Der Krieg war in den Straßen Mannheims allgegenwärtig (Foto: MARCHIVUM)

"Was hat das mit mir zu tun?"

Neue Multimedia-Ausstellung über die NS-Zeit in Mannheim

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Die neue Dauerausstellung im Stadtarchiv MARCHIVUM erzählt die Geschichte der Nazi-Zeit am Beispiel Mannheims - und blickt dabei vor allem auf die Schicksale der Menschen.

Unter dem Titel "Was hat das mit mir zu tun?" erzählt die multimediale Ausstellung im Mannheimer Stadtarchiv MARCHIVUM vom Ende der Demokratie und der Stunde der Täter, von Mitläufern und Profiteuren, aber auch von den Opfern der NS-Diktatur.

Der Mannheimer Wasserturm unterm Hakenkreuz (Foto: MARCHIVUM)
Der Mannheimer Wasserturm unterm Hakenkreuz MARCHIVUM

Demokratie ist nicht selbstverständlich

Rund 3,7 Millionen Euro hat sich das MARCHIVUM die neue Schau kosten lassen. MARCHIVUM-Direktor Ulrich Nieß findet, dass es gut investiertes Geld ist. Die Ausstellung soll bei den Besuchern Verständnis dafür wecken, dass die freiheitlich-demokratische Grundordnung bis heute gegen antidemokratische Tendenzen verteidigt werden muss.

"Wir wollen mit dieser immersiven, multimedialen Ausstellung gerade junge Menschen ansprechen."

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70 Beamer und 40 Großbildschirme

Um die Ausstellung für eine junge Zielgruppe attraktiv zu machen, setzt das MARCHIVUM auf ausgefeilte Technik. Im ersten Stock des Stadtarchivs projizieren 70 Beamer Original-Dokumente und Augenzeugen-Berichte auf 40 Großbildschirme und machen sie in Animationen erlebbar. Hör- und Bildstation gewähren außerdem einen tiefen Einblick in die historischen Ereignisse.

"Ausstellungen wie diese helfen uns, unseren Blick für die Gegenwart zu schärfen und die Zukunft positiv zu gestalten"

Mannheimer NS-Zeit (Foto: MARCHIVUM)
Ein Schauspieler stellt den damals 19-jährigen Otto Hirschler dar, der als Jude von den Nazis verfolgt wurde MARCHIVUM

Freier Eintritt am Eröffnungswochenende

"Was hat das mit mir zu tun?" beschränkt sich aber nicht nur auf historische Ereignisse: Die Ausstellung dokumentiert die Zeit von der Weimarer Republik, über die 1930er Jahre und den Zweiten Weltkrieg bis in die Gegenwart. Eröffnet wird die Schau am 2. Dezember – und kann dann das ganze Wochenende bei freiem Eintritt besucht werden.

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SWR