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Die Zahl der Infizierten am neuartigen Coronavirus steigt immer weiter. Das Virus stellt die Baden-Württemberger vor völlig neue Herausforderungen. Lesen Sie die neuesten Entwicklungen in unserem Live-Blog.

Zusammengefasst: Ereignisse am Sonntag

21:31 Uhr

Das Land Baden-Württemberg hat einen Bußgeldkatalog für Verstöße gegen die Corona-Maßnahmen veröffentlicht. Zur sogenannten kritischen Infrastruktur gehören jetzt weitere Bereiche, so etwa sozialpsychiatrische Einrichtungen. Was am Sonntag außerdem wichtig war:

Dauer
Sendedatum
Sendezeit
19:45 Uhr
Sender
SWR Fernsehen BW

Aktuelle Fallzahlen: 11.536 Menschen infiziert, 128 Todesfälle

19:52 Uhr

Das baden-württembergische Sozialministerium hat aktualisierte Fallzahlen für das Coronavirus veröffentlicht. Nach aktuellem Stand weisen in Baden-Württemberg 11.536 Menschen eine bestätigte Infektion auf. Damit ist die Zahl um 717 Fälle (6,6 Prozent) gegenüber dem Vortag gestiegen. Der Landkreis Ludwigsburg verzeichnete den größten Anstieg zum Vortag (+114). Das Durchschnittsalter der Infizierten betrage 48 Jahre. Das Alter der Gestorbenen liege zwischen 41 und 98 Jahren, so die Behörde weiter. 66 Prozent waren 80 Jahre oder älter.

Hier gibt es die aktuelle Karte zu den Infektionszahlen im Südwesten

Bußgeldkatalog für Verstöße gegen Corona-Verordnung

15:06 Uhr

"Unsere Landespolizei überwacht die Einhaltung der Corona-Verordnung intensiv und mit starken Kräften", so der baden-württembergische Innenminister Thomas Strobl (CDU). Verstöße gegen die Corona-Verordnung werden als Ordnungswidrigkeit bestraft, das hat die Landesregierung beschlossen.

Demnach können die Behörden ein Bußgeld von 100 bis 1.000 Euro pro Person verhängen, wenn sich mehr als zwei Personen im öffentlichen Raum aufhalten. Wer eine eigentlich geschlossene Einrichtung wie beispielsweise einen Friseursalon oder eine Bar weiterbetreibt, dem drohen 2.500 bis 5.000 Euro Bußgeld. Personen, die ein Krankenhaus oder Pflegeheim betreten, das eigentlich für Besucher geschlossen ist, riskieren ein Bußgeld von 250 bis 1.500 Euro. Bei wiederholten Verstößen gegen die Corona-Verordnung stehen Bußgelder bis zu 25.000 Euro im Raum.

Soforthilfen ohne Prüfung des Privatvermögens

14:38 Uhr

Die Corona-Soforthilfen in Baden-Württemberg sollen nun doch ohne Prüfung des privaten Vermögens ausbezahlt werden, so Wirtschaftsministerin Nicole Hoffmeister-Kraut (CDU) in einer Mitteilung am Sonntag. Die Entscheidung gelte auch rückwirkend für alle Anträge seit dem Start der Soforthilfen am vergangenen Mittwoch. Konkret müsse der Antragsteller nun versichern, dass er durch die Corona-Pandemie in wirtschaftliche Schwierigkeiten beziehungsweise in einen Liquiditätsengpass geraten und dadurch in seiner Existenz bedroht sei, heißt es beim Wirtschaftsministerium. Dieser Fall liege dann vor, wenn die fortlaufenden Einnahmen aus dem Geschäftsbetrieb des Betreffenden nicht ausreichen, um die Verbindlichkeiten der nächsten drei Monate zu zahlen, etwa Mieten, Pacht oder Leasing-Verträge. "Für uns hatte oberste Priorität, schnell Gelder auszahlen zu können" so die Wirtschaftsministerin. In den folgenden Wochen werde es noch weitere Modifizierungen geben.

