Die Stadtwerke UlmNeu-Ulm haben ein Projekt begonnen, bei dem der Einsatz von Geothermie im Raum Neu-Ulm und Senden geprüft wird (Archivbild). (Foto: SWR, (Archivbild))

Projekt zu Tiefengeothermie

Stadtwerke prüfen die Nutzung von Erdwärme in Neu-Ulm und Senden

Stand
AUTOR/IN
Maren Haring
Maren Haring (Foto: SWR, SWR - Alexander Kluge)

Die Stadtwerke Ulm/Neu-Ulm wollen in den kommenden drei Jahren prüfen, ob sie im Raum Neu-Ulm und Senden Erdwärme nutzen können. Dafür soll eine neuartige Technik zum Einsatz kommen.

In einem Gebiet rund um Neu-Ulm und Senden soll möglicherweise Erdwärme für die Wärmeversorgung genutzt werden. Die Stadtwerke Ulm/Neu-Ulm (SWU) haben ein Projekt begonnen, bei dem sie prüfen, ob Tiefengeothermie in dem Bereich in Frage kommt. In den kommenden drei Jahren geht es zunächst um die Erkundungsphase, teilten die SWU mit.

Audio herunterladen (369 kB | MP3)

Seit Januar wird ein 9.500 Hektar großes Gebiet untersucht, das sich von Neu-Ulm bis an die Vöhringer Stadtgrenze erstreckt. Es werde noch nicht gebohrt, sondern zunächst an der Oberfläche gemessen, so ein Sprecher der SWU. Dabei werden Auswirkungen auf die Umwelt wie auch die Geologie geprüft. Die Stadtwerke untersuchen innerhalb des mit Fernwärme versorgten Gebiets die Potentiale der Erdwärmenutzung.

Grafik zu Projekt Tiefengeothermie: Stadtwerke Ulm prüfen die Nutzung von Erdwärme in Neu-Ulm und Senden (Foto: Pressestelle, Stadtwerke Ulm)
In diesem Gebiet wollen die Stadtwerke die Nutzung von Geothermie prüfen.

Entscheidung zur Nutzung von Erdwärme 2027

Bis 2027 soll die Prüfung dauern. "Erst wenn diese Phase erfolgreich abgeschlossen ist, treffen wir die weiterführende Investitionsentscheidung", sagt SWU-Geschäftsführer Klaus Eder. Er sei vom Nutzen der Tiefengeothermie überzeugt. Es sei ein Weg, bei der Wärmegewinnung CO2 einzusparen.

Zusammenarbeit mit der Firma Eavor

Die SWU arbeiten dabei mit dem kanadischen Unternehmen Eavor zusammen. Das Unternehmen setzt eine so genannte Loop-Technologie ein, bei der kein Tiefenwasser benötigt wird. Stattdessen werde die Erdwärme genutzt, die dem Gestein durch Wärmeleitungen entzogen und an die Oberfläche transportiert wird. So beschreibt Eavor das Verfahren. Ähnlich wie bei einer Fußbodenheizung wird hier durch die Rohre ein Wassergemisch geschickt, dass aber die Wärme aus dem Gestein holt und zur Oberfläche transportiert. Fracking sei bei Verfahren nicht notwendig, ergänzt ein Sprecher der Stadtwerke.

Eine erste Anlage baut das Unternehmen Eavor seit dem vergangenen Jahr im bayerischen Geretsried.

Mehr zum Thema Tiefengeothermie

Karlsruhe

Tiefengeothermie soll umfassend erforscht werden Karlsruher Wissenschaftler planen Untergrundlabor für Geothermie-Forschung

Mit einem weltweit einzigartigen Untergrundlabor soll unter Federführung des Karlsruher Instituts für Technologie (KIT) die Geothermie erforscht werden. Es soll im Odenwald oder im Schwarzwald entstehen.

Baden-Württemberg

Wärmeenergie aus der Erde Geothermie: So kann ein zweites Staufen vermieden werden

Die Grünen wollen in BW auf Geothermie setzen - vor allem im Oberrheingraben. Doch auch andernorts wird gebohrt. Das weckt Erinnerungen. Ein Experte erklärt, wie ein zweites Staufen vermieden werden kann.

SWR4 BW am Morgen SWR4 Baden-Württemberg

Graben-Neudorf

Pläne stoßen auf Gegenwind Tiefengeothermie: Bürger am Oberrhein wollen mitreden

Bei Tiefengeothermie-Projekten am Oberrhein fordern Bürger mehr Mitsprache. An geplanten Standorten sollten verbindliche Befragungen oder Bürgerentscheide stattfinden.

SWR4 BW am Morgen SWR4 Baden-Württemberg

Graben-Neudorf

Thermalwasser-Prüfung beginnt Erste Geothermie-Probebohrung in Graben-Neudorf abgeschlossen

Die erste von zwei Geothermie-Probebohrungen in Graben-Neudorf ist abgeschlossen. Damit sei ein Meilenstein des Geothermie-Projekts erreicht, so die Deutsche Erdwärme.

SWR4 BW am Nachmittag SWR4 Baden-Württemberg