Waldrapp-Babys zu Besuch im Zoo Karlsruhe. (Foto: SWR)

Stark bedrohte Vogelart

Karlsruher Zoo zieht junge Waldrappe groß

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AUTOR/IN
Felix Wnuck
Ein Porträt Foto von Felix Wnuck (Foto: SWR)

Im Karlsruher Zoo sind gerade besonders komische Vögel: Waldrappe. Die Tiere sind stark vom Aussterben bedroht. 35 Jungtiere werden deswegen gerade in Karlsruhe aufgezogen.

Fütterungszeit bei den jungen Waldrapp-Babys im Karlsruher Zoo. Auf dem Speiseplan steht ein Brei aus Insekten und verschiedenen Fleischsorten. Das ähnelt dem Futter in freier Wildbahn. Barbara Steininger und ihre Kollegin verteilen mit kleinen Löffeln den Brei in die gierigen Schnäbel. Das ganze Spektakel findet in einem umgebauten Wohncontainer statt und kann von außen durch zwei Fenster beobachtet werden.

In den Wohncontainer selbst dürfen nämlich nur die Ziehmütter. Eine von ihnen ist Barbara Steininger. Die Vogelbabys würde das sonst verwirren. Zwölf Stunden und mehr verbringen die beiden Ersatzmütter deshalb in dem Container.

"Das ist schon eine anstrengende Aufgabe. [...] Aber die guten Seiten wiegen das total auf."

Waldrapp früher eine Delikatesse

Waldrappe gab es früher in vielen Teilen Europas. Die adlergroßen Vögel mit ihrem schwarzen Gefieder, ihrem Federkranz um das Gesicht herum und dem langen gebogenen Schnabel waren vor allem auf Wiesen anzutreffen. Dort suchten sie nach Schnecken, Insekten und Würmern. Leider wurden sie stark bejagt, ihr Fleisch galt als Delikatesse. In den 1990er Jahren wären sie fast ausgestorben. Mittlerweile steigt ihre Anzahl wieder leicht.

Waldrapp-Babys zu Besuch im Zoo Karlsruhe. (Foto: SWR)
Waldrapp-Babys zu Besuch im Zoo Karlsruhe.

Die Vogelbabys im Karlsruher Zoo brauchen gerade noch viel Pflege und Zuwendung. Der Jüngste ist knapp 15 Tage alt, die älteren sind schon um die 25 Tage auf der Welt. Barbara Steininger ist begeistert von ihren Schützlingen. Denn so langsam bekommen die nackten Babys ihr typisches schwarzes Gefieder, im richtigen Licht glänze das wunderbar, so Barbara Steininger.

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"Für uns ist es natürlich eine ganz tolle Sache. [...] Hier mit der Aufzucht können wir unseren Zoogästen ganz toll zeigen, was diese Aufzucht eigentlich bedeutet."

Nach der Station im Karlsruher Zoo geht es zum Flugtraining an den Bodensee. Dort gibt es Flugstunden mit den Ziehtmüttern und Ultraleichtflugzeugen. Danach werden die Vögel ins Winterquartier nach Spanien begleitet. Im nächsten Jahr sollen die Vögel dann selbständig aus Spanien zurück an den Bodensee kommen, um sich dort zu vermehren. Bis dahin ist aber noch einiges an Futter und Zuwendung nötig.

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