Neuerungen zur Corona-Verordnung in Baden-Württemberg

14:17 Uhr

Die baden-württembergische Landesregierung hat ihre Corona-Verordnung geändert: Seit heute gehören auch ambulante Einrichtungen und Dienste der Wohnungslosenhilfe, gemeindepsychiatrische und sozialpsychiatrische Einrichtungen sowie Drogen- und Suchtberatungsstellen zur sogenannten "kritischen Infrastruktur". Der Katastrophenschutz kann ebenfalls weiterarbeiten, und auch Pflegeschulen und Ausbildungsstätten für medizinische und pharmazeutische Assistenten müssen nicht geschlossen werden, teilte das Land auf seiner Internetseite mit. Zudem soll die Notbetreuung für Kinder, deren Eltern in systemkritischen Berufen arbeiten, auch in den Osterferien fortgesetzt werden. Paketdienste und Poststellen dürfen ihren Betrieb nun nur noch aufrechterhalten, wenn ihr Angebot nicht in einer anderen Einrichtung betrieben wird, wo der Postumsatz nur eine untergeordnete Rolle spielt. Damit wollen die Behörden verhindern, dass über solche Dienste etwa Friseure, Massagestudios, Kosmetikstudios oder Bordelle wieder öffnen.

Infizierte werden von Straßburg nach Ulm verlegt

12:56 Uhr

Die Bundeswehr holt weitere Covid-19-Patienten aus dem Ausland zur Behandlung nach Deutschland. Zwei Infizierte werden heute von Straßburg nach Stuttgart ausgeflogen. Die schwer erkrankten Franzosen würden anschließend im Bundeswehrkrankenhaus in Ulm versorgt werden, hieß es aus dem Bundesverteidigungsministerium. "Frankreich braucht jetzt unsere Hilfe. Und natürlich stehen wir unseren Freunden bei", sagte Bundesverteidigungsministerin Annegret Kramp-Karrenbauer (CDU). Sie habe deshalb mit ihrer französischen Amtskollegin Florence Parly die Übernahme der Patienten vereinbart. Das Elsass ist von der Corona-Pandemie besonders schwer betroffen und gilt laut Robert-Koch-Institut als Risikogebiet. Im Uniklinikum in Straßburg sollen dramatische Zustände herrschen, das wurde diese Woche bekannt.

Auch Landwirte können künftig Soforthilfen beantragen

12:06 Uhr

Landwirtschaftliche Betriebe können wegen der Corona-Krise ab nächster Woche ebenfalls in vollem Umfang Soforthilfen beantragen. Das teilte das baden-württembergische Landwirtschaftsministerium mit. Bisher sei nur der gewerbliche Teil der Landwirtschaft für Hilfen in Frage gekommen, doch das werde sich ändern, sagte Landwirtschaftsminister Peter Hauk (CDU). "Alle landwirtschaftlichen Betriebe und die gesamte Wertschöpfungskette der Ernährung, gerade die Betriebe mit Sonderkulturen wie zum Beispiel Winzer und Obstbau, können bald die Soforthilfen beantragen", so Hauk. Gerade sie stünden derzeit vor großen Herausforderungen. Mit dem Schritt helfe man nicht nur den Bäuerinnen und Bauern, man leiste auch einen Beitrag dazu, dass die Versorgung mit Lebensmitteln im Land sichergestellt sei.

Kretschmann: "Viele besorgte Rückmeldungen zu den Soforthilfen"

10:52 Uhr

"Wir haben viele besorgte Rückmeldungen zu den Soforthilfen bekommen, die ich sehr ernst nehme," sagte Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne) in einer Mitteilung auf Twitter. Er habe nun die Wirtschaftministerin gebeten, die Corona-Wirtschaftshilfen, die seit Mittwochabend online beantragt werden können, für Kleinunternehmen zu überprüfen. Laut Kretschmann müsse nun geklärt werden, ob und inwiefern die Privatvermögen der Antragsteller berücksichtigt werden müssen. Der Ministerpräsident fordert in diesem Zusammenhang eine schnelle, gemeinsame Linie von Bund und Ländern. "Es geht darum, den bedrohten Unternehmen, die von der Krise besonders hart getroffen sind, so schnell und unbürokratisch wie möglich zu helfen, um die bedrohten Existenzen abzusichern," so Kretschmann auf Twitter.

„Wir haben viele besorgte Rückmeldungen zu den #Soforthilfen bekommen, die ich sehr ernst nehme. Ich habe nun die Wirtschaftsministerin Nicole Hoffmeister-Kraut gebeten, die #Corona-Wirtschaftshilfen für Klein- und Kleinstunternehmen zu überprüfen, es muss geklärt werden, 1/3 https://t.co/pAgzXOU6Kq

Baden-Württembergische Winzer bieten Online-Weinverkostungen an

9:28 Uhr

Nachdem Online-Angebote wie Yogaklassen, Tanzkurse und Fitnessstunden während der Corona-Krise nur so boomen, haben jetzt auch zahlreiche Winzer aus verschiedenen Weinbauregionen das Internet für sich entdeckt. Für die digitalen Weinproben werden Probierpakete an die Kunden versendet. Anschließend verabreden sich die Weinliebhaber mit den jeweiligen Winzern per Livestream zur Weinbesprechung. "Man ist da momentan sehr kreativ und sehr rührig", sagt der Sprecher des Deutschen Weininstituts in Bodenheim bei Mainz. Gute Beispiele für Online-Verkostungen würden sich bereits in Baden-Württemberg, Franken, Sachsen und der Mosel finden.

