Gefleckter Schierling (Foto: picture-alliance / Reportdienste, picture alliance / blickwinkel/A. Jagel | A. Jagel)

SWR1 Gartentipp

Vorsicht vor giftigen Pflanzen im Garten

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Steffi Stronczyk
Steffi Stronczyk (Foto: SWR)
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SWR1

In Gärten und Wäldern gibt es viele giftige Pflanzen. Wie gefährlich sie werden können und wie man sie aus dem Garten entfernt, weiß der SWR1 Gartenexperte Hans-Willi Konrad.

Der Gefleckte Schierling hatte zuletzt in Boppard für Aufmerksamkeit gesorgt, wo das Freibad gesperrt wurde, um die Giftpflanze entfernen zu lassen. In Deutschland wachsen allerdings noch einige andere Giftpflanzen. "Da gibt es einen ganzen Schwung", sagt Hans-Willi Konrad vom Kompetenzzentrum Ökologischer Landbau in Bad Kreuznach.

Neben dem Aronstab sind auch Pflanzen wie die Goldregen-Hyazinthe und Bärenklau, bis hin zu Tollkirsche, Pfaffenhütchen und auch Engelstrompete giftig. Auch die bekannte Kübelpflanze Oleander sei "nicht gerade gesundheitsförderlich, wenn man die zu sich nimmt", meint Konrad.

Bei Verzehr können Giftpflanzen tödlich sein

Die roten Früchte der Eibe sehen verlockend aus, sind aber giftig. (Foto: picture-alliance / Reportdienste, picture alliance / blickwinkel/H. Baesemann | H. Baesemann)
Die roten Früchte der Eibe sehen verlockend aus, sind aber giftig.

Sowohl für Tiere als auch für Menschen seien die giftigen Pflanzen im Extremfall sehr gefährlich, wenn sie gegessen werden. "Das ist natürlich nicht so, wenn ich die Pflanzen nur anfasse", grenzt der Gartenexperte ein.

Das ist richtig brenzlig, wenn man da zu viel zu sich nimmt.

Auch Kinder sollten von giftigen Pflanzen, wie der Eibe mit ihren roten Früchten ferngehalten werden, sagt Konrad. "Aufgrund der Farbe locken die auch Kinder an zum Probieren. Und gerade die Früchte, die schwarzen Kerne innen drin, sind sehr gefährlich. Das ist richtig brenzlig, wenn man da zu viel zu sich nimmt". Immerhin brauche es eine gewisse Zeit und Menge, bis das Gift tatsächlichen Schaden anrichten könne. Bei Menschen trete oft erhöhter Speichelfluss oder Schaum vor dem Mund als erstes Anzeichen für eine Vergiftung auf. Laut Malteser Hilfsdienst gibt es weitere Anzeichen für eine Vergiftung:

  • Magen-Darm-Probleme wie Übelkeit, Erbrechen, Durchfall
  • Anfallartige Schmerzen im Bauch
  • Kopfschmerzen, Schwindelgefühl
  • Unwohlsein, Erregungszustände, Rauschzustände, Schocksymptome
  • Müdigkeit, Bewusstseinstrübung bis hin zur Bewusstlosigkeit
  • Atemprobleme bis zum möglichen Atemstillstand
  • Im Extremfall kann es zu einem Herz-Kreislauf-Stillstand kommen

Auf das Verhalten von Haustieren achten

Im Fall von Haustieren wie Hunden oder Katzen sollten Besitzer ihre Tiere aufmerksam beobachten. Erste Anzeichen für eine Vergiftung können apathisches Verhalten, Lähmungserscheinungen, Krämpfe oder Erbrechen sein: "All das sagt dem gesunden Menschenverstand – da ist was faul, und da muss man schnell handeln."

Im Notfall den Giftnotruf kontaktieren

Wenn der Verdacht auf eine Vergiftung besteht, empfiehlt der Gartenexperte, sofort den Giftnotruf zu kontaktieren: "Auch wenn der Patient oder das Tier sich wieder wohlfühlt oder so aussieht, als wenn es sich wohlfühlt – gar keine Diskussion. Ärztliche Behandlung ist auf jeden Fall zwingend notwendig", so Konrad.

Damit giftige Pflanzen dauerhaft aus dem Garten verschwinden, sollte man vorsichtig vorgehen. Je kleiner die Pflanze, desto besser lasse sie sich entfernen, erklärt der Gartenexperte. Zuerst sollte man sich Handschuhe anziehen, um die eigene Haut zu schützen. Dann die Pflanze aushacken, in eine Plastiktüte packen und ab in die Mülltonne. So stelle man sicher, dass die Pflanze nicht nachwächst. "Aus dem Garten wegbringen – das ist die ganz sichere Methode".

Über unseren Gartenexperten

SWR1 Gartenexperte Hans-Willi Konrad (Foto: SWR)
SWR1 Gartenexperte Hans-Willi Konrad

Hans-Willi Konrad vom Kompetenzzentrum Ökologischer Landbau in Bad Kreuznach (KÖL) ist der SWR1 Gartenexperte. Jede Woche hat er interessante Tipps für alle Garten- und Pflanzenliebhaber parat.

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