Ein Hinweisschild zur Krötenwanderung steht an einer Straße. (Foto: picture-alliance / Reportdienste, picture alliance/dpa | Marcus Brandt)

Kröten, Frösche und Molche auf den Straßen

Ungewöhnlich früh: Krötenwanderung in Oberschwaben

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Bei den auffallend milden Temperaturen machen sich Kröten, Frösche und Molche in Oberschwaben schon auf die Wanderung zu ihren Laichgewässern. Dabei sind sie Gefahren ausgesetzt.

Weil es für Mitte Februar ungewöhnlich mild ist, erwachen die Amphibien in Oberschwaben bereits aus ihrer Winterstarre. Sobald die Temperaturen auch nachts wieder einige Zeit lang über fünf Grad liegen, machen sie sich auf die Reise zu ihren Laichgewässern.

Frühe Krötenwanderung am Bodensee und in Oberschwaben

Es sei grundsätzlich nicht schlimm, wenn die Tiere früher wandern als sonst. Problematisch werde es erst, wenn es wieder einen Wintereinbruch gebe, heißt es in einer Mitteilung des BUND Bodensee-Oberschwaben. Bei Frost könnten sich die Amphibien nicht mehr so gut bewegen und seien leichte Beute für Fressfeinde. Kälte könne auch dem abgelegten Laich schaden.

Im Kreis Lindau begann die Krötenwanderung sogar schon Ende Januar. Noch nie in der Geschichte der BUND-Kreisgruppe hätten die Amphibien schon im Januar ihre jährliche Wanderung begonnen. Dies sei ein weiteres Zeichen, dass der Klimawandel am Bodensee angekommen sei, teilte der BUND im Kreis Lindau mit.

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Hunderte Kröten werden überfahren

Bei ihrer Wanderung müssen die Kröten, Frösche und Molche oftmals Straßen überqueren und werden dabei überfahren. Dadurch fallen nach wie vor hunderte Tiere dem Straßenverkehr zum Opfer, so Margit Ackermann vom Naturschutzzentrum in Wilhelmsdorf (Kreis Ravensburg). Amphibien würden oft bewegungslos im Licht von Scheinwerfern verharren und gerieten so unter die Räder.

Appell an Autofahrer

Deshalb sammeln jetzt wieder viele Ehrenamtliche in Oberschwaben die Kröten, Frösche und Molche nachts ein und tragen sie über die Straße. Außerdem werden Schutzzäune errichtet und manche Strecken nachts gesperrt. Die Naturschützer bitten Autofahrerinnen und Autofahrer darum, möglichst rücksichtsvoll zu fahren, vor allem bei Dunkelheit, wenn es feucht ist. Je nachdem, wie die Temperatur sich entwickelt, kann sich die Amphibienwanderung über mehrere Wochen ziehen.

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