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8:30 Uhr
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SWR2

"Vorhang zu und alle Fragen offen": So beendete Marcel Reich-Ranicki regelmäßig das "Literarische Quartett" im ZDF, das er meinungsstark und enthusiastisch moderierte.

Reich-Ranicki wurde vor hundert Jahren, am 2. Juni 1920, in Polen geboren. Er überlebte das Warschauer Ghetto und wollte trotz der Nazi-Verbrechen von der deutschen Literatur nicht lassen. Als "Literaturpapst" prägte er die öffentliche Wahrnehmung von Literatur hierzulande wie kaum ein anderer.

Wie hat sich die Literaturkritik seit seinem Tod 2013 verändert? Und welche Rolle spielen die sozialen Medien für unsere Orientierung im Bücherdschungel?

Archivradio: Historische Aufnahmen

27.10.1988 Marcel Reich-Ranicki: Es gibt keine jüdische Literatur

27.10.1988 | Am 27. Oktober 1988 spricht der Literaturkritiker Marcel Reich-Ranicki in einem Interview über die Bedeutung jüdischer Schriftsteller für die deutschsprachige Literatur.  mehr...

1941 Thomas Mann meldet sich aus Kalifornien

1941 | Thomas Mann spricht im Krieg mehrmals zu den Deutschen in seiner Sendereihe „Deutsche Hörer“. In seinem Exil in Kalifornien nimmt er seine Reden auf Platte auf. Diese werden per Luftpost nach New York gebracht und von dort wiederum per Kabel nach London übertragen. Die BBC sendet die Aufnahmen schließlich über Langwelle auch ins deutsche Reichsgebiet. Die erste dieser Aufnahmen stammt vom 18. März 1941. Anschließend hören wir eine weitere vom Dezember desselben Jahres. Da ist auch die Tonqualität besser.  mehr...

11.11.1998 Martin Walser und die "Moralkeule Auschwitz"

Am 11. November 1998 erhielt der Schriftsteller Martin Walser in der Frankfurter Paulskirche den Friedenspreis des Deutschen Buchhandels. In seiner Dankesrede kritisierte er, dass man den Deutschen ihre nationalsozialistische Vergangenheit immerzu vorhielt. Das helfe auf Dauer nicht, um diese grausame Zeit in kritischer Erinnerung zu behalten, sondern animiere die Menschen zum Wegschauen. Dadurch bestünde die Gefahr, dass Auschwitz zur simplen "Moralkeule" verkomme und seine tatsächliche Bedeutung verliere. Für seine Rede wurde Martin Walser teils heftig kritisiert.  mehr...

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Gespräch Neues Buch über Marcel Reich-Ranicki: Der Literaturpapst als Außenseiter

Der ehemalige SWR2 Feuilleton-Redakteur Paul Assall hat ein neues Buch über den Literaturkritiker Marcel Reich-Ranicki vorgelegt. Es trägt ein Titel „Ich schreibe unentwegt ein Leben lang – Marcel Reich-Ranicki im Gespräch“. Das Gespräch wurde 1986 geführt. Das Buch erscheint am 4. Mai bei Piper.  mehr...

SWR2 Journal am Mittag SWR2

Buchkritik Volker Weidermann: Das Duell. Die Geschichte von Günter Grass und Marcel Reich-Ranicki

Günter Grass und Marcel Reich-Ranicki waren jahrzehntelang Kontrahenten und doch voneinander abhängig. Volker Weidermann hat über die prominenten "Zwillingsfeinde" des westdeutschen Literaturbetriebs einen lebendigen Essay geschrieben.

Verlag Kiepenheuer & Witsch
ISBN 978-3-462-05109-4
320 Seiten
22 Euro  mehr...

SWR2 lesenswert Kritik SWR2

Musikthema Marcel Reich-Ranicki und die Musik

„Literaturpapst“. Bei diesem Wort wissen die meisten kulturinteressierten Menschen, um wen es geht: Marcel Reich-Ranicki. Heute wäre der Literaturkritiker 100 Jahre alt geworden. Seine unbedingte Liebe zur Musik war eine der wichtigsten Facetten seiner Persönlichkeit. Auf die Frage, ob er gerne Musikkritiker geworden wäre, antwortete er: „Ja, aber ich war nicht musikalisch genug.“ Markus Bruderreck mit einem Porträt des großen Musikkenners Marcel Reich-Ranicki.  mehr...

SWR2 Treffpunkt Klassik SWR2

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