"Keine Bühne der AfD!" ist bei einer Demonstration gegen die AfD und Rechtsextremismus auf einem Schild zu lesen (Foto: dpa Bildfunk, picture alliance/dpa | Federico Gambarini)

Politische Kritik und Demonstrationen

Rechtsextremismus: Staatssekretär fordert Theater und Museen zum Handeln auf

Stand

Viele Menschen gehen derzeit auf die Straße, um gegen Rechtsextremismus zu demonstrieren. Die Kultur darf sich aus Sicht des BW-Staatssekretärs Arne Braun nicht heraushalten.

Angesichts der anhaltenden politischen Kritik und der Massenproteste auf den Straßen haben auch Kultureinrichtungen wie Museen und Theater aus Sicht des baden-württembergischen Kulturstaatssekretärs Arne Braun eine wichtige Verantwortung. Der Dialog sei das grundlegende Element des Theaters und die Bühne folgerichtig der richtige Ort für die lebendige Wechselrede und den Austausch von Positionen, sagte der Grünen-Politiker. Dieser helfe der Gesellschaft dabei, neue Handlungsoptionen zum Weiterdenken und -handeln zu entwickeln - "streitbar, nachdenklich und nicht belehrend", sagte Braun der Deutschen Presse-Agentur.

Brücken bauen und Menschen ins Gespräch bringen

In der aktuellen Demokratiekrise komme der Kultur eine spezielle Aufgabe zu. Sie könne dazu dienen, die Sprache zurückzugewinnen, Brücken zu bauen und Menschen wieder ins Gespräch zu bringen. "Als Teil der Zivilgesellschaft kann Kultur auch die Möglichkeit nutzen, sich laut und vernehmlich für den gesellschaftlichen Zusammenhalt und für den Erhalt der Demokratie einzusetzen", forderte Braun.

Museen könnten außerdem einen Perspektivwechsel ermöglichen. So geschehen zuletzt im Stuttgarter Erinnerungsort Hotel Silber, das Ausstellungen über die Gestapo veranstaltet. An der Hochschule für Jüdische Studien Heidelberg hätten ihm Studierende ein Projekt vorgestellt. Dieses klärt junge Menschen auf Social Media in arabischer und englischer Sprache über antijüdische Stereotypen, aber auch über das Judentum und Israel auf. "Das gestalten sie gemeinsam auf der Online-Plattform TikTok, um auch andere Zielgruppen zu erreichen", sagte Braun. Möglich sei das auch, indem die Kulturvereine und -institutionen Räume anböten für einen Austausch, für Debatten oder einfach nur für Gespräche. 

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