Ein Apotheker steht hinter einer ausgezogenen Schrankschublade und hält ein Medikament in der Hand. Auch in Rheinland-Pfalz haben Apotheken momentan Lieferengpässe bei manchen Medikamenten wie beispielsweise dem Antibiotikum Amoxicillin. (Foto: picture-alliance / Reportdienste, picture alliance / imageBROKER | Jochen Tack)

"Riesenproblem" bei Antibiotikum Amoxicillin

Apotheken in RLP mit großen Engpässen bei Medikamenten

STAND

Die Apotheken in Rheinland-Pfalz haben immer größere Schwierigkeiten, kranke Menschen mit Fiebersaft, Blutdruckmitteln, Hustensaft und Magentropfen zu versorgen. Die Landesapothekerkammer spricht von einer problematischen Lage.

Thomas Christmann blickt derzeit häufig in die verständnislosen Gesichter seiner Kunden. Der Vizepräsident der Apothekerkammer Rheinland-Pfalz, der selbst eine Apotheke in Hamm im Landkreis Altenkirchen betreibt, bestätigt die anhaltenden Engpässe bei vielen Medikamenten. Christmann spricht von einem "Riesenproblem" bei der Versorgung mit dem Standard-Antibiotikum Amoxicillin.

Engpässe bei häufig verschriebenem Antibiotikum in RLP

"Da gibt es Engpässe beim Saft für Kinder und den Tabletten für Erwachsene", berichtet der Apotheker. Amoxicillin ist ein Antibiotikum, das häufig bei Infektionen der Atemwege, Harnwege, Haut, Magen oder Darm verschrieben wird. Die Apothekerinnen und Apotheker in Rheinland-Pfalz müssten in solchen Fällen improvisieren.

Trier

Trierer Apotheker erzählen Warum der Frust in den Apotheken so groß ist

Apotheker sind frustriert. Sie leiden unter Arbeitsbelastung, Medikamentenmangel und den Folgen der Energiekrise. Viele fühlen sich von der Politik allein gelassen.

Am Morgen SWR4 Rheinland-Pfalz

Alternative Arzneimittel könnten Resistenzen auslösen

Eine Möglichkeit sei, auf Alternativmittel auszuweichen. Laut Christmann ist das aber nicht die beste Lösung. Je häufiger und je mehr Antibiotika zum Einsatz kommen, desto größer ist das Risiko, dass sich dadurch Resistenzen bilden können. Dann helfen die Antibiotika nicht mehr gegen Infektionen. Die zweite Variante: die Dosierung anpassen. Sind beispielsweise Tabletten mit fünf Milligramm Wirkstoff nicht erhältlich, könne man es mit zweimal 2,5 Milligramm versuchen.

"Man hangelt sich durch."

"Man hangelt sich durch", fasst Christmann die Situation zusammen. Wenn die Kundschaft auf eine Alternative zurückgreifen muss, führt das nach Angaben des Apothekers immer wieder zu Verwirrung. Das bedeute auch mehr Beratungsaufwand von Seiten der Apotheken.

Pharmakonzerne können keinen Gewinn mehr erwirtschaften

Die Ursache des Problems sind nach Ansicht von Thomas Christmann die Preise für Medikamente, die wegen der Rabattverträge deutlich gesunken sind. Dadurch habe die Pharmaindustrie kein gesteigertes Interesse mehr daran, bestimmte Arzneimittel zu produzieren, weil sich damit kein Gewinn erzielen lasse. Christmann erwartet nicht, dass sich die Situation bald bessert, sondern auch in den kommenden Monaten den ein oder anderen verwirrten Blick auf der anderen Seite der Theke.

Mehr zu Apotheken in RLP

Koblenz

Zum Start der Erkältungs-Saison Wegen Lieferengpässen: Apotheke in Koblenz mischt Fiebersäfte selbst

Zum Start der Erkältungs-Saison fehlen in vielen Apotheken wichtige Medikamente, wie zum Beispiel Fiebersaft. Die Schlossapotheke in Koblenz bereitet den Saft inzwischen selbst zu.

Guten Morgen RLP SWR1 Rheinland-Pfalz

Trier

Trierer Apotheker erzählen Warum der Frust in den Apotheken so groß ist

Apotheker sind frustriert. Sie leiden unter Arbeitsbelastung, Medikamentenmangel und den Folgen der Energiekrise. Viele fühlen sich von der Politik allein gelassen.

Am Morgen SWR4 Rheinland-Pfalz

Zweibrücken

Apotheken beklagen Lieferengpässe Kein Fiebersaft für kranke Kinder im Westen der Pfalz

Ob Ibuprofen oder Paracetamol - als Saft für Kinder, ist das Schmerz- und Fiebermittel kaum mehr erhältlich. Laut Apotheken in Kaiserslautern und Zweibrücken sind die Regale leer.

Am Morgen SWR4 Rheinland-Pfalz

STAND
AUTOR/IN
SWR