Luftaufnahme des Bohrplatzes in Grabend-Neudorf. Zu sehen sind Container sowie ein Bohrturm und runde Wasserbecken. (Foto: Pressestelle, Lutz Stahl)

Anlage zur Stromerzeugung kann gebaut werden

Baugenehmigung für Erdwärmekraftwerk in Graben-Neudorf

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Heiner Kunold
Das ist Heiner Kunold (Foto: SWR)
Oliver Grimm
Bild von Oliver Grimm (Foto: SWR, Patricia Neligan )

Das Regierungspräsidium Karlsruhe hat jetzt den Bau für ein oberirdisches Erdwärmekraftwerk in Graben-Neudorf genehmigt. Die Vorbereitungen für den Bau starten in Kürze.

Die immissionsschutzrechtliche Genehmigung für die geplante Anlage ist die nächste Phase für das große Erdwärmeprojekt in Graben-Neudorf. Neben dem Bohrplatz kann nun ein Heizkraftwerk gebaut werden, in dem über eine Gasturbine Strom erzeugt werden soll.

Ab Montag soll dafür der Bereich zwischen Bohrplatz und dem südlich des Grundstücks verlaufenden Radweg gerodet werden. Der Platz ist für die zur Stromproduktion benötigten Luftkühler vorgesehen. Der Verkehr auf der B36 bleibt von den Maßnahmen unberührt.

Kein Thermalwasser für die Stromerzeugung

Die Karlsruher Firma Deutsche Erdwärme als Betreiberin betont, dass kein Thermalwasser für die Stromerzeugung verwendet werde. Mit dem heißen Thermalwasser werde aber ein Leitermedium erhitzt, das wiederum für die Stromgewinnung eingesetzt werde. Das ist aber nur der erste Teil des Erdwärmeprojekts.

Später kommt ein Wärmenetz dazu, an das mehrere Kommunen angebunden werden sollen. Im Gespräch ist eine Leitung nach Graben-Neudorf. Eine weitere soll Richtung Bruchsal und Bretten verlaufen, aber dafür laufen noch die Planungen.

Probebohrungen in Graben-Neudorf starten (Foto: SWR)
Der Bohrer wird zwischen sechs und neun Metern pro Stunde in die Tiefe vordringen.

Fündigkeitstests werden verschoben

Probleme hat die Deutsche Erdwärme momentan noch im Untergrund. Sogenannte Fündigkeitstests mussten verschoben werden, weil eine Bohrlochuntersuchung Fehler bei der Zementierung eines Bohrlochs ergeben hatte. Ab einer Tiefe von rund 3.000 Metern müsse nachgearbeitet werden, erklärte ein Unternehmenssprecher auf Anfrage. Danach soll die Ergiebigkeit des angebohrten Thermalwasserreservoirs untersucht werden. 

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