Corona-Krise trifft deutsche Wirtschaft ins Mark

8:00 Uhr

Deutschland stehen aufgrund der Corona-Pandemie schwere wirtschaftliche Zeiten bevor. Die Volkswirte führender deutscher Finanzorganisationen sagen einen herben Einbruch der Wirtschaftsleistung um rund fünf Prozent voraus. Dabei gehen sie allerdings in ihren Rechenmodellen davon aus, dass Anfang Mai wieder weitgehend gearbeitet werden kann. Auch Jens-Oliver Niklasch von der Landesbank Baden-Württemberg (LBBW) sieht die Lage kritisch: "Es wird runtergehen, aber wir wissen nicht, wie weit." Nach Abklingen der Pandemie werde die Industrie in Deutschland voraussichtlich nicht im selben Tempo hochfahren, wie sie jetzt runterfährt. Denn die Industrie sei international stark vernetzt und abhängig von funktionierenden Lieferketten, so der LBBW-Volkswirt.

Forderung nach einheitlichem europäischem Gesundheitsmanagement

7:40 Uhr

Nach den Erfahrungen im Umgang mit der Corona-Krise fordert der baden-württembergische Gesundheitsminister Manfred Lucha (Grüne) ein gemeinsames europäisches Management für länderübergreifende Gesundheitsgefahren. "Wichtig ist zum Beispiel eine eigenständige europäische Arzneimittel- und Medizinprodukterichtlinie", so der Gesundheitsminister Manfred Lucha. Angesichts der Corona-Pandemie hat sich gezeigt, dass Deutschland und Europa insgesamt zu abhängig von Importen wichtiger medizinischer Güter, wie beispielsweise Schutzkleidung und Atemschutzmasken, sind. "Wir dürfen uns nicht mehr abhängig machen von volatilen Regierungen oder von unanständigen Interessen Dritter, die aus solchen Notlagen Profit schlagen wollen, egal um was es geht", so der Gesundheitsminister. Er selbst hat seine Quarantäne mittlerweile wieder verlassen. Nachdem er Kontakt zu einer infizierten Person hatte, begab er sich freiwillig in häusliche Isolation.

Das ist am Samstag passiert im Land:

Zusammengefasst: Ereignisse am Samstag

20:43 Uhr

In Baden-Württemberg gibt es jetzt über 10.000 mit dem Coronavirus infizierte Personen. Es wurden über 1.000 Verstöße gegen das Versammlungsverbot festgestellt. Was am Samstag noch eine Rolle spielte:

Dauer
Sendedatum
Sendezeit
19:30 Uhr
Sender
SWR Fernsehen BW

Aktuelle Fallzahlen: 10.819 Menschen infiziert, 118 Todesfälle

19:01 Uhr

Das baden-württembergische Sozialministerium hat aktualisierte Fallzahlen für das Coronavirus veröffentlicht. Nach aktuellem Stand weisen in Baden-Württemberg 10.819 Menschen eine bestätigte Infektion auf (Stand Samstag, 28.03.2020, 16 Uhr). Das ist eine Steigerung um 1.090 Fälle gegenüber dem Vortag (11,2 Prozent). Das Durchschnittsalter der Infizierten beträgt 49 Jahre. Gleichzeitig stieg die Zahl der Covid-19-Todesfälle in Baden-Württemberg auf insgesamt 118 an - 17 mehr als am Freitag. Unter den Verstorbenen waren 81 Männer und 37 Frauen. Das Alter lag zwischen 41 und 98 Jahren. 66 Prozent der Todesfälle waren 80 Jahre oder älter.

Hier gibt es die aktuelle Karte zu den Infektionszahlen im Südwesten

Über 1.000 Verstöße gegen Versammlungsverbot in Baden-Württemberg

15:53 Uhr

Laut dem baden-württembergischen Innenminister Thomas Strobl (CDU) hat das frühlingshafte Wetter zu jeder Menge Verstöße gegen die Corona-Auflagen geführt. Die baden-württembergische Polizei hat am Freitag mehr als 5.000 Menschen kontrolliert, um die Einhaltung der Corona-Verordnung zu überprüfen. Dabei seien mehr als 1.000 Verstöße gegen das Bundesinfektionsschutzgesetz festgestellt worden, teilte Strobl am Samstag in Stuttgart mit. Ein Großteil der Kontrollierten habe durch das "Verweilen im öffentlichen" Raum in Gruppen zwischen 3 und 14 Personen die Regeln verletzt, hieß es weiter. Die allermeisten Menschen verhielten sich aber auch bei den aktuellen Temperaturen vernünftig, betonte Strobl. Dadurch würden Leben gerettet.

