Kinder betrachten im zoologisch-botanischen Garten Wilhelma ein Bonobo-Junges durch eine Scheibe. (Foto: dpa Bildfunk, picture alliance/dpa | Marijan Murat)

Hoffnung auf treue Kundschaft

Zoos in BW sparen in der Energiekrise und erhöhen Preise leicht

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In den Tierparks und Zoos in Karlsruhe, Heidelberg und in der Stuttgarter Wilhelma wird wegen der steigenden Kosten gespart. Sie hoffen auf weiterhin gute Besucherzahlen.

Die Zoos und Tierparks im Land reagieren mit Sparmaßnahmen und höheren Eintrittspreisen auf die Energiekrise. Es sollen aber weder Häuser geschlossen noch Tiere abgegeben werden, betonten die Einrichtungen.

So extrem wie die Zoos in Dortmund und Dresden fällt das Energiesparen in den baden-württembergischen Tierparks und Zoos aber nicht aus. Dortmund zog die Notbremse und schließt zum Jahresende das renovierungsbedürftige Amazonas-Haus, weil die Energiekosten explodiert sind. Dresdens Zoo macht das sehr beliebte Terrarium früher dicht als geplant.

In Karlsruhe, Heidelberg und in der Stuttgarter Wilhelma heißt es dagegen einstimmig, es müsse zwar gespart werden, aber es sollen weder Häuser geschlossen noch Tiere abgegeben werden.

Zoos erwarten trotz Preissteigerungen gute Besucherzahlen

Viele Zoos und Tierparks in Baden-Württemberg setzen derweil auf ihre treue Kundschaft. "Nein, ich glaube nicht, dass Besucher ausgerechnet bei uns sparen - und ich hoffe es natürlich auch nicht", sagte Marcus Rügamer, Geschäftsführer des Wildparks in Bad Mergentheim (Main-Tauber-Kreis) der Deutschen Presse-Agentur. Dennoch hätten sich die Stromkosten fast verdreifacht. Deshalb erhöht der Wildpark seine Eintrittspreise von 13 auf 14 Euro pro Besuch.

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Strompreis ein Grund für höhere Eintrittspreise in Zoos

In anderen Zoos und Tierparks ist das ähnlich: In Heidelberg werden die Eintrittspreise zum Beginn der Hauptsaison am 1. März 2023 um durchschnittlich 3 Prozent zulegen. Im Wildparadies Tripsdrill müssen erwachsene Gäste schon seit dem 7. November einen Euro mehr für ihr Online-Ticket bezahlen (bisher 13 Euro).

Der Grund: höhere Preise für Strom und Futter, Instandhaltung und Personal. "Da es sich um eine moderate Preisanpassung handelt, gehen wir nicht davon aus, dass sich das auf unsere Besucherzahlen auswirken wird", sagte Birger Meierjohann, Sprecher des Erlebnisparks in Cleebronn. Für den Eintritt gebe es auch einen hohen Gegenwert.

Zoo Karlsruhe erhöht Preise erst ab 2024

Im städtischen Zoo in Karlsruhe müssen Besucherinnen und Besucher erst ab dem Jahr 2024 etwas mehr für den Eintritt bezahlen: Das sei vom Gemeinderat lange im Voraus geplant, sagte eine Sprecherin. Bislang belasteten die Kosten für Strom und Fernwärme den Zoo nicht, denn er ist Großkunde und kann auf stabile Preise vertrauen.

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Wilhelma in Stuttgart spart, schließt aber keine Gehege

Bitter ist die Energiekrise für die Stuttgarter Wilhelma. Der zoologisch-botanische Garten war als landeseigener Betrieb in den Corona-Jahren zweimal von millionenschweren Finanzspritzen aus dem Landeshaushalt abhängig, um während des Lockdowns die Tiere versorgen zu können.

Derzeit spart die Wilhelma Strom wie andere Zoos auch: Per Bewegungsmelder geht das Licht nur an, wenn tatsächlich jemand in den Raum kommt. Es gibt kein warmes Wasser in den Toilettenräumen und bei allen Gebäuden sind die Temperaturen abgesenkt worden, "ohne Belegschaft, Tiere und Pflanzen zu gefährden", sagte Wilhelma-Sprecher Harald Knitter.

Klar ist aber: Es wird nichts gesperrt, aufgegeben oder geschlossen. Auch höhere Eintrittspreise seien derzeit nicht geplant.

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Seit 2 Jahren arbeitet Volker Grün in der Stuttgarter Wilhelma. Sein Ziel: den Artenschutz voranzubringen. 2022 war für die Wilhelma ein erfolgreiches Jahr. Zum ersten Mal seit 1979 wurde ein Schabrackentapir-Baby geboren. Im August gab es Fünflinge bei den Geparden. Im Studio berichtet der stellvertretende Leiter, welche Themen den Zoo momentan bewegen.

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