Ein Infopoint Hochwasser steht in Rech nahe der zerstörten Nepomukbrücke. (Foto: picture-alliance / Reportdienste, Picture Alliance)

Start des Projekts "Aufsuchende Beratung"

Wiederaufbau nach der Ahr-Flut: Hausbesuche sollen Betroffenen helfen

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Im Ahrtal werden Betroffene der Flutkatastrophe auch zu Hause über Fördermöglichkeiten des Wiederaufbaufonds informiert. Die Hausbesuche der Investitions- und Strukturbank (ISB) starteten am Mittwoch in Altenahr.

Ziel des Projekts "Aufsuchende Beratung" sei es, über die verschiedenen Förderungen des Wiederaufbaufonds zu informieren, heißt es von der Investitions- und Strukturbank (ISB). Dazu würden speziell geschulte Berater und Beraterinnen zu den Betroffenen nach Hause kommen und sie dort beraten. Zwar gebe es schon jetzt verschiedene Möglichkeiten, sich über Hilfs- und Förderangebote zu informieren, etwa an den Service-Points der verschiedenen Kommunen. Trotzdem sei die Zahl der eingereichten Anträge fast neun Monate nach der Flutkatastrophe an der Ahr deutlich niedriger als gedacht.

Berater sollen Betroffene im Ahrtal gezielt ansprechen

Offenbar gebe es viele Betroffene, die die Einzelheiten der Förderangebote nicht kennen würden, sagte ein ISB-Sprecher. Die Berater sollen deshalb gezielt zu den Menschen gehen, die bislang keine Anträge eingereicht haben, um in einem ersten Gespräch über die Angebote zu informieren. Die konkrete Beratung finde dann in weiteren Terminen statt. In Zukunft soll das Projekt auf das ganze Ahrtal ausgeweitet werden.

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Verbandsgemeinde Altenahr von Flutkatastrophe stark betroffen

In der Verbandsgemeinde Altenahr leben rund 1.900 Menschen in den Ortsteilen Altenahr, Altenburg, Kreuzberg und Reimerzhoven. Alle wurden durch das Hochwasser stark betroffen, sagt Ortsbürgermeister Rüdiger Fuhrmann (CDU). Mehrere Menschen kamen ums Leben, von 660 Häusern wurden 520 beschädigt. Deshalb freue er sich über die Hausbesuche der Beraterinnen und Berater, "damit die Menschen erreicht werden können, die bislang nicht erreicht wurden".

Rheinland-Pfalz will Hilfsangebote im Ahrtal noch besser bekannt machen

Das Projekt "Aufsuchende Beratung" im Ahrtal hatte Ministerpräsidentin Dreyer vor etwa einer Woche in Kreuzberg an der Ahr vorgestellt. "Wir wissen, dass allein im Ahrtal mehr als 9.000 Gebäude zerstört oder stark beschädigt wurden durch die Flut. Bislang sind aber erst 2.240 Anträge auf Wiederaufbauhilfe für Gebäudeschäden eingereicht worden", sagte Dreyer bei der Vorstellung des Projekts. Es sei der Landesregierung ein großes Anliegen, dass die Flutbetroffenen an der Ahr mit dem Aufbau beginnen können.

Weitere Informationsangebote rund um die Wiederaufbauhilfen im Ahrtal

Gleichzeitig mit dem Start der "aufsuchenden Beratung" wird den Angaben zufolge auch eine zentrale Telefonnummer bekannt gegeben: Dort können sich Betroffene aus anderen Gemeinden direkt melden, wenn sie dringend Hilfe bei bestimmten Problemen brauchen und nicht warten können, bis die Beraterinnen und Berater auch in ihren Ort kommen.

Schon jetzt gibt es im Ahrtal neben den Infopoints noch weitere Möglichkeiten, sich über Hilfs- und Fördermöglichkeiten zu informieren. So hat etwa die Malteser Fluthilfe in den vergangenen Monaten Fluthilfebüros in Schuld, Kreuzberg und Trier aufgebaut, ebenso in Heppingen, einem Stadtteil von Bad Neuenahr-Ahrweiler. Schwerpunkt der Arbeit dort ist nach Angaben des Landes die Beratung von Flutbetroffenen über Fördermöglichkeiten bei der staatlichen Wiederaufbauhilfe für Gebäude sowie Hilfe bei den entsprechenden Anträgen. Privatleute können Anträge auf Wiederaufbauhilfe noch bis zum 30. Juni 2023 stellen.

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