Ein kleiner Sarg steht in einer Kirche für Tierbestattungen. Tierbesitzer können in Albstadt im Zollernabkreis ihre Haustiere in einer Kirche bestatten lassen. (Foto: dpa Bildfunk, picture alliance/dpa | Silas Stein)

Religiöse Haustier-Trauerfeiern in Albstadt

Kirchliche Trauerfeiern für Haustiere - Freiburgs Erzbischof Burger ist dagegen

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Eva-Maria Elias
Eva-Maria Elias (Foto: privat)
Cornelia Stenull

Tierbestatter aus Albstadt im Zollernalbkreis bieten seit Anfang Dezember religiöse Trauerfeiern für Haustiere an. Freiburgs Erzbischof Stephan Burger lehnt dies ab.

Den Abschied würdig gestalten - das möchten viele Frauchen und Herrchen, wenn ihre geliebten Haustiere aus dem Leben scheiden. Was bisher nur Menschen vorbehalten ist, wünschen sich einige Tierhalterinnen und -halter auch für ihre Haustiere: eine kirchliche Trauerfeier. In Albstadt (Zollernalbkreis) ist das jetzt möglich. Dort können Tierbestatter nun religiöse Haustier-Trauerfeiern und eine Tierbestattungskirche anbieten. Zum Missfallen von Freiburgs Erzbischof Stephan Burger. Der 61-Jährige hat sich gegen kirchliche Trauerfeiern für Haustiere ausgesprochen.

Erzbischof Burger: "Tiere nicht vermenschlichen"

Stephan Burger sagte der Katholischen Nachrichten Agentur (KNA): "Ich befürworte klar einen ethisch verantworteten Umgang mit Tieren und sorge mich um das Tierwohl." Es sei wichtig, Trauernden zur Seite zu stehen. Diese Trauer könne viele Gründe haben. "Natürlich auch, dass Menschen in Trauer sind, weil sie ein Haustier verloren haben, welches sie vielleicht über Jahre begleitet hat", so der Erzbischof. Eine kirchliche Abschiedszeremonie für Haustiere lehnt Burger dennoch ab.

Wir sollten Tiere nicht vermenschlichen. Ein eigener katholischer Trauerritus für Haustiere ist für mich undenkbar.

Außenaufnahme der Pauluskirche der Tierbestattung Schönhalde. In Albstadt-Pfeffingen soll ab 2. Dezember die Tierbestattungskirche eröffnen.  (Foto: dpa Bildfunk, picture alliance/dpa | Silas Stein)
In der Pauluskirche in Albstadt-Pfeffingen soll ab 2. Dezember die Tierbestattungskirche eröffnen.

Tierbestatter aus Albstadt bieten bald Trauerfeiern an

Seit dem 2. Dezember ist in der ehemaligen Pauluskirche in Albstadt-Pfeffingen eine Tierbestattungskirche. Es ist die erste in Deutschland, wie Besitzer und Betreiber Ellen Weinmann und Florian Düsterwald sagen. Sie arbeiten seit drei Jahren mit ihrem Unternehmen im Tierbestattungsbusiness. "Wir beobachten seit geraumer Zeit einen gesellschaftlichen Wandel im Umgang mit Tieren", sagen die beiden. Vielfach werde um verstorbene Haustiere getrauert wie um einen nahestehenden Menschen. 50 Anmeldungen für Tierbestattungen seien bereits eingegangen. Die Tierbestatter organisieren Trauerfeiern, Bestattungen auf einem Tierfriedhof oder auch Seebestattungen.

Anfang des Jahres kaufte das Paar die leerstehende Kirche in Albstadt. Sie gehörte früher der evangelisch-methodistischen Gemeinde. Wegen sinkender Mitgliederzahlen wurde sie aber aufgegeben und verkauft. Im Sommer gab es einen Entweihungsgottesdienst.

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Tierbesitzer bekommen später Urne mit der Asche

Die Tierbesitzer können die Zeremonie in der Kirche ganz individuell gestalten, erzählt Ellen Weinmann dem SWR. Nach der Bestattung kommen die toten Tiere ins Krematorium. Die Asche kehrt dann zum Beispiel in einer Urne zu den Besitzern zurück. Dann könne die Asche fast überall bestattet werden. Die Beerdigung von Haustieren auf einem Grundstück ist laut Ellen Weinmann nämlich nicht mehr überall erlaubt.

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