Marathon Blue Run Simon Fischer (Foto: Weltfriedensdienst e.V./Ruben Hensel )

Ostermontag: Etappe in Heimat am Mittelrhein

Darum will Simon Fischer 31 Marathons an 31 Tagen laufen

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Pia Nicoley
Foto von Multimediareporterin Pia Nicoley aus dem SWR-Studio Koblenz (Foto: SWR)

Seit rund einer Woche läuft Simon Fischer aus St. Goarshausen jeden Tag einen Marathon. 31 Läufe an 31 Tagen sollen es werden. Damit will er auf den globalen Wassermangel hinweisen.

Simon Fischer ist mit seinem Blue Run am Bodensee gestartet. An Ostermontag läuft er eine Etappe in seiner Heimat am Mittelrhein. Er wird an seinem 15. Marathontag von Lorch nach Koblenz laufen.

Unterwegs Vorträge und Infos via Instagram

Am Dienstag geht es von Koblenz weiter bis Bad Breisig. Läuft weiter alles nach Plan will der 40-jährige Familienvater, Umweltaktivist und Ultra-Marathonläufer am 18. April in Berlin das Brandenburger Tor erreichen.

Simon Fischer hat für den Weltfriedensdienst in Kenia gearbeitet und dort die Folgen einer Dürre erlebt. Mit seinem Lauf will er darauf aufmerksam machen, dass es wegen des Klimawandels weltweit immer mehr Trockenphasen und Dürren gibt. Unterwegs hält er immer wieder Vorträge und berichtet auf seinem Instagram-Kanal über seinen Lauf. Im Durchschnitt wird Simon Fischer jeden Tag eine Strecke bewältigen, die einem Marathon entspricht, also etwas mehr als 42 Kilometer.

31 Marathons: Vater will Welt für seine Kinder retten

Ihm geht es nicht um eine sportliche Höchstleistung. Er will mit seinem Lauf vielmehr darauf aufmerksam machen, dass es wegen des Klimawandels weltweit immer mehr Trockenphasen und Dürren gibt: Was das für die betroffenen Menschen bedeutet - und was man selbst tun kann, um Trinkwasser zu sparen. Das sei er seinen beiden Kindern schuldig, sagt Fischer: "Es ist eine Lebensaufgabe für mich, die Welt für meine Kinder so gut wie möglich zu gestalten."

Es ist eine Lebensaufgabe für mich, die Welt für meine Kinder so gut wie möglich zu gestalten.

Simons Botschaft: Wasser ist Leben, schützt es!

Denn Wassermangel sei nicht nur ein Problem in Kenia, wo er die Folgen einer extremen Dürre bei seiner Arbeit für den Weltfriedensdienst hautnah mitgekommen habe, so der 40-Jährige. Sinkende Grundwasserpegel, Wälder, die austrocknen und in denen die Bäume absterben - und sintflutartige Regenfälle wie bei der Flut im Ahrtal: All das seien Folgen des Klimawandels, die auch die Menschen in Deutschland und in Rheinland-Pfalz in Zukunft immer öfter zu spüren bekommen werden, etwa beim Mangel an Trinkwasser.

Extrem-Lauf soll zum Umdenken inspirieren

In den vergangenen anderthalb Jahren habe er in den Wäldern rund um seinen Heimatort St. Goarshausen trainiert, er sei jeden Tag zwischen 20 und 35 Kilometer gelaufen. Und er habe ganz bewusst begonnen, Wasser zu sparen und jeden Morgen kalt geduscht. "Jeden Morgen kalt duschen, ist nie leicht. Aber man steht nur ein, zwei Minuten unter der Dusche und spart so Wasser und Energie." Dabei werde auch das Glückshormon Dopamin ausgeschüttet, das habe ihm immer einen guten Start in den Tag ermöglicht.

Simon Fischer aus St. Goarshausen will 31 Marathons an 31 Tagen laufen - vom Bodensee über den Mittelrhein nach Berlin: Er will so auf die weltweite Wasserknappheit und die Folgen des Klimawandels aufmerksam machen  (Foto: SWR)
Simon Fischer hat sich in den vergangenen anderthalb Jahren auf seinen "Blue Run" vorbereitet und hat jeden Tag in den Wäldern rund um St. Goarshausen trainiert.

Zudem habe er schon vor dem Training für seinen Blue Run seine Ernährung umgestellt, erzählt Simon Fischer. Er ernähre sich hauptsächlich regional und saisonal und vor allem vegetarisch. Auch das spare Wasser und habe ihm persönlich gut getan. So fühle er sich fit für den Lauf vom Bodensee über den Mittelrhein nach Berlin.

Immer öfter Dürre und Wassermangel auch in RLP

Er bekomme viel Zuspruch und Unterstützung, erzählt er. Über seinen Instagram-Kanal, in dem er über seinen Lauf berichtet. Außerdem wollen Menschen ihn ein Stück weit begleiten und mit ihm zusammen laufen, vor allem in seiner Heimat am Mittelrhein. "Die wollen mit mir ins Gespräch kommen und fragen, was sie selbst tun können gegen die Wasserknappheit." So habe etwa der Landrat des Rhein-Hunsrück-Kreises, Volker Boch (parteilos) angekündigt, sich seinem Lauf anzuschließen.

Unterwegs wird Simon Fischer immer wieder Vorträge halten - in Konstanz, Freiburg, Bonn und Berlin. Und am 28. April kommt er zum Umwelttag in Strüth im Taunus - dem Ort, in dem er aufgewachsen ist und der ein Vorreiter in Sachen Energiewende ist.

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