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Im Mittelalter und bis in die Neuzeit hinein war es auch bei uns üblich, nur in einem Tuch bestattet zu werden, und zwar möglichst innerhalb der ersten 24 Stunden nach Eintritt des Todes.

Die allgemeine Verbreitung des Sarges etabliert sich ab etwa 1800 und erfolgte parallel zur Entstehung der Leichenhäuser. Die Leichenhäuser wurden eingeführt, um den Scheintod zu verhindern. Die Menschen kamen also ins Leichenhaus und wurden dort mindestens 48 Stunden lang unter Beobachtung aufgebahrt. So wollte man sicherstellen, dass man – sollte man noch das kleinste Anzeichen von Leben entdecken – sofort entsprechend einschreiten könnte. Die Angst vor dem Scheintod hat also zu dieser 48-Stunden-Frist geführt, die bis heute gilt. Damit war es nicht mehr möglich, den Menschen zu Hause zu lassen, sondern man hielt – auch aus hygienischen Gründen – das Leichenhaus für notwendig. Und das wiederum hat die Notwendigkeit eines Sarges nach sich gezogen.