Datenschützer kritisiert Weitergabe von Corona-Daten an die Polizei

14:58 Uhr

Einige Gesundheitsämter in Baden-Württemberg haben Daten mit Klarnamen von Corona-infizierten Personen an die Polizei weitergegeben. Das sagte Landesdatenschützer Stefan Brink. Solche Daten pauschal herauszugeben, sei aber rechtlich nicht zulässig. Das Sozialministerium kritisierte dieses Vorgehen ebenfalls. "Wir sehen das außerordentlich kritisch und haben die Gesundheitsämter noch mal darauf hingewiesen", sagte ein Sprecher. Zur Klarstellung sei daher ein entsprechendes Schreiben an die Ämter gegangen. Zwar dürfe die Ortspolizei im Einzelfall solche Daten bekommen, wenn eine infizierte Person gegen eine vom Gesundheitsamt angeordnete Quarantäne verstoße. Es gehe aber nicht, dass Klarnamenlisten pauschal bei Krisenstäben der Landkreise, dem polizeilichen Vollzugsdienst oder der Feuerwehr landeten. "Wir teilen die Kritik des Datenschutzbeauftragten", so der Sprecher. Aus dem Innenministerium hieß es, man wolle gemeinsam mit dem Datenschutzbeauftragten eine Lösung finden, die dem Datenschutz und der effektiven Abwehr von Gefahren für die Bevölkerung gerecht werde.

Corona-Hilfsanträge schon bei mehr als 100.000

13:51 Uhr

Die Zahl der Anträge auf Corona-Soforthilfe hat in Baden-Württemberg nach nicht einmal drei Tagen die Marke von 100.000 übertroffen. "Stand Samstagmorgen sind es 101.418 Anträge", sagte Wolfgang Grenke, Präsident des baden-württembergischen Industrie- und Handelskammertags (BWIHK). Die vollständig digitale Bearbeitung sei der richtige Weg für die Soforthilfe. So könnten alle Beteiligten zügig arbeiten, erklärte Grenke. Allerdings belege die Flut der Anträge auch in brutaler Nüchternheit, was das Coronavirus dem Land und der ganzen Welt abverlange. Die große Aufgabe der Industrie- und Handelskammern sowie der Handwerkskammern sei, die Anträge zu prüfen und an die staatliche Förderbank L-Bank weiterzuleiten - im Mehrschichtbetrieb und selbstverständlich auch am Wochenende, sagte Grenke: "Bei der L-Bank liegen bereits Tausende Anträge zur endgültigen Bearbeitung und Auszahlung vor."

Soforthilfeanträge: Handwerkskammern legen Sonderschichten ein

12:49 Uhr

Bei den Handwerkskammer in Baden-Württemberg sind zahlreiche Anträge von Betrieben auf finanzielle Soforthilfe wegen der Corona-Krise eingegangen. Damit die Anträge möglichst schnell weitergeleitet werden können, werden etwa bei der Handwerkkammer Heilbronn-Franken auch am Wochenende Anträge bearbeitet, so Hauptgeschäftsführer Ralf Schnörr. "Es ist natürlich so, dass wir als Handwerkskammer nicht der Flaschenhals sein wollen. Die Betriebe brauchen jetzt dringend die Unterstützung und wir haben alle unsere Personalkapazitäten zusammengetragen und machen jetzt auch Sonderschichten am Samstag zum Teil auch am Sonntag, um die Anträge wirklich zügig zu bearbeiten und weiterzuleiten."

Polizei Reutlingen postet Video von leeren Straßen

10:43 Uhr

Das für den Landkreis Esslingen zuständige Polizeirevier Reutlingen hat einen Film auf Twitter und Facebook veröffentlicht. Damit will es die Bürger motivieren, auch am Wochenende zuhause zu bleiben. Das Video startet mit Musik und den Worten: "Schön, dass ihr nicht hier seid". Gezeigt werden dann menschenleere Plätze, zum Beispiel vom Flughafen Stuttgart, aus der Stadtmitte in Wendlingen, leere grüne Wiesen in Ostfildern und einsame Spielplätze in Esslingen. Verbunden ist das Ganze mit dem Aufruf, weiter konsequent zu sein und auch bei dem schönen Wetter am Wochenende daheim zu bleiben. Oder eben in die Natur, wo genug Platz ist, sich aus dem Weg zu gehen. Und wer sich nicht an die Regeln hält, den erinnert die Polizei daran: Das kann richtig teuer werden.

