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Schon die Römer liebten die heißen Quellen in Baden-Baden. Dass das Baden mehr als Gesundheit, Hygiene, Wohlbefinden bedeutet, zeigt jetzt die Kunsthalle Baden-Baden. Die Sonderausstellung "Körper. Blicke. Macht. Eine Kulturgeschichte des Bades" gibt einen Einblick in die Badekultur von der Antike bis heute.

Ausstellung Kulturgeschichte des Bades in der Kunsthalle Baden-Baden

Video-Arbeit „we are all in this together“ von Bianca Kennedy. „Körper.Blicke.Macht. Eine Kulturgeschichte des Bades “, Ausstellung in der Kunsthalle Baden-Baden (Foto: SWR)
Ein besonderes Highlight der Ausstellung zur Kulturgeschichte des Bades ist das alte, nicht mehr genutzten Kneipp-Bad im Friedrichsbad Baden-Baden. Dort wird auch die Video-Arbeit „we are all in this together“ von Bianca Kennedy gezeigt.
Bianca Kennedy: VR all in this together, 2018. Staatliche Kunsthalle Baden-Baden / Bianca Kennedy
In dem alten Kneipp-Bade lässt auch die Künstlerin Mary Audrey Ramirez ihr Stoffratten zwischen alten Zubern und Wasserhähnen herumlaufen. Mary-Audrey Ramirez „Krasse Ratten“ (2020).
Nackte Männerkörper sind in der Kunstgeschichte lange Zeit eher die Ausnahme. Patrick Angus: A Shower at the Baths, 1984, Acryl auf Leinwand, 51 x 71 cm, Sammlung Andreas Pucher, Stuttgart. Staatliche Kunsthalle Baden-Baden / Douglas Blair Turnbaugh
Der Künstler Thomas Demand hat die Badewanne, in der der ehemalige Ministerpräsident von Schleswig-Holstein, Uwe Barschel, am 11. Oktober 1987 tot aufgefunden wurde, aus Pappe und Papier nachgebaut und fotografiert. Thomas Demand: Badezimmer / Bathroom, 1997, C-Print/ Diasec, 160 x 122 cm. Staatliche Kunsthalle Baden-Baden / Thomas Demand, VG Bild-Kunst, Bonn Kunstmuseum Bonn, Dauerleihgabe KiCo seit 2015.
Das Bad als Ort politischer Machtkämpfe: Jacques Louis David‘s berühmte Darstellung des ermordeten Marats in der Badewanne. Ausstellungsraum mit dem Gemälde „Marat assassiné dans da baignoire“ von Jacques Louis David. Im Vordergrund „Deep float“ von Monira Al Qadiri.
US-Soldaten im historischen römischen Bad in Bath, England. Quelle: Karteikarten mit Fotografien aus der „American Unofficial Collection of World War I Photographs“ des US-amerikanischen Nationalarchivs, 1918. Staatliche Kunsthalle Baden-Baden / U.S. National Archives and Records Administration
Nacktheit durfte in der Kunstgeschichte lange nur in mythologischen Szenen dargestellt werden: Das Gemälde von Giuseppe Cesari aus dem 17. Jahrhundert zeigt Diana im Kreise ihrer Nymphen splitterfasernackt. Aktaeon blickt in voller Rüstung auf sie – und muss bekanntlich für diese Sünde mit dem Leben bezahlen. Cesari Giuseppe (Cavalier d'Arpin): Diane und Acteon, Beginn des 17. Jahrhunderts, 49,5 x 66,5 cm, Öl auf Leinwand, Musée de la Vénerie, Senlis. Staatliche Kunsthalle Baden-Baden / Irwin Leullier
Hans Sebald Beham: Das Bad, im Rund, 1515 — 1550, Holzschnitt, beschnitten, 28,8 x 29,2 cm, Kunstsammlungen der Veste Coburg Staatliche Kunsthalle Baden-Baden
Emile Bernard: Femmes fellah au bain, Öl auf Leinwand, 175,7 x 97,3 cm, Musée des Beaux-Arts, Reims. Staatliche Kunsthalle Baden-Baden / C. Devleeschauwer

Ausstellung „Körper. Blicke. Macht”: Große Sonderausstellung zur Kulturgeschichte des Bades in Baden-Baden

Private und öffentliche Bäder als Orte der Reinigung, als Kampfplatz der Geschlechter, aber auch als Ort politischer Machtkämpfe — zum ersten Mal zeigt die Bäderstadt Baden-Baden eine Ausstellung zur Kulturgeschichte des Bades. Jenseits von den allseits bekannten Bildern von Badenden quer durch die Kunstgeschichte geht es vor allem um gesellschaftliche und kulturelle Aspekte an den Orten, wo die Hüllen fallen. Die große Sonderausstellung des Landes Baden-Württemberg „Körper. Blicke. Macht." ist Teil des umfangreichen Kooperationsprojekts BADEN der Staatlichen Kunsthalle Baden-Baden mit dem Mucem, Marseille, dem Stadtmuseum Baden-Baden sowie dem Museum LA8.  mehr...

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