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Das neue Coronavirus kann in winzig kleinen Tröpfchen minutenlang in der Luft schweben - in sogenannten Aerosolen. Das zeigen wissenschaftliche Studien. Doch wie groß ist die Gefahr, sich durch solche Aerosole anzustecken?

Abstand halten, Masken tragen, Hände desinfizieren: Das öffentliche und private Leben ist geprägt durch Schutzvorkehrungen. Sie sollen verhindern, dass man sich durch Tröpfchen in der Luft oder kontaminierte Flächen mit dem neuen Coronavirus ansteckt.
Doch neben den Tröpfchen, die beim Husten oder Niesen entstehen und der sogenannten Kontaktinfektion scheint es noch eine dritte Übertragungsform des Virus geben: durch sogenannte Aerosole.

Winzige Tröpfchen schweben in der Luft

Dabei handelt es sich genau genommen auch um Tröpfchen, jedoch beschreiben Aerosole sehr kleine Partikel, die so leicht sind, dass sie lange in der Luft schweben.

  • Größere Tröpfchen, wie sie zum Beispiel beim Niesen oder Husten ausgestoßen werden, sinken recht schnell zu Boden.
  • Aerosole können sich hingegen über Minuten oder sogar Stunden in der Luft halten.


Einige Infektionskrankheiten wie Tuberkulose oder Masern werden zum Teil über solche Aerosole übertragen. Um sich anzustecken, ist dann ein direkter, naher Kontakt mit einer erkrankten Person nicht mehr unbedingt nötig: Es kann reichen, die virusbelastete Luft einzuatmen – Minuten nachdem der Infizierte im Raum war.

In diesem Versuch wurde mit Hilfe von Laserlicht sichtbar gemacht, wie lange sich Aerosole in der Luft halten können. (Foto: Pressestelle, Stanford University)
In diesem Versuch US-amerikanischer Forscher wurde mit Hilfe von Laserlicht sichtbar gemacht, wie lange sich Aerosole in der Luft halten können. Pressestelle Stanford University

Auch Coronaviren können durch Aerosole verteilt werden

Dass sich auch Coronaviren in solchen Aerosolen befinden können, konnten mittlerweile mehrere, internationale Forschungsgruppen zeigen. Die Ergebnisse zeigen, dass auch infizierte Menschen ohne Symptome das Virus zum Beispiel beim Sprechen in der Luft verteilen.
Allerdings ist noch nicht abschließend geklärt, wie lange die Viren, die sich in den winzigen Tröpfchen befinden, auch ansteckend sind.

Das Robert-Koch-Institut geht mittlerweile davon aus, dass das neue Coronavirus auch über Aerosole übertragen werden kann.

Die meisten Viren werden durch Tröpfcheninfektion übertragen. Hier kann genügend Abstand oder ein Mund-Nase-Schutz die Ansteckungsgefahr verringern. (Foto: Imago, imago images / Panthermedia)
Die meisten Viren werden durch Tröpfcheninfektion übertragen. Hier kann genügend Abstand oder ein Mund-Nase-Schutz die Ansteckungsgefahr verringern. Imago imago images / Panthermedia

Schutz vor Tröpfcheninfektion am wichtigsten

Dr. Peter Walger von der Deutschen Gesellschaft für Krankenhaushygiene meint:

„In den allermeisten Situationen reicht der Schutz vor Tröpfchen aus, um sich vor einer Infektion mit dem neuen Coronavirus SARS-CoV-2 zu schützen. Das zeigen die Daten, die in den letzten Monaten beispielsweise in Krankenhäusern und Pflegeheimen gesammelt wurden.“

Dr. Peter Walger, Deutsche Gesellschaft für Krankenhaushygiene

Aus der aktuellen Sicht gebe es keinen Grund, am grundsätzlichen Konzept des Schutzes vor einer Tröpfchenübertragung zu zweifeln. Im medizinischen Bereich sei der Schutz vor Aerosolen ohnehin in den entsprechenden Situationen etabliert.

Abstand halten reicht in geschlossenen Räumen nicht unbedingt aus, um die Gefahr einer Ansteckung auszuschließen.  (Foto: Imago, imago images/Arnulf Hettrich)
Abstand halten reicht in geschlossenen Räumen nicht unbedingt aus, um die Gefahr einer Ansteckung auszuschließen. Winzig kleine, potentiell virenbelastete Tröpfchen können noch minutenlang in der Luft schweben. Deshalb ist regelmäßiges Lüften wichtig. Imago imago images/Arnulf Hettrich

Ganz wichtig ist Lüften, um Ansteckung durch Aerosole zu verhindern

Zuhause hilft regelmäßiges Lüften, um eine mögliche Ansteckung durch Aerosole zu verhindern. Und auch in Restaurants lässt sich das Problem lösen, indem Innenräume mit ausreichend Frischluft versorgt werden.

„Eine Ansteckungsgefahr über Aerosole scheint es möglicherweise in besonderen Situationen zu geben, in denen nicht gelüftet oder die Luft nicht ausgetauscht werden kann."

Dr. Peter Walger, Deutsche Gesellschaft für Krankenhaushygiene

Kaum Infektionsrisiko in Biergärten und anderen Außenbereichen

Noch geringer ist das Infektionsrisiko über Aerosole im Außenbereich: Hier werden die Aerosole und damit auch die enthaltenen Viren vom Wind verteilt und dabei sehr stark verdünnt. Restaurantterrassen seien beispielsweise eine recht sichere Zone, erklärte Prof. Christian Drosten, Leiter der Virologie an der Charité Berlin, gegenüber dem NDR.

Die ersten Restaurants öffnen wieder nach der Zwangspause durch Corona. Die Gefahr, sich anzustecken ist in Außenbereichen deutlich geringer als in geschlossenen Räumen. (Foto: Imago, imago images/Ralph Peters)
Die ersten Restaurants öffnen wieder nach der Zwangspause durch Corona. Die Gefahr, sich anzustecken ist in Außenbereichen deutlich geringer als in geschlossenen Räumen. Imago imago images/Ralph Peters
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