Das Atomkraftwerk Neckarwestheim im Frühjahr (Foto: SWR)

Auch Neckarwestheim II betroffen

Petition fordert Weiterbetrieb deutscher Atomkraftwerke

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Eine Petition von zwanzig Professorinnen und Professoren fordert den Weiterbetrieb deutscher Kernkraftwerke. Das sei in der aktuellen Situation notwendig.

Mit der Petition fordern zwanzig Professorinnen und Professoren von deutschen Universitäten in der sogenannten "Stuttgarter Erklärung" einen Weiterbetrieb deutscher Kernkraftwerke über den 31. Dezember 2022 hinaus. André Thess, Professor für Energiespeicherung an der Universität Stuttgart, sagte dem SWR, sie glauben, dass die Kernkraftwerke für die Versorgungssicherheit in der jetzigen Krisensituation unverzichtbar seien. Außerdem seien sie der Meinung, dass bei einer Entscheidung zwischen einer Verstärkung der Kohle-Verstromung und einer Verlängerung der Laufzeit von Kernkraftwerken, die zweite Variante, die klimafreundlichere sei. Denn Weltklimarat IPCC (Intergovernmental Panel on Climate Change) und auch die EU-Taxonomie hätten die Kernenergie als nachhaltige und CO2-arme Energiequelle eingestuft.

Petition will Laufzeitverlängerung und Reaktivierung der AKW

Die Petition fordert im ersten Schritt die Laufzeitverlängerung der vorhandenen drei Kernkraftwerke. Das sind Emsland in Niedersachsen, Isar 2 in Bayern und Neckarwestheim II (Kreis Heilbronn). Die Mehrheit der zwanzig Professorinnen und Professoren fordert darüber hinaus auch die Reaktivierung dreier weiterer Kernkraftwerke (Brokdorf in Schleswig-Holstein, Grohnde in Niedersachsen und Gundremmingen in Bayern) und in letzter Instanz eine breite gesellschaftliche Diskussion über die Möglichkeit eines Wiedereinstiegs in die Kernenergie.

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Thess: "Den Betreibern vertrauen"

Aus der Forderung nach einer Laufzeitverlängerung leite sich eine große Zahl technologischer Maßnahmen ab, so Thess. Entscheidend sei die Aussage der Betreiber von Kernkraftwerken, dass eine solche Verlängerung technisch machbar sei. Im Falle von Neckarwestheim II also die EnBW.

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Thess: "Durch Kernkraft weniger CO2"

Laut Thess müssten alle Spielräume genutzt werden, die es für eine Dekarbonisierung des Energiesystems gebe. Die Hebel würden lauten: Windenergie, Solarenergie, Kernenergie, Geothermie und fossile Energieträger. In einer Situation, wo Deutschland doppelt so viel CO2 emittiert wie etwa Frankreich, gebe es keinen Widerspruch zwischen dem Wiedereinstieg in die Kernenergie und dem Ausbau von erneuerbaren Energien. In Sachen CO2-Armut würden Sonne, Wind und Kernenergie in derselben Liga spielen, so Thess.

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