Landrätin Cornelia Weigand (Foto: SWR)

Bitte um Hilfe für den Wiederaufbau

Kreis Ahrweiler: Landrätin Weigand 100 Tage im Amt

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Die Landrätin des Kreises Ahrweiler, Cornelia Weigand (parteilos), hat bei einer Pressekonferenz nach 100 Tagen im Amt eine erste Bilanz gezogen.

"Man muss so fair sein und den Bürgern sagen, dass wir für den Wiederaufbau einen langen Atem brauchen", sagte Weigand am Mittwoch nach 100 Tagen im Amt. Eines der größten Hemmnisse beim Wiederaufbau seien Lieferengpässe beim Baumaterial. Selbst banale Dinge wie Dachziegel seien erst nach sechs Monaten Wartezeit zu bekommen.

Landrätin bittet Land um weitere Unterstützung für Wiederaufbau

Die Landrätin bat die rheinland-pfälzische Landesregierung, die Frist für Förderanträge zum Wiederaufbau zu verlängern. Durch die Flutkatastrophe im vergangenen Juli seien dem Kreis Ahrweiler bisher Kosten von 123 Millionen Euro entstanden. Das Land habe davon 101 Millionen übernommen. Um alle Wiederaufbauprojekte zu planen und abzuwickeln, brauche die Kreisverwaltung zusätzlich 60 Mitarbeiter.

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Weigand beendete CDU-Ära im Landratsamt

Im Januar dieses Jahres wurde Cornelia Weigand überraschenderweise bereits im ersten Wahlgang zur Landrätin gewählt. Nach fünf CDU-Landräten steht seitdem zum ersten Mal eine parteilose Frau an der Spitze des Kreises Ahrweiler. Am Sonntag vor 100 Tagen wurde sie vereidigt.

Der Kreisbeigeordnete Friedhelm Münch vereidigt Cornelia Weigand im Rahmen einer öffentlichen Sitzung des Kreistages als Landrätin im Kreis Ahrweiler. (Foto: dpa Bildfunk, picture alliance/dpa | Thomas Frey)
Der Kreisbeigeordnete Friedhelm Münch hat im Februar Cornelia Weigand im Rahmen einer öffentlichen Sitzung des Kreistages als Landrätin im Kreis Ahrweiler vereidigt. picture alliance/dpa | Thomas Frey

Bundeskanzler und Co. im Ahrtal

In den ersten Wochen ihrer Amtszeit empfing sie etliche Politiker und Politikerinnen im Kreis Ahrweiler. Darunter auch Bundesinnenministerin Nancy Faeser (SPD), Ministerpräsidentin Malu Dreyer (SPD) und Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD). Mit ihnen hatte sich Weigand Ende März die immer noch katastrophalen Zustände, unter anderem in Ahrbrück, angesehen. Darüber hinaus musste sich Weigand auch immer wieder den Fragen und der Kritik einiger Menschen aus dem Kreis Ahrweiler stellen.

Vor gut zwei Wochen hatten beispielsweise rund 250 Betroffene der Flutkatastrophe vor dem Kreishaus demonstriert. Ihre Kritik: Es gebe zu viel Bürokratie bei der Auszahlung der Hilfsgelder. Weigand hatte dazu gesagt, sie könne das nachvollziehen und wolle sich um Verbesserungen kümmern.

Weigand hat viel vor im Ahrtal

Zu Beginn ihrer Amtszeit hatte sie angekündigt, sie wolle den Wiederaufbau des Ahrtals voranbringen. Das Ahrtal müsse digitalisiert und der Hochwasserschutz verbessert werden. Auch die Wirtschaft, insbesondere den Tourismus, wolle sie wieder ankurbeln und die alternativen Energien, wie Windkraft und Sonnenenergie, ausbauen.

Aber der Wiederaufbau des Ahrtals, so betont die Landrätin immer wieder, werde noch Jahre dauern. Neben dieser wichtigen Aufgabe hat sie noch weitere. Schließlich ist sie Landrätin des gesamten Kreises und nicht nur des Ahrtals.

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