Geschäfte in der Fußgängerzone von Bad Kreuznach (Foto: SWR, Vanessa Siemers)

Einzelhändler widersprechen Handelsverband

Geschäfte in Rheinhessen und an der Nahe bleiben montags offen

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Markus Volland

Die Einzelhändler in Rheinhessen und an der Nahe wollen ihre Geschäfte trotz hoher Energiekosten montags nicht schließen. Diesen Vorschlag hatte der Handelsverband RLP ins Gespräch gebracht.

Viele Geschäfte hätten bereits ihre Öffnungszeiten verkürzt, sagt der Hauptgeschäftsführer des Handelsverbandes Rheinland-Pfalz, Thomas Scherer. Vereinzelt werde auch darüber nachgedacht, einen Tag in der Woche gar nicht erst aufzumachen. Das könnte der Montag als umsatzschwächster Tag sein.

Von dieser Idee hält die Vorsitzende der Werbegemeinschaft Mainz, Annette Plachetka, allerdings nichts. Sie betreibt in der Mainzer Altstadt ein Schuhgeschäft. "Die Leute machen am Sonntag einen Schaufensterbummel und kommen dann am Montag, um das, was ihnen gefallen hat, einzukaufen", sagt sie. Nach Mainz kämen außerdem viele Touristen - die könne man doch montags nicht vor geschlossenen Türen stehen lassen. Außerdem sei der Montag für die Geschäfte in Mainz mit der umsatzstärkste Tag in der Woche, so die Vorsitzende.

Einige Geschäfte in Bingen verkürzen Öffnungszeiten

In Bingen würden die Ladenbesitzer ihre Geschäfte morgens schon mal eine Stunde später aufmachen oder abends eine Stunde früher zu, sagt City-Center-Manager Arturas Vileikis im Gespräch mit dem SWR. Aber einen kompletten Tag zuzulassen, das könne er sich nicht vorstellen.

"Wer sein Geschäft zulässt, überlässt das Geschäft dem Internet."

Diskussion um verkürzte Öffnungszeiten Geschäfte in RLP wegen Energiekrise bald montags geschlossen?

Die gestiegenen Energiekosten bereiten auch den Einzelhändlern in Rheinland-Pfalz große Sorgen. Um Strom und Gas zu sparen, könnten die Geschäfte später öffnen, früher schließen oder gleich einen ganzen Tag geschlossen bleiben.

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Kürzere Öffnungszeiten auch in Bad Kreuznach

In Bad Kreuznach hätten ein paar Ladenbesitzer ihre Öffnungszeiten angepasst, sagt Jörg Lenger, Regionalgeschäftsführer der IHK Bad Kreuznach. Bekleidungsgeschäfte öffneten eine Stunde später, Bäckereien würden vielleicht eine Stunde früher schließen. Auch Lenger hält nichts davon, am Montag gar nicht erst aufzumachen. "Wir sind mitten im Weihnachtsgeschäft, anschließend kommt Fastnacht und dann Ostern, das ist die umsatzstärkste Zeit im Jahr. Keiner lässt sich das entgehen."

Drei Damen beim ersten Shoppen ohne Maske (Foto: SWR, Vanessa Siemers)
In einem Bad Kreuznacher Kaufhaus stöbern drei Damen nach dem passenden Kleidungsstück. Vanessa Siemers

Einzelhandel leidet auch an Fachkräftemangel

Auch der Fachkräftemangel stellt eine Herausforderung für die Einzelhändler da. "Auch wir haben damit zu tun", sagt Christof Schönenberger, Vorsitzender des Verkehrsvereins Alzey. "Aber die Ladenbesitzer in Alzey haben sich darauf eingestellt, wir bekommen das hin." Der Montag sei ein starker Tag, der entsprechend Umsatz bringe. Da würden die Läden ganz bestimmt nicht geschlossen bleiben. Die Öffnungszeiten hätten ein paar Geschäfte zwar angepasst, an den Kernzeiten werde aber nicht gerüttelt.

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