Mit ihrem neuen Rettungswagen und jeder Menge Technik im Gepäck sind die Tierretter in Contwig nun unterwegs. (Foto: Tierrettung Contwig)

Kein Land in Sicht

Tierrettungen im Westen der Pfalz ziehen Jahresbilanz

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Helen Roth
Helen Roth (Foto: SWR)

Über 4.000 Mal sind die Tierrettungen Contwig und Kindsbach in diesem Jahr ausgerückt. Im Vergleich zum Vorjahr sind das laut den ehrenamtlichen Helfern deutlich mehr Einsätze.

Die Retterinnen und Retter gehen davon aus, dass immer mehr Menschen die Tierrettungen in Contwig und Kindsbach kennen. "Das freut uns natürlich, aber gleichzeitig steigt damit auch der Druck", sagt ein Sprecher der Tierrettung Contwig. "Allein an Weihnachten haben wir gut 300 Kilometer mit unseren Rettungsfahrzeugen zurückgelegt". Den meisten tierischen Patienten sei der familiäre Weihnachtstrubel nicht gut bekommen. Kreuzbandrisse und andere Verletzung seien keine Seltenheit an Festtagen.

Immer mehr ausgesetzte Haustiere

Die angespannte Lage in den Tierheimen führt nach Angaben der Tierrettung dazu, dass sie immer häufiger wegen Haustieren ausrücken, die ausgesetzt werden. "Es ist wirklich sehr traurig und besorgniserregend, wie viele Tiere mittlerweile zur Reisezeit oder nach den Feiertagen in Kartons ausgesetzt oder an Rastplätzen angebunden werden", erklärt eine Sprecherin der Tierrettung Kindsbach. Auch keine Seltenheit sei es, dass amerikanische Familien ihre Tiere zurück ließen, sobald es wieder in die Heimat über den großen Teich ginge. Vielen sei der Aufwand für die Überführung des Tieres mit den langen Quarantänezeiten zu groß. Daneben machten vielen Haustierhaltern laut den Tierrettern auch die gestiegenen Tierarzt- und Futterkosten zu schaffen.

Viele Hundehalter sind überfordert

Auch überforderte Hundehalter würden sich häufig bei den Helfern melden. "Viele Menschen haben vielleicht durch die schönen Bilder auf Instagram und Co. vergessen, dass ein Hund konsequente Erziehung braucht", sagt eine Retterin aus Kindsbach. Aus diesem Grund landen ihrer Auffassung nach viele Hunde vorschnell im Tierheim oder werden ausgesetzt. "Natürlich kostet der Besuch einer Hundeschule Geld und Zeit, aber diese Ressourcen sind eben notwendig, wenn man sich ein Tier zulegt". Aus diesem Grund sind auch beide Tierrettungen für die Einführung eines Hundeführerscheins.

Der Leiter der Tierrettung Contwig, Kai Harstick, kümmert sich um einen entlaufenen Hund. (Foto: SWR)
Der Leiter der Tierrettung Contwig, Kai Harstick, kümmert sich um einen entlaufenen Hund.

Auch Wildvogel- und Taubenrettung öfter im Einsatz

Die Wild- und Taubenrettungen in Kaiserslautern und Zweibrücken waren in diesem Jahr ebenfalls häufiger unterwegs. In Kaiserslautern wurden nach Angaben der Taubenhilfe 900 Vögel gerettet. Einige Tiere seien von Bürgerinnen und Bürgern aber auch gebracht worden. "Immer mehr Menschen werden emphatischer gegenüber Vögeln, das sei eine positive Entwicklung", freut sich eine Retterin der Taubenhilfe. Gleichzeitig gebe es leider noch viele Menschen, die gerade für Tauben nichts übrig hätten. Das sieht auch die Wildvogelrettung in Zweibrücken so. "Nicht selten holen wir Vögel, die offensichtlich mutwillig verletzt wurden", sagt eine Retterin aus Zweibrücken. Insgesamt sind in Zweibrücken in diesem Jahr 500 Vögel gerettet worden. Davon waren 170 Tiere Tauben.

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