Traktor auf Feld, Symbolbild für Bauern- und Winzertag in Neustadt an der Weinstraße (Foto: IMAGO, Joker)

Nachgefragt beim Gemüsebautag in Mutterstadt

Klimawandel & Co.: Pfälzer Bauern sorgen sich um Gemüse aus der Pfalz

Stand

Billigkonkurrenz aus dem Ausland, Klimawandel und zu wenig Regen: Viele Pfälzer Gemüsebauern blicken mit Sorge in die Zukunft. Wir haben mit ihnen beim Pfälzer Gemüsebautag in Mutterstadt (Rhein-Pfalz-Kreis) gesprochen.

Der 42. Pfälzer Gemüsebautag in Mutterstadt stand am Freitag unter der Frage, ob die Gemüseproduktion in Gefahr ist. Oder konkreter formuliert: Ob Verbraucher auch in Zukunft Gemüse aus der Pfalz bekommen. Denn Einschränkungen beim Pestizideinsatz, der Klimawandel, höhere Erzeugerpreise oder fehlendes Verständnis vonseiten der Verbraucher - das mache ihnen das Leben schwer, sagen die Landwirte. Die Liste der Dinge, die die Bauern stören, ist lang.

Verständnis beim Verbraucher

Martin Steig ist Landwirt in Mutterstadt (Rhein-Pfalz-Kreis) und betreibt einen Gemüsebaubetrieb. Wegen der guten klimatischen Verhältnisse in der Pfalz ist er sich sicher, das es auch in Zukunft Gemüse aus der Pfalz geben wird. Aber einfach wird es wohl nicht. "Der Klimawandel ist ein großes Problem", sagt Steig. Lange Trockenzeiten wechselten sich mit Starkregen ab, die Wetterextreme nehmen zu, sagt Steig. Das mache den Gemüseanbau deutlich schwieriger.

Er wünscht sich außerdem als Bauer mehr Verständnis von den Verbrauchern. "Für die Bevölkerung ist die Versorgung mit Lebensmitteln normal. Das macht es schwierig zu vermitteln, dass Nahrungsmittelproduktion generell schwierig und kompliziert ist."

Es fehlt an Wasser für den Gemüseanbau

Rudolf Sinn pflanzt Jungpflanzen in Lustadt (Rhein-Pfalz-Kreis). Er sieht große Probleme, was die Zukunft angeht: "Bei der derzeitigen politischen Situation wird es sehr schwierig für uns, noch vernünftig Gemüse zu produzieren." Er sieht Einschränkungen für die Landwirte beim Pflanzenschutz, auch das Thema Grundwasserbrunnen treibt den Landwirt um - gerade in der Südpfalz werde die Frage, wie man künftig die Felder bewässern soll, immer größer.

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Konkurenz aus dem Ausland

Der Pfälzer Landwirt Peter Fehmel hat keine Lust mehr, er würde am liebsten hinschmeißen. "Am liebsten würde ich aufhören, aber ich hab einen Junior, der hat sich in die Idee hinein gesteigert, den Betrieb zu übernehmen", erzählt er. Aber ob sein Sohn als Nachfolger "den Herausforderungen standhalten kann, weiß ich nicht." Viele Kollegen hätten ihre Betriebe bereits geschlossen. Als Landwirt sei er gezwungen, Pflanzenschutzmittel einzusetzen, weil der Handel ihm nur Gemüse abnehme, dass perfekt aussieht.

Daneben spürt Fehmel massiv die Konkurenz aus dem Ausland - und das Preisdumping. Mit den wesentlich niedrigeren Löhnen, die im Ausland in der Landwirtschaft gezahlt werden, könne der pfälzische Gemüsebau nicht mithalten. "Nur billig" funktioniere eben nicht, "Gemüseanbau ist arbeitsintensiv." Und damit teuer. Doch sieht Fehmel dabei die Schuld nicht beim Verbraucher, sondern beim Handel. Die Lebensmittelketten wollten vor allem billig Gemüse einkaufen.

Handel übt Druck aus

Aus Sicht von Eberhard Hartelt, Präsident des Bauern- und Winzerverbandes Rheinland-Pfalz Süd, wird's für die Landwirte nicht einfacher. "Der Gemüsebau kämpft mit den politischen Vorgaben und ist durch den Handel unter Druck, auch international." Doch für Verbraucher sieht er die Lage entspannt. "Ich bin überzeugt, dass hier der Gemüsebau auch noch in der Lage ist, tolles regionales, saisonales Gemüse anzubieten."

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