Über diesen Anblick freuen wir uns: Leere Plätze im Bereis des Polizeipräsidiums Reutlingen. Jetzt heißt es durchhalten, auch wenn das Wetter wieder besser wird: #bleibtdaheim Für die wenigen, die sich nicht an die Regeln halten, kann es teuer werden: https://t.co/5kFKP8K2DC https://t.co/Rf6vrOAQ2h

Kretschmann: Gottesdienstverbote "tun weh"

10:07 Uhr

Baden-Württembergs Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne) hat den Religionsgemeinschaften in der Corona-Krise für ihren Beitrag zum "gesellschaftlichen Zusammenhalt" gedankt. Sie organisierten Nachbarschaftshilfe, übernähmen Einkaufsdienste und seien telefonisch für Alleinstehende da, schrieb Kretschmann in einem Brief an die Gläubigen in Baden-Württemberg. Ausdrücklich lobte er das Engagement junger Menschen. Dass Kirchen, Moscheen, Synagogen und religiöse Versammlungsräume geschlossen sind, sei "ein noch nie gekannter Vorgang, der weh tut", erklärte Kretschmann. Er habe großen Respekt davor, dass die Glaubensgemeinschaften trotz des "tiefen Eingriffs in die Religionsfreiheit" die Schutzmaßnahmen schnell umgesetzt hätten. Ministerpräsident Kretschmann ist auch Beauftragter der Landesregierung für die Kirchen und Religionsgemeinschaften.

10.000 Schutzmasken werden ausgeliefert

9:35 Uhr

Der Hohenlohekreis hat die Auslieferung von insgesamt rund 10.000 gespendeten Schutzmasken gestartet. Unter anderem wurden Masken an das Hohenloher Krankenhaus und die niedergelassenen Ärzte geliefert, heißt es aus dem Landratsamt. Weitere Schutzmasken bekamen Altenheime und ambulante Pflegedienste. Auch Zahnärzte, Physiotherapeuten, das DRK und die Feuerwehr sollen beliefert werden. Vor allem Schutzmasken waren in den vergangenen Tagen wegen der Ausbreitung des Coronavirus in vielen Einrichtungen Mangelware geworden.

Quarantäne-Unterkunft für Flüchtlinge im Rems-Murr-Kreis

8:56 Uhr

Im Rems-Murr-Kreis sollen Flüchtlinge aus dem ganzen Land untergebracht werden, die mit dem Coronavirus infiziert sind. Dafür hat das Regierungspräsidium Stuttgart nach eigenen Angaben ein früheres Freizeitheim in der Gemeinde Althütte angemietet. Das Heim soll als Quarantäne-Unterkunft für Geflüchtete aus Erstaufnahmeeinrichtungen dienen. Der Betrieb soll voraussichtlich Anfang April losgehen, heißt es vom Regierungspräsidium. Rund 30 bis 60 Geflüchtete finden dort Platz. Mit einem Sicherheitsdienst und einem Zaun will die Behörde sicherstellen, dass die häusliche Isolation eingehalten wird. Der Landrat des Rems-Murr-Kreises Richard Sigel bezeichnete die Entscheidung des Regierungspräsidiums als überraschend. Man werde trotz Bedenken das Land aber unterstützen.

Antisemitismusbeauftragter warnt vor Verschwörungstheorien

7:22 Uhr

Baden-Württembergs Antisemitismusbeauftragter Michael Blume warnt vor einer "digitalen Eskalation" des Antisemitismus im Zusammenhang mit dem Coronavirus. "Wir wissen aus der Geschichte, dass Krisen und insbesondere Pandemien immer wieder die Suche nach Sündenböcken auslösten", sagte Blume der Deutschen Presseagentur in Stuttgart. "So kam es in Europa zum antijüdischen Verschwörungsmythos der Brunnenvergiftung und zu sogenannten Pestpogromen." In den USA habe es vor kurzem bereits den ersten antisemitischen Anschlagsversuch gegen ein Krankenhaus gegeben, die Polizei habe den Attentäter gerade noch gestoppt. Blume forderte die Bürger auf, antisemitische und rassistische Verschwörungsvorwürfe und Gewaltaufrufe zu melden.Wegen der Ausgangsbeschränkungen habe er Aufklärungsarbeit digitalisiert und biete unter anderem einen Podcast dazu an.

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