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Ein Impfschutz von 48 Prozent – die finale Auswertung der letzten klinischen Studie hat sich Curevac anders vorgestellt.

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Das interne Ziel von Curevac lag bei mindestens 60 Prozent. Bei den Unter-60-Jährigen hofft Curevac weiter auf eine Zulassung der EMA. Praktisch ist die EU aber mit Blick auf die Mengen der anderen Impfstoffe nicht mehr auf Curevac angewiesen. Die Wirksamkeit von nur 48 Prozent erfüllt nicht die vorgegebenen statistischen Erfolgskriterien von mindestens 50%, die die WHO festgelegt hat.

Curevac arbeitet bereits an einer zweiten Version des Impfstoffs und hofft hier auf bessere Daten. Doch warum konnte die erste Generation des Impfstoffs von Curevac nicht überzeugen?

Curevac-Impfstoff musste bei Studie mit ansteckenderen Mutanten klarkommen

Auf der Suche nach dem perfekten Impfstoff war Curevac gerade am Anfang noch ganz vorne dabei. Doch die Auswahl des Impfstoffs dauerte länger. Als dann im Dezember 2020 die letzte entscheidende, klinische Studie startete, sind Biontech und Moderna fast schon fertig - ein Nachteil, denn der Impfstoff von Curevac musste dann schon gegen die neuen, ansteckenderen Corona-Varianten antreten. Das betont auch Curevac – ist aber sicherlich nicht der einzige Grund für die schwächere Wirkung.

Bei den Impf-Studien hatte Curevac den Nachteil, dass da bereits verschiedene Virus-Mutanten unterwegs waren.   (Foto: Imago, imago images/Andre Lenthe)
Bei den Impf-Studien hatte Curevac den Nachteil, dass da bereits verschiedene Virus-Mutanten unterwegs waren. Imago imago images/Andre Lenthe

Nur geringere Dosis möglich

So kann der Curevac-Impfstoff nur mit einer geringeren Dosis verabreicht werden als die schon zugelassenen m-RNA-Impfstoffe. Und das hat wahrscheinlich mit dem Design der Impfstoffe zu tun. Die Vermutung: Curevac konnte die Dosis nicht mehr erhöhen - aus Sorge vor zu starken Nebenwirkungen. Doch warum? Worin unterscheiden sich die Impfstoffe von Biontech und Cruevac?

Die eigentliche Information in der RNA ist bei allen Impfstoffen sehr ähnlich – also der Bauplan für die Coronavirus-Teile, die das Immunsystem trainieren sollen. Aber der Bauplan ist in unterschiedlicher RNA gespeichert – einer von vier Bausteinen der RNA hat Biontech bewusst chemisch leicht verändert - das Uridin. Curevac hat darauf verzichtet.

Curevac-Impfstoff ist nach einer neuen Studie weniger wirksam als erhofft. (Foto: Imago, imago images/Steinach)
Die Impfung mit dem Curevac-Impfstoff ist nach einer neuen Studie weniger wirksam gegen Corona als erhofft. Imago imago images/Steinach

Veränderte mRNA bei Curevac

Vielleicht ein Nachteil: Denn wahrscheinlich kann Biontech vor allem wegen der veränderten m-RNA den Impfstoff höher dosieren. Durch die Veränderung reagiert das Immunsystem womöglich nicht direkt so stark auf die RNA. Der Körper kann die Coronavirus-Teile in Ruhe herstellen, die dann bekämpft werden. Diesen Vorteil hat der Curevac-Impfstoff nicht. Curevac ist weiterhin von der Impfstoff-Technik überzeugt, arbeitet an einer zweiten Generation des Impfstoffs und hofft hier auf bessere Ergebnisse.

Vielleicht könnte der Curevac-Impfstoff noch weiter entwickelt werden, damit er auch zuverlässig vor neuen Coroavirus-Mutanten schützt. (Foto: Imago,  imago images/Sven Simon)
Vielleicht könnte der Curevac-Impfstoff noch weiter entwickelt werden, damit er auch zuverlässig vor neuen Coroavirus-Mutanten schützt. Imago imago images/Sven Simon
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