfer mitbringen sollten, neben geeigneter Arbeitskleidung natürlich:


  • Desinfektionsmittel
  • Wechselkleidung und -schuhe
  • eine Rolle Toilettenpapier
  • Hygienetücher
  • Eimer
  • Schaufel  
  • Gummistiefel
  • Handschuhe
  • Handtuch
  • Stirnlampe und Taschenlampe
  • Powerbank
  • eine Rolle Müllbeutel
  • Essen und Trinken

Auch eine Maske wird empfohlen. Zum einen, weil vor Ort durch die schweren Geräte, die benötigt werden, um die Trümmer wegzuräumen, viel Staub aufgewirbelt wird. Außerdem zum Schutz vor dem Coronavirus.

Menschen laufen durch eine dichte Staubwolke und transportieren etwas in einem Rollwägelchen. (Foto: SWR)
Inzwischen trocknet der Schlamm und die Lkw, Traktoren und andere Fahrzeuge wirbeln sehr viel Staub auf.

Heinz Wolschendorf, der Katastrophenschutzinspekteur des Landes Rheinland-Pfalz, betont außerdem: "Es ist ein Einsatzgebiet, das nicht sauber ist. Das ist hygienisch sehr kritisch. Es müssten eigentlich alle, die dort in dem Gebiet arbeiten, vor allem die, die dann wieder nach Hause fahren, eine Tetanus- und eine Hepatitis-A und Hepatitis-B-Impfung haben, um sich selbst zu schützen."

3. So können Sie mit Spenden helfen

Der Sprecher des Nürburgrings, Alexander Gerhard, berichtet, dass derzeit genug Hilfsgüter gespendet worden seien. Es würden keine weiteren mehr angenommen. "Seit mehreren Tagen sind unsere Lager bereits voll und mittlerweile müssen wir die Leute mit ihren Hilfsgütern auch wegschicken", erklärt Gerhard.

"Wenn Menschen noch helfen wollen, dann sollen sie am besten Geld spenden, aber Sachspenden können aktuell nicht mehr aufgenommen werden."

Das Land Rheinland-Pfalz hat zudem die Online-Plattform https://fluthilfe.rlp.de erstellt, über die Menschen den von der Flutkatastrophe Betroffenen helfen können.

"Die Betroffenen haben alles verloren und ihnen fehlt es an allem – von Gebrauchsgegenständen des täglichen Bedarfs bis zur Kinderbetreuung", teilt das Land mit.

4. So können Sie helfen, wenn Sie Handwerker sind

Die Handwerkskammer Koblenz nimmt Hilfsangebote auf, um von der Hochwasserkatastrophe betroffene Handwerksbetriebe im Ahrtal zu unterstützen.

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Die Handwerkskammer bittet Handwerker im Ahrtal möglichst Kontakt aufzunehmen. In Bad Neuenahr-Ahrweiler ist die Außenstelle der Koblenzer Handwerkskammer "Die Ahr Akademie“ geöffnet, dort gebe es Strom und Internet. Dort stelle man für betroffene Handwerker Arbeitsplätze als Notbüro zur Verfügung.

5. So können Sie helfen, wenn Sie Inhaber eines Hotels oder einer Ferienwohnung sind

Bei der Suche nach Vermissten bittet die Polizei Hotels, Gaststätten und Unterkünfte im Ahrtal um Mithilfe. Die Polizei habe Unterkünfte, die ihr bekannt seien, angeschrieben. Nun appelliert sie an solche, die nicht bekannt seien oder nicht erreichbar waren, die Polizei zu unterstützen. Sie fragt, ob dort möglicherweise Gäste untergebracht waren und unerwartet nicht zurückgekehrt sind. Oder ob sie Betroffene der Katastrophe vorübergehend oder weiter aufgenommen haben. Dann melden Sie sich bitte unter 0800 / 65 65 65 1.

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