Man sieht Narren, wie sie in Horb beim Ringumzug am Fasnets-Sonntag durch die Straßen laufen.  (Foto: SWR)

Nach Vorfall bei Narrenumzug in Horb

Ermittlungen gegen Seebronner Häder-Hexen eingestellt

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Tabea Günzler
Tabea Günzler ist Reporterin für Hörfunk, Online und Fernsehen beim SWR im Studio Tübingen. (Foto: SWR, Jochen Krumpe)

Die Staatsanwaltschaft Rottweil hat ihre Ermittlungen gegen den Verein Narrenfreunde Seebronn (Kreis Tübingen) eingestellt. Zwei Hexen hatten eine SWR-Reporterin anzüglich angegangen.

Ende Januar fand in Horb am Neckar (Kreis Freudenstadt) ein Narrenumzug zum hundertjährigen Jubiläum statt. Dabei kam es zu einem übergriffigen Verhalten gegenüber einer SWR-Reporterin, die von dort berichtete. Die Staatsanwaltschaft Rottweil hat deshalb Ermittlungen wegen des Verdachts der sexuellen Belästigung eingeleitet - und nun aber eingestellt.

Das Ermittlungsverfahren wurde beendet, weil sich kein hinreichender Tatverdacht ergeben hat und keine Anzeige erstattet wurde, erklärte Frank Grundke, Pressesprecher und Staatsanwalt in Rottweil, auf Nachfrage dem SWR. Demnach wurden die Vorwürfe der sexuellen Belästigung überprüft, nachdem der Staatsanwaltschaft Rottweil ein Artikel des Schwarzwälder Boten zugeschickt worden war.

Was war beim Narrenumzug passiert?

Bei dem Narrenumzug in Horb am Neckar (Kreis Freudenstadt) am 28. Januar hatten zwei Häder-Hexen vom Verein Narrenfreunde Seebronn eine SWR-Reporterin vor laufender Kamera umklammert und sich mit ihr auf dem Boden gerollt. Eine der beiden Hexen, die oben lag, machte dabei eindeutig sexuell anstößige Bewegung. Das hat die Reporterin nach eigenen Angaben aber gar nicht mitbekommen. Der Vorfall sorgte landesweit für Aufsehen.

Mediale Berichterstattung über Häder-Hexen

Der SWR war an diesem Tag mit einer Live-Berichterstattung vor Ort und übertrug den Narrenumzug im Fernsehen. Zu sehen war der Moment auch in der Mediathek, als die Häder-Hexen die Reporterin umklammerten und kurz auf dem Boden festhielten.

Zunächt berichtete der Schwarzwälder Bote und titelte: "Hexen-Szene in SWR-Livestream wirf Fragen auf". Auch weitere Medien griffen den umstrittenen Vorfall auf, darunter das Tübinger Tagblatt, die Stuttgarter Zeitung und BILD. Auch in Österreich wurde darüber berichtet. Leser der Lokalzeitungen empörten sich in den Kommentaren über das Verhalten der Mitglieder des Narrenvereins.

Verein sperrt Hexen in laufender Fasnet

Der Verein Narrenfreunde Seebronn zog daraufhin Konsequenzen: Die beiden Häder-Hexen mussten ihr Häs abgeben und wurden für den Rest der Fastnachts-Saison gesperrt. Außerdem entschuldigten sich die beiden Hästräger für ihr Verhalten bei der Reporterin.

SWR kritisierte die beiden Häder-Hexen

Auch der SWR reagierte und nahm die entsprechende Stelle in der Mediathek komplett heraus: "Dies war uns ein wichtiges Anliegen [...] um diesen Ausschnitt nicht weiter zu promoten", so die Pressestelle. Auf Nachfragen der Lokalpresse erklärte der SWR, dass auch in der Fasnet ein respektvoller Umgang miteinander gewünscht sei. Daran hätten sich die Häder-Hexen aber nicht gehalten, so der SWR.

Die Reporterin selbst erstattete keine Anzeige gegen der Verein und nahm die Entschuldigung der Narren an.