Der Staat kann keine 100-prozentige Sicherheit vor Cyberattacken bieten.

4.000 Betrugsfälle

Mutmaßlicher Millionenbetrüger in Karlsruhe festgenommen

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Peter Lauber
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Ein 35-jähriger Mann aus Karlsruhe soll kostenpflichtige Inhalte eines Pay-TV-Senders illegal ins Netz gestellt und damit einen Schaden in Millionenhöhe verursacht haben.

Ein 35-jähriger Mann aus Karlsruhe soll mit Computerbetrug einen Schaden in Millionenhöhe verursacht haben. Der Mann wurde nach Angaben der Polizei Karlsruhe in dieser Woche festgenommen.

Geldwäsche, Betrug und Urheberrechtsverstöße

Gewerbsmäßiger Computerbetrug, Geldwäsche sowie Verstöße gegen das Urheberrecht werden dem 35-Jährigen zur Last gelegt. Laut Generalstaatsanwaltschaft Karlsruhe steht der Festgenommene in Verdacht kostenpflichtige Inhalte eines Pay-TV-Senders illegal ins Netz gestellt und dafür von seinen Kunden Geld kassiert zu haben. Dafür habe er über Jahre hinweg ein komplexes Netzwerk für ein Bezahl- und Abnehmersystem geschaffen. Die Rede ist von rund 4.000 Betrugsfällen.

Cybercrime-Zentrum Baden-Württemberg an Ermittlungen beteiligt

Die Transaktionen wurden den Ermittlern zufolge allesamt Online über verschiedene Bezahlfunktionen, darunter auch Kryptowährungen, abgewickelt. Dem Sender ist nach Angaben der Ermittler ein Schaden in Höhe von etwa zwei Millionen Euro entstanden. Das Unternehmen hatte Anzeige erstattet, die zu umfangreichen Ermittlungen führten, an denen auch das Cybercrime-Zentrum Baden-Württemberg beteiligt war.

Festnahme verhinderte Auswanderung

Weil der Verdächtige seine Auswanderung plante, wurde er am vergangenen Mittwoch festgenommen. Bei der Durchsuchung seiner Wohnung stellte die Polizei umfangreiche Beweismittel sicher. Zudem beschlagnahmten die Beamten unter anderem hochwertige Fahrzeuge sowie ein Bankkonto mit knapp einer Million Euro.

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