Bundeswirtschaftsminister Robert Habeck (Grüne) ist beim Start der Bauarbeiten des SuedLink-Konverters in Leingarten dabei. (Foto: SWR, Jens Nising)

Strom von Nord nach Süd

Habeck beim Baustart des SuedLink-Konverters in Leingarten

Stand

Am Umspannwerk in Leingarten beginnen die Bauarbeiten für einen wichtigen Knotenpunkt im Rahmen der Energiewende. Der Strom-Konverter soll 2026 in Betrieb gehen und hat zwei Aufgaben.

Die SuedLink-Trasse gilt als eines der Kernprojekte für die Energiewende. Sie soll ab 2028 Strom aus dem Norden von Schleswig-Holstein nach Baden-Württemberg und Bayern bringen. Dazu werden Erdkabel verlegt, die den Gleichstrom nach Süden transportieren - das letzte Stück durch Stollen der Südwestdeutschen Salzwerke. Am Konverter im Leingartener Teilort Großgartach (Kreis Heilbronn) soll der Gleichstrom dann in Wechselstrom gewandelt und eingespeist werden. Am Donnerstag sind die Bauarbeiten gestartet. Mit dabei war unter anderem Bundeswirtschaftsminister Robert Habeck (Grüne).

Zum Baustart des SuedLink-Konverters kam auch Bundeswirtschaftminister Robert Habeck (Grüne) nach Leingarten (Foto: SWR, Raphael Moos)
Zum Baustart des SuedLink-Konverters kam auch Bundeswirtschaftminister Robert Habeck (Grüne) nach Leingarten

Investitionskosten für Konverter liegen im dreistelligen Millionenbereich

Schon ab 2026 soll der Konverter genutzt werden, um sogenannte Blindleistung aus dem Netz aufnehmen oder abgeben zu können. Das sei wichtig, damit die Leitungen konstant unter Spannung stehen, heißt es. Die Investitionskosten beliefen sich auf einen dreistelligen Millionenbetrag, genauer könne man dies momentan noch nicht beziffern, so Stromnetzbetreiber TransNet BW.

Am Umspannwerk in Leingarten wurde zuvor unter anderem der Strom aus dem Kernkraftwerk Neckarwestheim verteilt, in Zukunft soll es vorwiegend Strom aus regenerativen Energien sein.

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Habeck will Dauer von Genehmigungsverfahren halbieren

Eigentlich sollte die Trasse längst fertig sein. Doch immer wieder kam es zu Verzögerungen bei den Genehmigungen. Viele Verfahren für den Bau der SuedLink-Strecke müssen noch immer ihren Gang durch die Landesbehörden nehmen, der letzte Antrag solle erst im kommenden Jahr eingereicht werden, heißt es. Von der insgesamt 700 Kilometer langen Strecke quer durch Deutschland sind erst 17 genehmigt.

Wirtschaftsminister Habeck kündigte beim Baustart in Leingarten am Donnerstag nun an, die Dauer der Genehmigungsverfahren künftig halbieren zu wollen. Es müsse nun deutlich schneller gehen, mahnte er.

Habeck: "Nicht die Aufgabe der Bürgerinitiativen"

Es sei wichtig die Bürgerinnen und Bürger mitzunehmen, so Habeck, aber:

"Das Spiel, das wir haben, ist die Leitungen so menschen- und naturverträglich zu bauen, wie es geht. Wir haben nicht die Spielmöglichkeit, die Leitungen nicht zu bauen. Und das ist die Aufgabe der politischen Entscheidungsträger. Es ist nicht die Aufgabe der Bürgerinitiativen, […] zu sagen wie es gehen soll.“

Auch TransnetBW-Chef Werner Götz wünscht sich weniger Bürokratie; zum Beispiel bei den mehreren Tausend benötigten Genehmigungen für die Schwertransporte.

Die Baustelle in Leingarten: Hier soll der SuedLink-Konverter gebaut werden (Foto: SWR, Raphael Moos)
Die Baustelle in Leingarten: Hier soll der SuedLink-Konverter gebaut werden
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