Erkältung, Bronchitis, Corona: Selten waren in Deutschland so viele Menschen krank wie im Moment. Überall fallen Beschäftigte aus - vor allem Atemwegsinfekte tragen zur Krankheitswelle bei. Darüber hinaus steigt die Zahl der psychischen Erkrankungen und auch andere Beschwerden zum Beispiel Bandscheibenvorfälle nehmen zu. Für Unternehmen heißt das: Personalausfall.
"Von den rund 42 Millionen Arbeitnehmern, die wir in der Bundesrepublik haben, werden im Schnitt zwischen 22 und 27 Krankheitstage gemeldet. Das sind bei einer fünf-Tage-Woche über 10 Prozent der Arbeitszeit", sagt Thomas Kolb, er ist Professor für Gesundheitsmanagement und Rechnungswesen der RheinMain Hochschule in Wiesbaden. Das habe wirtschaftliche Auswirkungen. "Unternehmen haben nicht nur die Kosten der Lohnfortzahlung, sondern sie müssen Ersatzkräfte einstellen und wenn Termine nicht eingehalten werden, können auch Verluste entstehen", so Kolb. Zwar sei der aktuelle Krankenstand ein Nachteil für die Wirtschaft und die Wettbewerbsfähigkeit im internationalen Vergleich, gleichzeitig gab es das schon immer, so Kolb.
Es ist nichts Neues, dass in der deutschen Wirtschaft Menschen erkranken. Ich bin der Meinung, dass es aktuell nicht exorbitant hohe Zahlen sind.
Viele Arbeitgeber fordern das Ende der telefonischen Krankschreibung. Warum er sich der Professor für Gesundheitsmanagement und Rechnungswesen, für ein Fortbestehen der telefonischen Krankschreibung ausspricht, erklärt Thomas Kolb im Gespräch mit SWR Aktuell-Moderator Andreas Böhnisch.