Jürgen Kienzle und das Freibad-Wissen (Foto: picture-alliance / Reportdienste, Sebastian Kahnert)

Bilanz kurz vor Saisonende

Trotz Rekordtemperaturen keine Rekordzahlen in den Pfälzer Freibädern

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Sebastian Barth

Bislang gab es nur im Jahr 2003 eine ähnlich lange Hitzeperiode wie in diesem Sommer. Die Rekordzahlen der Freibäder von damals wurden in diesem Jahr aber nicht erreicht - bei weitem nicht.

Nicht nur die heißen Temperaturen ließen einen Ansturm auf die Freibäder und Badeseen vermuten. Es war auch das erste Jahr ohne jegliche Corona-Beschränkungen. Die Bäder konnten pünktlich aufmachen. Viele Freibadbetreiber sind sich einig: Dass es in diesem Jahr keine Rekord-Besucherzahlen gab, hat mehrere Gründe.

Freibad am Willersinnweiher (Foto: Stadt Ludwigshafen)
Im Freibad am Willersinnweiher in Ludwigshafen wurde in diesem Jahr viel geplantscht. Stadt Ludwigshafen

Viele potentielle Freibadbesucher im Urlaub

Der gewichtigste Grund dürfte gewesen sein, dass die meisten Menschen in den heißen Wochen - vor allem im August - im Urlaub waren. In Badepark Wörth zum Beispiel, dem größten Freibad in der Pfalz, war der besucherstärkste Tag am 18. Juni - also lange vor den Ferien, so der Leiter der zuständigen Stadtwerke, Georg Werling. Es kamen gut 6.000 Badegäste allein an diesem Tag.

Insgesamt verzeichnete der Badepark 118.000 Besucher. Das seien zwar etwas mehr als im Schnitt, aber noch weit vom Rekordjahr 2003 entfernt. Damals waren es 207.000 Besucher, so Werling.

Ähnliches berichten auch die Betreiber anderer Bäder: Vom Freibad in Landau, Neustadt Mußbach oder dem Waldfreibad in Herxheim bei Landau. Auch dass Willersinnbad und der Baggersee Bliesbad in Ludwigshafen hatten nach eigenen Angaben eher durchschnittliche Zahlen.

Badepark in Wörth mit Schwimmer- und Sprungbecken, menschenleer (Foto: Pressestelle, Stadtwerke Wörth)
So leer wird der Badepark in Wörth erst ab Montag, 5. Septembeer sein. Unter der Saison war er gut besucht. Pressestelle Stadtwerke Wörth

Mögliche Freibadgäste planschen lieber in privaten Pools

Während der Corona-Pandemie boomte der Verkauf von Garten-Pools. Auch das sei ein wichtiger Faktor, warum in diesem Jahr nur durchschnittlich Gäste in die Freibäder kamen und es nicht zu einem Ansturm kam. Hinzu komme nach Einschätzung mehrerer Badbetreiber, dass im Gegensatz zu früher ein großes Outdoor-Freizeitangebot herrscht. Kletterparks, Spielanlagen, Outdoor-Rodelbahnen stehen in Konkurrenz zu den Freibädern.

Einige wenige Bäder hatten Rekordzahlen

In zwei Bädern in der Pfalz war entgegen dem Trend sehr viel los. Das älteste Freibad der Pfalz in Deidesheim zum Beispiel (eröffnet 1885): Mit 28.000 Besuchern sei es ein Rekordjahr gewesen. Ansonsten kämen im Schnitt 20.000 Besucher. Eine wirkliche Erklärung hat der zuständige Schwimmmeister Andy Bories nicht. Höchstens, dass die Wassertemperatur dank der neuen Solar-Heizanlage von Anfang an bei bis zu 26 Grad lag. Auch das Duschwasser soll künftig Solar-beheizt werden. Bislang brauche man dazu noch Gas.

Freibad Deidesheim (Foto: Freibad Deidesheim)
Im Freibad Deidesheim war das Wasser dank der Solaranlage in diesem Jahr sehr warm. Freibad Deidesheim

Ein weiteres kleines Bad hatte sehr gute Zahlen: In Neustadt Duttweiler kamen 20.000 Besucher. Es wird, wie die anderen zwei Stadtteil-Freibäder Hambach und Mußbach von einem Förderverein betrieben. Hier waren auch die neun Sommer-Schwimmkurse für Kinder ausgebucht.

Hundeschwimmen ganz am Ende der Freibad-Saison

Viele Bäder schließen zum kommenden Sonntag, 4. September. Nur der Badepark Wörth und das Waldfreibad in Herxheim schließen eine Woche später, letzteres bleibt eventuell sogar noch länger geöffnet. Im Badepark Wörth wird dann am 25. und 26. September noch einmal geöffnet. Dann allerdings dürfen nur Hunde baden. Hundeschwimmen zum Abschluss der Freibad-Saison ist am 10. September auch im Freibad Landau geplant und im Willersinn-Freibad in Ludwigshafen - beachten sie hierbei aber aktuelle Warnungen wegen erhöhten Blaualgen-Werten.

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