Küchenkomposition #1

Verdi und der Beifall der Risottisten

Stand
Autor/in
Valeska Müller

Wussten Sie, dass Zuschauer früher mit Essen bestochen wurden, um in Konzerten mehr zu applaudieren? Was das mit Risotto und Verdi zu tun hat, erzählt Valeska Müller im ersten Teil der kleinen Küchenkompositionen: Verdi und der Beifall der Risottisten.

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Rezept aus der Feder Verdis

Bei einem guten Essen im Norden Italiens darf eines nicht fehlen: Risotto. Das herzhafte Reisgericht kann in ganz verschiedenen Kreationen serviert werden.

Eine davon ist das Risotto alla Milanese. Für die Zubereitung gibt es verschiedene Rezepte. Doch eines der besten stammt tatsächlich aus der musikalischen Feder von Giuseppe Verdi.

Der italienische Komponist ist besonders bekannt für seine Opernkompositionen. Aber auch in der Küche lässt er seiner Kreativität freien Lauf.

Statue von Giuseppe Verdi
Giuseppe Verdi ist vor allem für seine Opern bekannt. Doch auch Feinschmecker können auf ihn zählen, dank seiner Kreation „Riotto alla Milanese“. Damit überzeugt er Freunde und auch Kritiker. Denn das Risotto nutze er als Beifall-Bestechung.

Bestechung mit Risotto

Hinter dem Rezept mit Piemnoteser Reis, Rinder- oder Kalbsmark, Safran und Trüffel steckt aber mehr als nur ein vorzügliches Gericht:

„Will man also den Beyfall im Theater erkaufen, so bezahlt man gewissen Leuten nebst dem freyen Eingangsbillete auch einen Risotto, welches so viel sagen will, als ein gutes Glas Wein. Erhält nun der Componist, Sänger usw. vielen, aber unverdienten Beyfall, so sagen gewöhnlich die hieran keinen Antheil nehmenden Zuhörer: quanto risotto!“ – Zitat aus der Allgemeinen Musikalischen Zeitung vom April 1822

Ob Verdi allerdings selbst mit Risottisten zusammenarbeitete, ist unklar. Fest steht: Der Komponist überzeugte mit seiner Kochkunst nicht nur seinen Freundeskreis. Genießen Sie also auch Verdis Oper bei einem Teller Risotto ala Giuseppe Verdi.

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