Betriebe suchen Auszubildende

Kampf gegen Fachkräftemangel

Azubis in der Region Neckar-Alb gesucht

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AUTOR/IN
Magdalena Knöller

Es gibt in der Region Neckar-Alb viel mehr Ausbildungsplätze als Bewerber. Die Schere gehe immer weiter auseinander, berichten Arbeitsagentur, Handwerkskammer und IHK Reutlingen.

Handwerksbetriebe und Unternehmen suchen händeringend nach Azubis, um den Fachkräftemangel zu bekämpfen. Aber sie finden immer seltener junge Leute, sagten Vertreterinnen und Vertreter der Arbeitsagentur, Handwerkskammer und IHK am Dienstag in einer Pressekonferenz in Reutlingen. Jeder zweite Ausbildungsplatz in den Kreisen Tübingen, Reutlingen und Zollernalb bleibe inzwischen unbesetzt.

"Der Ausbildungsmarkt bleibt auch 2021/2022 ein Bewerbermarkt. Auf 100 Bewerberinnen und Bewerber kamen 203 gemeldete betriebliche Ausbildungsstellen und damit mehr als im Jahr zuvor. Da waren es 132 Ausbildungsstellen."

Mehrere Gründe für Azubi-Mangel

Gründe sehen die Handwerkskammer, die Industrie- und Handelskammer (IHK) und die Agentur für Arbeit in Reutlingen vor allem bei dem demografischen Wandel, den Passungsproblemen und dem Imageproblem. Junge Leute und deren Eltern wüssten oft nicht, dass man auch mit einer dualen Ausbildung Karriere machen könne.

"Der Trend zu einem höheren Bildungsabschluss hält weiter an, dabei kann man zum Beispiel als Meister im Bereich Anlagenmechanik, Heizung und Klima schon mit 24 Jahren 80.000 Euro brutto im Jahr verdienen."

Was tun gegen das Imageproblem?

Gegen das Imageproblem der Ausbildung in Berufsschule und Betrieb wollen IHK, Handwerkskammer und Arbeitsagentur weiter vorgehen: mit Kampagnen, Info-Veranstaltungen, Berufsberatern und Azubis, die in Schulen gehen und von ihren Erfahrungen erzählen.

Betriebe suchen Auszubildende
Auszubildende gehen in den Landkreisen Reutlingen, Tübingen, Freudenstadt, Zollernalb und Sigmaringen an weiterführende Schulen und erzählen aus ihrem Joballtag. Schülerinnen und Schüler können ihnen dann direkt Fragen zu ihrem Beruf stellen.

Azubis erzählen an Schulen von ihrer Arbeit

"Die erfolgreichste Aktion in diesem Jahr ist die der Ausbildungsbotschafter. Wenn junge Menschen auf Augenhöhe erzählen, was ihnen an ihrem Ausbildungsberuf gefällt und was weniger und mit Schülerinnen und Schülern einfach aus der Praxis plaudern", sagte Christiane Nowottny von der Handwerkskammer Reutlingen dem SWR. Ein "Runder Tisch" soll diese Werbe-Initiativen gemeinsam mit Schulen im kommenden Jahr in ihrer Wirksamkeit überprüfen und evaluieren.

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Magdalena Knöller