Pflanzen wachsen zwischen den Gleisen auf dem Gelände des Bahnhofs

Machbarkeitsstudien präsentiert

In Rheinland-Pfalz könnten vier Bahnstrecken reaktiviert werden

Stand

Vier Machbarkeitsstudien zu Schienenwegen sind für rheinland-pfälzische Strecken positiv ausgefallen. Das haben die Allianz pro Schiene und der Verband Deutscher Verkehrsunternehmen festgestellt.

Zwischen Homburg und Zweibrücken wird bereits gebaut, ab 2026 sollen wieder S-Bahnen auf der ehemals stillgelegten Strecke fahren. Reaktivierungen wie diese beginnen mit Machbarkeitsstudien. 103 davon haben die Allianz pro Schiene und der Verband Deutscher Verkehrsunternehmen am Montagvormittag für ganz Deutschland vorgestellt, 79 davon sind positiv ausgefallen.

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In Rheinland-Pfalz kommen vier stillgelegte Strecken für Instandsetzungen infrage, die Glantalbahn zwischen Staudernheim und Lauterecken-Grumbach, die Queichtalbahn zwischen Germersheim und Landau, die Eifelquerbahn zwischen Gerolstein und Kaisersesch sowie die Bahnstrecke zwischen Igel und Ehrang, deren Instandsetzung bereits läuft. Die meisten Strecken mit Wiederaufnahmepotenzial hat bundesweit Baden-Württemberg, für 22 Strecken fielen die Studien positiv aus. Dahinter folgen Nordrhein-Westfalen mit 16 und Niedersachsen mit elf Strecken.

Drei Strecken, die Glantalbahn, die Queichtalbahn und die Eifelquerbahn kommen für Reaktivierungen infrage
Die Eifelquerbahn, die Glantalbahn und die Queichtalbahn kommen für Reaktivierungen infrage.

Neue Berechnungsgrundlage sorgt für mehr positive Machbarkeitsstudien

Die Machbarkeitsstudien stellen den ersten Schritt zur Reaktivierung von Bahnstrecken dar. Verkehrsexperten von Sachverständigenbüros untersuchen erstens, ob die Instandsetzung technisch möglich ist, zweitens, wie groß das Nutzungspotential für den Streckenabschnitt ist und drittens, welche Kosten für die Reaktivierung anfielen.
Dass ein Großteil der Studien positiv ausfiel, liegt auch daran, dass die sogenannte Standardisierte Bewertung von der Bundesregierung überarbeitet wurde. Diese legt fest, ab welchem Punkt eine Investition des Bundes als volkswirtschaftlich rentabel eingestuft wird. Unter anderem sind jetzt Klimaschutzaspekte und die regionale Erreichbarkeit Teil der Berechnungsgrundlage.

Bisher stockt der Wiederaufbau an allen Ecken

Die Verbände sind zum jetzigen Zeitpunkt allerdings nicht zufrieden, im vergangenen Jahr seien bundesweit acht Kilometer Strecke reaktiviert worden, für das kommende Jahr wird ebenfalls nur mit einer einstelligen Kilometeranzahl gerechnet. Von 4.500 Kilometern Strecke, für die eine Reaktivierung laut der Allianz pro Schiene möglich sei, habe die Bahn AG im vorletzten Jahr 1.300 Kilometer in die nähere Auswahl gezogen, es sollten 20 Strecken reaktiviert werden. Bis heute ist es allerdings nur eine.

Ich befürchte, dass wird bald hunderte Machbarkeitsstudien mit positivem Tenor haben, aber trotzdem ein Schneckentempo bei der Reaktivierung von Schienenstrecken.

Damit mehr Reaktivierungsvorhaben umgesetzt werden, fordert die Allianz pro Schiene von den Bundesländern jeweils ein Landesprogramm für Instandsetzungen mit zentralem Ansprechpartner, die Kommunen sollten aber selbstständig Machbarkeitsstudien in Auftrag geben.

Rheinland-Pfalz

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Aktuell werde bundespolitisch zudem ein sehr großer Fokus auf die ICE-Strecken gelegt, die Anbindung des ländlichen Raumes dürfe dabei aber nicht vergessen werden. Mit den Reaktivierungen aller 79 Strecke mit positiver Machbarkeitsstudie könnten über eine Million Bürger an das Schienennetz angebunden werden.

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