Kommunen in Rheinland-Pfalz wollen Energie sparen (Foto: picture-alliance / Reportdienste, picture alliance / CHROMORANGE | Michael Bihlmayer)

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Drohender Energienotstand - wie bereitet sich Rheinland-Pfalz vor?

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Russland drosselt die Gas-Lieferungen nach Deutschland weiter: Ab Mittwoch sollen nur noch 20 Prozent Gas durch Nord Stream 1 fließen. Für die Kommunen wird es damit immer enger.

Heizungen in öffentlichen Gebäuden drosseln, Warmwasser in Sporthallen abdrehen, Brunnen austrocknen lassen: Die Kommunen in Rheinland-Pfalz wollen Energie sparen, wo es nur geht.

Hintergrund ist, dass Gas-Engpässe wahrscheinlicher werden - nicht zuletzt durch die Ankündigung des russischen Gaskonzerns Gazprom, ab Mittwoch nur noch 20 Prozent oder 33 Millionen Kubikmeter Gas täglich durch die Ostseepipeline Nord Stream 1 nach Deutschland zu liefern.

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Senkung der Wassertemperaturen

Die Lage sei angespannt, hatte der Koblenzer Oberbürgermeister David Langner (SPD) am Montagmittag - kurz vor der neuerlichen Ankündigung Russlands - gesagt. Er betonte auch, dass es kein "Weiter so" geben könne. Jetzt müssten alle Energie sparen, wo es gehe.

Demnach wurden etwa in städtischen Hallenbädern die Wassertemperaturen abgesenkt. Klimaanlagen in öffentlichen Gebäuden würden die Räume auf maximal 24 Grad herunter kühlen, Brücken, Kirchen und das Deutsche Eck würden nachts nicht mehr angeleuchtet.

Auch alle Bürgerinnen und Bürger und Unternehmen sollten möglichst viel Energie sparen. Laut Langner wurde ein Verwaltungsstab eingerichtet. Er stehe im engen Austausch mit dem Energieversorger evm und sei in der Lage, die Pläne den aktuellen Entwicklungen anzupassen.

Trier will deutlich weniger Energie verbrauchen

Die Stadt Trier will nach eigenen Angaben perspektivisch 15 bis 20 Prozent weniger Energie verbrauchen. Gemäß einem Maßnahmenkatalog des Städtetags werde geprüft, "was wo möglich ist", sagte ein Sprecher. So sei es etwa in Verwaltungsgebäuden eher kein Problem, wenn um 17 Uhr die Heizung aus sei und die Temperatur von 21 auf 19 Grad runtergefahren werde. "Aber für die Volkshochschule, die abends Kurse in diversen Gebäuden anbietet, wäre das schon ein Problem, die Leute im Winter in komplett unbeheizte Räume zu setzen."

Auch Frankenthal will ein vom Stadtrat beschlossenes Maßnahmenpaket zeitnah umsetzen. So sollen nach Mitteilung der Stadtverwaltung bereits dieser Tage die Zierbrunnen sowie die Warmwasserversorgung der kommunalen Sporthallen und der Verwaltung abgestellt werden. Die Temperatur in städtischen Gebäuden soll sinken. Auch die Beleuchtung von "repräsentativen Gebäuden" wird nach den Angaben aufgegeben.

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