Die Polizei hat in Ulm und im Kreis Göppingen am Karfreitag gezielt getunte Autos und deren Fahrer kontrolliert. Bei zwölf Fahrzeugen waren die Mängel sogar so gravierend, dass sie nicht mehr weiterfahren durften.

300 Fahrzeuge kontrolliert

Ulm und Kreis Göppingen: Polizei zieht am "Car-Freitag" Autoposer aus dem Verkehr

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Volker Wüst
Volker Wüst

Die Autoposer-Szene ruft seit einigen Jahren am Karfreitag zum "Car-Freitag" auf, um sich zu treffen und: zu posen. Auch jetzt hat die Ulmer Polizei einige Fahrer samt Autos aus dem Verkehr gezogen.

Die Polizei hat in Ulm und im Kreis Göppingen am Karfreitag gezielt getunte Autos und deren Fahrer kontrolliert. 300 Autos und Motorräder haben sich die Beamtinnen und Beamten sowie Sachverständige näher angeschaut, 45 davon hatten teilweise erhebliche Mängel, wie das Polizeipräsidium Ulm am Samstag mitteilte.

"Car-Freitag": Für zwölf getunte Fahrzeuge war die Fahrt zu Ende

Bei den Fahrzeugen war aus unterschiedlichen Gründen "die Betriebserlaubnis erloschen". Einige waren entgegen der Vorschriften tiefergelegt, hatten eine unerlaubte Kombination von Rad und Reifen oder eine manipulierte Auspuffanlage. Bei zwölf Fahrzeugen waren die Mängel sogar so gravierend, dass sie nicht mehr weiterfahren durften.

Besonders viel Mühe hatte sich ein Fahrer mit einer selbst gebauten und entsprechend nicht erlaubten Auspuffanlage gegeben, für die er auch gleich noch eine Fantasie-Plakette entwarf. Diese bringt ihm jetzt eine Anzeige wegen Urkundenfälschung ein.

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"Posing": Acht Anzeigen wegen unnötigem Gasgeben

55 Halter müssen außerdem in den kommenden Tagen Mängel an ihren Fahrzeugen beheben und dann nochmals bei der Polizei vorstellig werden. Acht Fahrer haben eine Anzeige wegen "Posing" bekommen, sprich: Weil sie unnötig Gas gegeben haben, um damit die Aufmerksamkeit auf sich zu lenken.

Das Stadtgebiet von Ulm gilt seit Jahren als beliebter Treffpunkt der Szene, nicht nur am "Car-Freitag". Besonders im Auge hatte die Polizei aber auch die Gegend rund um Göppingen und Eislingen, weil dort immer wieder illegale Rennen stattfinden.

Verfolgsjagd bei Eislingen mit 200 Stundenkilometern

Auch an diesem Freitag lieferte sich ein Autofahrer im Stadtgebiet von Eislingen mit der Polizei eine Verfolgungsjagd mit Spitzengeschwindigkeiten von bis zu 200 Stundenkilometern. Die Beamten konnten den Fahrer stoppen. In Ulm brachte es ein Fahrer mit einem getunten Fahrzeug auf 120 Stundenkilometer.

Im Ostalbkreis hat die Polizei nach eigenen Angaben ebenfalls eine Schwerpunktkontrolle eingerichtet. Auf der B29 bei Schwäbisch Gmünd schauten sich Polizei und Sachverständige rund 100 Fahrzeuge an. In 14 Fällen gab es Beanstandungen, zwei Fahrzeuge mussten stehenbleiben.

In Baden-Württemberg insgesamt rund 1.260 Fahrzeuge kontrolliert

In ganz Baden-Württemberg hat die Polizei am Karfreitag insgesamt rund 1.260 Fahrzeuge kontrolliert. Das teilte das Innenministerium am Samstag mit. Dabei wurden den Angaben zufolge 361 Verstöße im Bereich Posing und illegalem Tuning festgestellt. 79 Fahrzeuge seien von den Beamten aus dem Verkehr gezogen worden, drei illegale Autorennen gestoppt worden. Mehr als 360 Polizeikräfte seien im Einsatz gewesen. Die Zahl der Kontrollen und Verstöße blieb im Vergleich zum Vorjahr nahezu gleich hoch.

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